Gleich in der ersten Rennrunde konnte Max Neukirchner aus eigener Kraft vier Konkurrenten überholen, später profitierte er von zahlreichen Stürzen durchaus prominenter Kollegen, die ihn in die Punkteränge vorrücken ließen. In Runde acht war Neukirchner bereits auf Platz 13 vorgestoßen, steckte da jedoch in einer Kampfgruppe, in der so heftig gerangelt wurde, dass nach dem Rennen etliche Kollisionsspuren auf der Verkleidung beredte Auskunft über die Reibereien gaben. Neukirchner wurde wieder auf Rang 17 durchgereicht. Weitere Stürze und Fahrfehler der Konkurrenz spülten ihn jedoch erneut nach vorn. Platz zehn mit 16,7 Sekunden Rückstand auf Sieger Stefan Bradl markiert für Neukirchner einen Saisonbestwert – beim Rennen in Jerez, wo er ebenfalls Zehnter geworden war, lag er noch 41,7 Sekunden hinter dem Sieger zurück.
"Ich bin zufrieden mit der Position, es haben ja auch nur fünf Sekunden bis zum fünften Platz gefehlt. Aber ich habe immer noch ein Problem – ich bin noch nicht richtig mit dem Motorrad zusammengewachsen, ich muss noch zu viel mit ihm kämpfen. Dabei müsste es so sein, dass ich mehr mit den Gegnern kämpfe. Deshalb sind die Rennen für mich noch sehr schwierig. Ich hoffe natürlich schon, dass das von Mal zu Mal besser wird. Es hat jedenfalls hier schon besser geklappt als zuletzt in Le Mans. Wir strengen uns wirklich sehr an, keiner im Team hat vorher in der Moto2-Weltmeisterschaft gearbeitet, für uns sind alle Strecken echtes Neuland. Dafür, dass ich noch nie zuvor in Barcelona war, ist der zehnte Platz natürlich ein Super-Ergebnis. Auf den Grand Prix in Silverstone am kommenden Wochenende freue ich mich, die Strecke kenne ich und mag sie auch. Dort habe ich letztes Jahr mein bestes Superbike-Resultat eingefahren", resümierte Neukirchner.
Anthony Wests Rennen wurde durch ein Reifenproblem ruiniert. Bereits nach wenigen Runden hatte der Hinterradpneu des Australiers keinerlei Grip mehr, seine Rundenzeiten stiegen dramatisch an, er war chancenlos. "Als wir uns den Reifen nach dem Rennen anschauten, wussten wir sofort, was schief gegangen ist: Es ist ein asymmetrischer Reifen mit unterschiedlichen Gummimischungen auf der rechten und der linken Seite der Lauffläche", erklärte Crew Chief Anthony Dwight, "Dunlop hatte ihn verkehrt herum montiert."
West war enttäuscht: "Das Rennen war natürlich extrem schlecht, ich war ja einige Zeit lang sogar Letzter. Später haben wir dann herausgefunden, dass Dunlop den Hinterreifen falsch herum montiert hat. Für Barcelona haben wir einen besonderen Reifen, auf der einen Seite ist der Gummi weicher, auf der anderen härter. Weil durch den Montagefehler natürlich die weiche Seite den Belastungen ausgesetzt war, für die der härtere Gummi gedacht war, baute der Reifen im Rennen sehr schnell ab. Ich hatte praktisch keinen Grip mehr und kam nicht im Entferntesten auf die Rundenzeiten aus dem Training. Ein dummer Fehler, aber er hat mich das Rennen gekostet."

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