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Indy 500 2020: Takuma Sato siegt, Horrorcrash am Schluss

Takuma Sato siegt beim Indy 500 vor Scott Dixon, der über weite Strecken dominierte. Das Rennen endet nach Horror-Crash von Spencer Pigot unter Gelb.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Takuma Sato trägt sich zum zweiten Mal in die Siegerlisten des Indy 500 ein. Der Japaner schlägt einen Scott Dixon, der das Geschehen über weite Strecken im Griff hatte, am Schluss aber nicht mehr genügend Körner für einen Zweikampf. Die Entscheidung bringt ein Horror-Crash von Spencer Pigot wenige Runden vor Schluss.

Indy 500: Das 2020er-Rennen kompakt

Der Rennverlauf: Dixon übernahm gleich mal am Start die Führung, dahinter kämpfte sich Hunter-Reay auf den zweiten Platz nach vorne. Zusammen mit Sato und Hinchcliffe bestimmten sie die Startphase, doch die frühen Cautions wirbelten die Reihenfolge ein wenig durcheinander. Als die frühen Stopper zum zweiten Mal drin waren, fuhren Dixon und Rossi an der Spitze davon. Enorm wichtig war der zweite Stopp für Dixon.

Er behauptete die Führung und konnte frei fahren, während Rossi wegen eines Fehlers eine Runde länger als geplant fahren musste und dabei nicht nur Zeit verlor, sondern nach dem Stopp auch im Verkehr landete. Dixon konnte sich so ein Polster von zehn Sekunden erarbeiten, dahinter kassierte Sato Rossi in Runde 71 für den stoppbereinigten zweiten Platz. Dixons Vorsprung war aber bald wieder zunichte, denn ein Unfall von Kellett sorgte für die nächste Caution. Beim Restart gab es im hinteren Feld noch zwei Crashes von Askew und Daly.

Als das Rennen wieder freigegeben wurde, duellierten sich Dixon und Rossi rundenlang um die Spitze, mit dem besseren Ende für Rossi. Doch kurz darauf lief alles schief für Rossi: Palou sorgte mit einem Unfall für die nächste Caution. Bei der fälligen Stopp-Runde touchierten sich Rossi und Sato beim Losfahren, Rossi musste sich daraufhin hinter dem Pace Car ans Ende des Feldes zurückfallen lassen. Dixon übernahm beim Restart wieder die Führung, dahinter blockierte Teamkollege Rosenqvist - der war nicht drin - die Verfolger. Dixon hatte so nach Rosenqvists Stopp vier Sekunden Vorsprung auf Sato und Rahal.

Rossi übertrieb es nach der Strafe und crashte in Runde 144 - die nächste Caution. Der Restart läutete die Schlussphase ein. Sato schnappte Dixon kurz darauf die Führung weg, der wartete nun ab, bis sich das Fenster für den letzten Stopp öffnete. Die letzte Stopp-Runde brachte Dixon wieder hauchdünn an die Spitze, doch Sato ging kurz darauf erneut vorbei.

Die Überrundung von Hanley schien die Vorentscheidung pro Sato herbeizuführen, doch Dixon arbeitete sich wieder ran. Sato verteidigte sich zunächst erfolgreich und konnte Dixon wieder ein wenig davon ziehen. Auch der Überrundungsverkehr spielte keine entscheidende Rolle mehr: Sato kämpfte sich durch eine Gruppe, ohne an Boden zu verlieren. Nach einem Crash von Pigot endete das Rennen schließlich unter Gelb. Damit holte Sato seinen zweiten Indy-500-Sieg vor Dixon und Teamkollege Rahal.

Das sagt Sieger Sato: "Das ist einfach unglaublich. Wir wussten, dass es in Sachen Strategie eng werden würde. Scott kam mit Überschuss aus Turn 4 und ich konnte ihn hinter mir halten. Vielen Dank einfach. Ich bin echt stolz darauf, wieder in der Siegerliste zu stehen."

Cautions und Zwischenfälle:

  • Caution 1 (Runde 6 bis 12): Defekt und Ausfall von James Davison
  • Caution 2 (Runde 25 bis 32): Crash von Marcus Ericsson
  • Caution 3 (Runde 85 bis 93): Crash von Dalton Kellett
  • Caution 4 (Runde 93 bis 101): Crashes von Oliver Askew und Conor Daly
  • Caution 5 (Runde 121 bis 132): Crash von Alex Palou
  • Caution 6 (Runde 144 bis 155): Crash von Alexander Rossi
  • Caution 7 (Runde 196 bis 200): Crash von Spencer Pigot

Top-5 in Rennen und Gesamtwertung:

Pl. Fahrer Pl. Fahrer (Punkte)
1. Takuma Sato 1. Scott Dixon (335)
2. Scott Dixon 2. Josef Newgarden (251)
3. Graham Rahal 3. Patricio O'Ward (218)
4. Santino Ferrucci 4. Graham Rahal (214)
5. Josef Newgarden 5. Simon Pagenaud (212)

Die Szenen des Indy 500 2020

Newsflash seit dem letzten IndyCar-Rennen

Hickhack um Kalender: Der Rennkalender der IndyCar-Serie bleibt weiterhin eine "Work in progress". Der Double Header in Mid-Ohio musste kurzfristig auf ein noch nicht bekanntes Wochenende im September oder Oktober verschoben werden. Zudem hat die Serie die drei Westküsten-Rennen in Portland und Laguna Seca mittlerweile abgesagt. Laguna Seca hofft auf eine Vertragsverlängerung mit der Serie, mit Portland hat man sich inzwischen auf einen neuen Kontrakt bis 2023 geeinigt.

Hickhack um Zuschauer: Das Indy 500 findet in diesem Jahr erstmals in seiner über 100-jährigen Geschichte ohne Zuschauer statt. Ursprünglich wollte man die Zuschauerkapazität um 50% reduzieren, im zweiten Schritt wollte man noch ein Viertel aller Tribünenplätze öffnen. Doch die dynamische Situation rund um Corona zwang die Serienbosse in die Knie. Roger Penske musste die Entscheidung an seinem Hochzeitstag verkünden und wandte sich wenige Tage vor dem Rennen in einem emotionalen Brief an alle Fans der IndyCar-Serie.

NASCAR-Star bei den IndyCars?: Jimmie Johnson ist nach seinem IndyCar-Test auf den Geschmack gekommen und könnte mittelfristig in die Formelserie wechseln. Als ersten Schritt visiert der NASCAR-Star eine Anstellung als Fahrer für die Rundstrecken- und Stadtkurs-Rennen, mit der längerfristigen Aussicht auf einen Start beim Indy 500. Dabei spielt auch die Entwicklung des Aeroscreens eine Rolle, dessen Einführung erst einen Sinneswandel bei Johnson herbeigeführt hat.

Fortschritte bei der Sicherheit: Stichwort Jimmie Johnson und Aeroscreen – der Test des NASCAR-Stars hat auch der IndyCar-Serie geholfen. Nach dem Test baute man beim Indy 500 neue Aeroscreen-Updates an die Fahrzeuge, weitere überarbeitete Teile sollen bei den kommenden Rundstreckenrennen an die Autos kommen.

Star-Comeback möglich: Er schien schon weg zu sein, doch nun könnte er in die IndyCar-Serie zurückkehren: Helio Castroneves! Nachdem das IMSA-Programm mit Penske und Acura in diesem Jahr endet, sucht der routinierte Brasilianer ein neues Betätigungsfeld. Trotz der langjährigen Verbindung mit Penske ist es wahrscheinlich, dass Castroneves das Lager wechselt, sollte er tatsächlich als Vollzeit-Fahrer zurückkommen.

Iowa-Quali auch in Gateway?: Die IndyCar-Serie hatte für den Double-Header in Iowa ein neues Qualifying-Format eingeführt: Runde 1 der beiden Einzelrunden bestimmte die Startaufstellung für das erste Rennen, Runde 2 den Grid für Lauf 2. Das System scheint sich bewährt zu haben – man plant offenbar eine Fortführung des Formats am kommenden Wochenende auf dem Shorttrack in Gateway.


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