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24h Dubai 2022: Die Favoriten beim 24-Stunden-Rennen

Wer holt sich den Gesamtsieg bei der 17. Auflage des 24-Stunden-Rennen Dubai? Große Vorschau: Favoriten, Strecke, Wetter, Zeitplan und bisherige Gewinner.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - In wenigen Tagen fällt der Startschuss zur Langstrecken-Saison 2022. Mit dem 24-Stunden-Rennen Dubai (Freitag, 14.01. bis Samstag, 15.01.) steht das erste bedeutsame Event des Jahres im Kalender bevor. Wer sind die Favoriten bei der 17. Auflage des Wüsten-Klassikers, in welcher Klasse gibt Jos Verstappen sein Renn-Comeback und wie können Zuschauer das Rennen verfolgen? Motorsport-Magazin.com liefert Antworten zu den wichtigsten Fragen.

24h Dubai 2022: Das Starterfeld

Für die 24h Dubai 2022 sind 82 Rennwagen unterschiedlicher Klassen gemeldet, wobei der Gesamtsieg nur über die GT3-Kategorie führt. Und die ist ebenfalls gut besetzt: 28 Autos gehen insgesamt an den Start, darunter 13 Boliden in der höchsten Klasse namens 'GT3', weitere acht in der gemischten 'GT3-PRO/AM' sowie sieben in der reinen Amateur-Klasse 'GT3-AM'.

Vorjahressieger GPX Racing (Porsche) verzichtet dieses Jahr auf die Teilnahme, dafür sind andere GT3-Schwergewichte an Bord. So wie die DTM-Meistertruppe HRT, deren namensgebender Teambesitzer Hubert Haupt seinen vierten Dubai-Gesamtsieg anpeilt. Der frühere DTM-Pilot steuert einen von zwei HRT-Mercedes mit seinen Teamkollegen Khaled Al Qubaisi, Raffaele Marciello und Manuel Metzger.

"Die 24h Dubai sind für mich ein ganz besonderes Rennen, auch weil ich hier schon tolle Erfolge erzielen konnte", sagt Haupt, der das Wüsten-Rennen in den Jahren 2015, 2018 und 2020 gewann. "Wir gehen auch in diesem Jahr mit großen Ambitionen an den Start, wollen mit unseren beiden Fahrzeugen um den Sieg fahren und erfolgreich in die neue Motorsportsaison starten."

Den zweiten Mercedes-AMG GT3 des Teams, das die GT3-Aktivitäten des fünffachen Dubai-Siegers Black Falcon übernommen hat, teilen sich Luca Stolz, Indy Dontje, Martin Konrad und Al Faisal Al Zubair. Ein weiterer Sieganwärter aus dem Mercedes-Lager: SunEnergy1 by SPS automotive performance mit dem erfahrenen Quartett Kenny Habul/Mikael Grenier/Maro Engel/Jules Gounon.

24h Dubai: Renndebüt des neuen BMW M4 GT3

Auch Schubert Motorsport blickt auf einen Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen in Dubai zurück. 2011 triumphierte das Team um Torsten Schubert mit einem BMW Z4 GT3, jetzt kehrt die Truppe mit dem brandneuen BMW M4 GT3 zurück. Beim Renndebüt unter Wettbewerbsbedingungen will das Quartett Nick Yelloly/Jordan Witt/Marcel Lenerz/Jens Liebhauser den ersten Erfolg für das neue BMW-Topmodell einfahren. Mit dem M4 des kanadischen Teams Samantha Tan Racing tritt ein weiteres BMW-Kundenteam in der 'GT3'-Klasse an.

Chancen auf den Gesamtsieg darf sich auch das belgische Topteam WRT ausrechnen, das zwei Audi R8 LMS GT3 in die Wüste schickt. Vor allem die Startnummer #7 unter anderem mit Christopher Mies und Dries Vanthoor ist stark besetzt.

Für die Titelverteidigung von Porsche - es wäre bereits der siebte Gesamtsieg der Zuffenhausener - könnte Dinamic Motorsport sorgen. Die Mannschaft aus Italien hat einen ihrer beiden Porsche 911 GT3 R mit Klaus Bachler, Marvin Dienst und Marco Seefried bestückt. Auf dem zweiten 911er sitzt unter anderem Porsche-Spezialist Matteo Cairoli.

Den zweiten Dubai-Sieg nach 2017 peilt auch das Team Herberth Motorsport an, das mit einem Porsche in der 'GT3' (Stephen Grove/Brenton Grove/Anton De Pasquale/Sven Müller) sowie zwei weiteren 911ern in der 'GT3 Pro/Am' gemeldet ist. Oder ist es etwa an der Zeit für den ersten Sieg eines nicht-deutschen Herstellers bei den 24h Dubai? Die Lamborghini-Teams Leipert Motorsport (Brendon Leitch/Jean-Francois Brunot/Kerong Li/Joel Eriksson/Betty Chen) oder Barwell Motorsport (Adrian Amstutz/Rolf Ineichen/Mirko Bortolotti/Rik Breukers) könnten für den Überraschungs-Coup im Reigen der Audi, BMW, Mercedes-AMG und Porsche sorgen.

Jos Verstappen: Motorsport-Rückkehr in Dubai

In den Klassen der leistungsschwächeren Fahrzeuge sorgt unter anderem Jos Verstappen für das gewisse Flair im Starterfeld. Der Vater von Formel-1-Weltmeister Max Verstappen geht erstmals seit 2012 wieder bei einem Rennen an den Start und tritt auf einem Porsche 911 GT3 Cup des niederländischen Team GP-Elite an.

Zu seinen Teamkollegen zählt Youngster Thierry Vermeulen, der Sohn von Max Verstappens Manager. Bei nur fünf gemeldeten Autos in der 992-Pro-Kategorie kann sich der frühere F1-Pilot zumindest Chancen auf den Klassensieg ausrechnen. Ebenfalls dabei: Rob Huff, der WTCC-Champion von 2012, im Audi RS3 LMS TCR von Autorama Motorsport by WolfPower Racing.

Manfred Sandbichler, Hankooks Motorsport Direktor Europa: "Der Auftakt in Dubai wird von vielen Teams genutzt, um neue Komponenten und Fahrzeugtypen unter Wettkampfbedingungen zu testen. In diesem Jahr ist zum ersten Mal die GT2 Klasse am Start, in der der Audi R8 LMS GT2 sein Dubai-Debüt geben wird, während der neue BMW M4 GT3 zum ersten Mal in einem Wettkampf eingesetzt wird. Alle Starter können sich wie in den vergangenen Jahren auf den perfekten Service unseres Hankook Teams und die starke Performance des Ventus Race verlassen."

24h Dubai 2022: Die Rennstrecke

Das 2004 eröffnete Dubai Autodrome liegt rund 20 Kilometer entfernt von der City. Der 5,390 Kilometer lange Kurs mit 17 Kurven richtet sich vor allem an nationale Motorsportaktivitäten und zählt im Vergleich zum Yas Marina Circuit in Abu Dhabi zu den eher unbekannten Rennstrecken.

Als größte Herausforderung auf dem Kurs mit zwei langen Geraden gilt der Sand, der immer wieder auf den Asphalt geweht wird. Bei den 24h Dubai starten alle Autos auf Hankook-Reifen, da das Rennen den Auftakt der 24H Creventic Series powered by Hankook bildet.

In der Vergangenheit trugen unter anderem die GP2 Asia (mit Streckenrekord durch Kamui Kobayashi), der A1 GP, die Formel Renault und die TCR Rennen auf dem Kurs des 100 Millionen Dollar teuren Dubai Autodrome aus, der über eine Grade-1-Lizenz der FIA verfügt.

Foto: Creventic

24h Dubai 2022: Das Wetter

In der Wüste regnet es nie? Von wegen! Bei der 2020er-Auflage musste das 24-Stunden-Rennen nach nur sieben Stunden wegen Starkregens abgesagt werden. Manfred Sandbichler, Hankooks Motorsport-Direktor Europa, erinnert sich: "Es gab sintflutartige Regenfälle, so etwas habe ich in der Wüste noch nie gesehen. Sowohl auf der Strecke als auch in der City hätte man ein Boot benötigt. Leider produziert Hankook so etwas noch nicht."

In diesem Jahr können die Teams und Fahrer die Regenschirme beruhigt zuhause lassen, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei null Prozent. Es werden tagsüber Temperaturen um die 25 Grad erwartet, in der Nacht kühlt es moderat ab auf rund 20 Grad. Enorme Temperaturunterschiede wie etwa beim 24h-Rennen Nürburgring stellen demnach eine vergleichsweise untergeordnete Herausforderung im Dubai Autodrome dar.

24h Dubai 2022: Zeitplan & Livestream

Im Gegensatz zu den europäischen 24-Stunden-Rennen, erfolgt der Rennstart im Wüstenstaat bereits am Freitag, 14. Januar 2022. In den Emiraten gelten der Freitag und Samstag offiziell als Wochenende, wobei die freien Tage seit diesem Jahr von Freitagmittag bis Sonntag ausgeweitet werden.

Der fliegende Start zur 17. Auflage der 24h Dubai ist für Freitag, 15:00 Uhr Ortszeit geplant. Aufgrund der dreistündigen Zeitverschiebung zu Deutschland können Zuschauer hierzulande das Rennen ab 12:00 Uhr zur Mittagszeit im Livestream verfolgen. Das Rennen endet demnach am Samstag, 15. Januar um 15:00 Ortszeit (12:00 Uhr MEZ). Die 24H Series zeigt das Rennen im kostenlosen Livestream auf YouTube.

Donnerstag, 13. Januar 2022

Session Uhrzeit (MEZ)
Freies Training (alle Autos) 09:15 - 10:45
Qualifying (TCE) 11:35 - 12:30
Qualifying (GT) 12:35 - 13:30
Nacht-Training (alle Autos) 15:00 - 16:30

Freitag, 14. Januar 2022

Session Uhrzeit (MEZ)
Warmup (alle Autos) 07:30 - 08:00
Rennstart 12:00

Samstag, 15. Januar 2022

Session Uhrzeit (MEZ)
Rennende 12:00

24h Dubai 2022: Die bisherigen Sieger

Jahr Team Auto
2021 GPX Racing Porsche 911 GT3 R
2020 Black Falcon Mercedes-AMG GT3
2019 Car Collection Motorsport Audi R8 LMS Evo
2018 Black Falcon Mercedes-AMG GT3
2017 Herberth Motorsport Porsche 991 GT3 R
2016 Belgian Audi Club Team WRT Audi R8 LMS
2015 Black Falcon 2 Mercedes-Benz SLS AMG GT3
2014 Stadler Motorsport Porsche 997 GT3-R
2013 Abu Dhabi by Black Falcon Mercedes-Benz SLS AMG GT3
2012 Abu Dhabi by Black Falcon Mercedes-Benz SLS AMG GT3
2011 Schubert Motorsport BMW Z4 GT3
2010 IMSA Performance Matmut Porsche 997 GT3-RSR
2009 Land Motorsport Porsche 997 GT3 Cup
2008 VIP Pet Foods Porsche 997 GT3-RSR
2007 Duller Motorsport BMW Z4 Coupe
2006 Duller Motorsport BMW M3 CSL

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