Auf Mick Schumacher wartet am kommenden Wochenende die nächste Herausforderung bei seinem Debütjahr in der IndyCar-Serie. Die US-Formelserie gastiert zum vierten Saisonrennen im Barber Motorsport Park in Birmingham, der ersten traditionellen Rundstrecke im Rennkalender. Schumacher, der am 22. März seinen 27. Geburtstag gefeiert hat, wird im Freien Training am Freitag seine allerersten Runden auf dem 3,7 Kilometer langen Kurs in Birmingham, Alabama, drehen.

Mit dem Rennwochenende endet die 'March Madness' bei den IndyCars, die vier Rennen innerhalb nur eines Monats umfasst. Einen derart geschäftigen Auftakt in die neue Saison gab es zuletzt vor mehr als 50 Jahren. Schumacher belegt den 25. und damit letzten Platz in der Meisterschaft nach den bisherigen Events in St. Petersburg (Ausfall), Phoenix (P18) und Arlington (P22). Zwischenfazit: zwar wenige Punkte gesammelt, dafür aber ganz viel Erfahrung und neue Eindrücke.

Darum wurde Max Verstappen am Nürburgring disqualifiziert (13:39 Min.)

Mick Schumacher: "Druck war immer Teil meines Werdegangs"

Dass Schumacher in seinem Rookie-Jahr mit dem Hinterbänkler-Team RLL keine einfache Saison bevorstehen würde, war allen Szenekennern im Vorfeld glasklar gewesen. Für den ehemaligen Formel-1- und WEC-Piloten eröffnet sich bei den IndyCars eine völlig unbekannte Motorsport-Umgebung, an die er sich erst einmal gewöhnen muss. Nur: Dass der Name 'Schumacher' schon immer eine gewisse Erwartungshaltung mit sich gebracht hat, ist ebenfalls kein Geheimnis.

Vor allem in Deutschland wird Micks Werdegang in den USA mit Argusaugen betrachtet, aber auch die Amerikaner haben durchaus ein gesteigertes Interesse am Neuankömmling aus Europa. Davon will sich Schumacher aber keinesfalls ablenken lassen. "Druck war immer Teil meines Werdegangs", sagte er in einem kürzlich veröffentlichten Video auf seinem eigenen YouTube-Kanal. "Je mehr Druck ich aber hatte, desto besser lief es bei mir."

Von außen will sich Schumacher, der ein kleines Team aus Familie und Freunden um sich herum zusammengestellt hat, gar nicht erst reinreden lassen. Mick: "Es gibt Leute da draußen, die versuchen, mir zusätzlichen Druck zu bereiten. Aber das wird niemals den Druck übersteigen, den ich mir selbst auferlege. Mein Ziel ist natürlich, gut zu sein und vorne zu fahren. Mir ist aber klar, dass das Zeit brauchen wird."

Schumachers Etappenziel: Weniger im Auto nachdenken müssen

Bei den IndyCars trifft Neuling Schumacher auf Fahrer, die seit vielen Jahren bestens mit der Serie vertraut sind, die Abläufe, das Auto und alle Strecken in- und auswendig kennen. Weltklasse-Teams wie Penske, Chip Ganassi Racing oder Andretti bilden die Benchmark mit mehrfachen Champions wie Alex Palou, Scott Dixon oder Will Power.

"Wichtig ist, dass ich mich mit jedem Mal wohler fühle im Auto und sich die Abläufe natürlicher sowie flüssiger anfühlen", erklärte Schumacher den Umgang mit dem über 700 PS starken Formel-Boliden. "Dass ich nicht mehr darüber nachdenken muss, was ich tue, sondern über all die Dinge nachdenken kann, die es braucht, um das Auto schneller zu machen und schneller zu fahren. Das ist das Ziel. Wir arbeiten weiter, um konstant vorne dabei zu sein."

Schumacher nach erstem Oval-Rennen: "Dafür war ich nicht bereit!"

Der Barber Motorsports Park als klassische und damit grundsätzlich vertraute Rundstrecke könnte Schumacher in seinem Lehrjahr besser liegen als die extrem welligen Stadtkurse in St. Petersburg und Arlington oder der Phoenix Raceway, auf dem er zuletzt sein erstes Oval-Rennen bestritt. Zwar sorgte Schumacher auf dem Short Oval mit dem vierten Startplatz für eine kleine Sensation, doch im Rennen wurden ihm deutlich die Grenzen aufgezeigt. Vom Start weg ging es für den RLL-Piloten kontinuierlich nach hinten.

Seine Leistung im Qualifying sei auch für ihn eine Überraschung gewesen, gerade auf einem Short Oval, wo sich die RLL-Mannschaft in der Vergangenheit stets schwertat. "Aber das Rennen war verrückt", blickt Schumacher zurück. "Ich wollte offen rangehen - aber dafür war ich nicht bereit! Es war sehr hektisch und die anderen Autos kamen vom Start weg links und rechts heran. Als ich einen Rhythmus gefunden hatte, wurde es besser. Jetzt würde ich vieles anders machen. Das ist gut zu wissen, wenn wir wieder im Oval fahren - das wird dann in Indianapolis (beim Indy 500; d. Red.) sein."

Du willst alle Breaking News und Hintergrund-Infos zur DTM, WEC, IndyCar, den 24-Stunden-Rennen und Co. bekommen? Dann abonniere jetzt unseren neuen und kostenlosen WhatsApp-Channel! Brandaktuelle News aus der Motorsport-Welt direkt auf dein Handy: