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24h Daytona 2021: Action Express Cadillac gewinnt Quali-Rennen

Felipe Nasr/Pipo Derani feiern den Sieg beim ersten Qualifikationsrennen in der Geschichte der 24 Stunden von Daytona. Deutsches Duo erringt Klassensieg.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Felipe Nasr und Pipo Derani haben das Qualifikationsrennen für die 24 Stunden von Daytona (30./31. Januar) gewonnen und dem Action Express Cadillac die Pole Position beschert. Beim ersten Quali-Rennen in der Geschichte von Daytona eine Woche vor dem Hauptrennen setzte sich das Duo um den früheren Formel-1-Fahrer Nasr vor dem Mazda Motorsports-Duo bestehend aus Ex-DTM-Pilot Oliver Jarvis und Harry Tincknell durch.

Nasr und Derni - per Reglement gingen nur zwei Fahrer aus jedem Team an den Start - überquerten die Ziellinie in einem zu Beginn nassen Rennen mit 3,664 Sekunden Vorsprung auf das Mazda-Duo, das ebenfalls aus der ersten Reihe startet. Im 100-minütigen Rennen am Sonntag in Daytona errangen der frühere DTM-Pilot Loic Duval und Tristan Vautier den dritten Startplatz im Cadillac DPi-V.R von JDC-Miller MotorSports.

Der Weg von Nasr und Derani zur Pole bei der 59. Auflage der 24 Stunden von Daytona verlief nicht ohne Schwierigkeiten. Wegen eines technischen Vergehens in Folge eines zu leichten Autos musste das Duo vom siebten und damit letzten Platz der DPi-Topklasse ins Qualifikationsrennen starten.

Im Verlauf des Rennens trocknete die Rennstrecke zunehmend ab. Bei Deranis Zieleinlauf lagen die Top-6 innerhalb von 20 Sekunden. Das Schwesterauto von Action Express, für das auch Mike Rockenfeller antritt, fuhr mit NASCAR-Superstar Jimmie Johnson und Kamui Kobayashi auf den sechsten Platz.

Vorne: Der Chip Ganassi Cadillac mit Magnussen/Van der Zande/Dixon/Ericsson - Foto: LAT Images

Nasr beklagt Sandbagging

Trotz des Sieges, der Meisterschaftspunkte für die IMSA-Saison 2021, deren Auftakt Daytona bildet, bringt, war Nasr nicht vollständig zufrieden. Der Brasilianer warf der Konkurrenz das sogenannte Sandbagging vor, also absichtliches Verlangsamen, um eine bessere Einstufung bei der Balance of Performance zu ergattern.

"Ich nenne keine Namen, weiß aber, dass andere Wettbewerber die Karten nicht auf den Tisch gelegt haben", meinte Nasr. "Wir arbeiten hier mit Vollgas und zeigen, was wir haben. Das gilt aber nicht für alle, sie hätten viel schneller fahren können."

GTLM-Klasse: Doppelsieg für Corvette

In der GT-Topklasse verbuchte Corvette Racing mit der Corvette C8.R einen Doppelsieg zum Auftakt der langen Rennwoche in Florida. Die Neuzugänge Nick Tandy (ehemals Porsche) und Alexander Sims (ehemals BMW) führten den US-Sportler mit der Startnummer #4 zur Pole Position für das Hauptrennen am kommenden Wochenende. Die Schwester-Corvette mit dem Duo Jordan Taylor/Nicky Catsburg belegte Platz zwei in der Klasse.

Hinter den beiden Corvette belegte WeatherTech Racing Proton Competition, das in diesem Jahr einen Porsche 911 RSR-19 einsetzt, den dritten Platz. Kevin Estre, der sich den 911er mit Cooper MacNeil teilte, führte das Feld bis 15 Minuten vor dem Ende an. Ein fälliger Tankstopp warf die amerikanische Kundenmannschaft auf Platz drei zurück. Mit diesem Platz sind wir sehr zufrieden", sagte Steffen Höllwarth, Porsche-Einsatzleiter GTLM. "Wir waren im Qualifyingrennen nicht die Schnellsten, haben uns aber mit kluger Taktik nach vorn gearbeitet."

Für BMW gab es im Qualirennen nichts Zählbares zu holen. Timo Glock und Teamkollege Philipp Eng kamen im #25 BMW M8 GTE nicht über den fünften und damit vorletzten Platz in der Klasse hinaus. Das BMW-Duo hatte eine Runde Rückstand auf die siegreiche Corvette. Der Schwester-BMW um den zweifachen DTM-Champion Marco Wittmann und Augusto Farfus belegte mit zwei Runden Rückstand den letzten Rang in der GTLM-Kategorie.

Beide BMW M8 GTE auf den letzten Plätzen in der GTLM-Klasse - Foto: LAT Images

LMP2-Klasse: Habsburg/Kubica auf Platz zwei

Grund zum Jubeln hatte BMW unterdessen in der GTD-Klasse mit dem Sieg von Bill Auberlen und Robby Foley im #96 Turner Motorsport BMW M6 GT3. BMW-Veteran Auberlen konnte dabei Laurens Vanthoor im Pfaff Motorsports Porsche 911 GT3 R mit vier Sekunden Abstand erfolgreich hinter sich lassen. Mirko Bortolotti bescherte dem Lamborghini von GRT Grasser Racing aus Österreich den dritten Startplatz.

In der LMP2-Kategorie setzten sich Mikkel Jensen und Ben Keating aus dem Team PR1/Mathiasen Motorsports durch. Den zweiten Platz belegte das prominent besetzte High Class Racing um die ehemaligen DTM-Piloten Robert Kubica und Ferdinand Habsburg, die sich den Oreca 07-Gibson mit dem dänischen Duo Dennis Andersen sowie Anders Fjordbach teilen. Im Quali-Rennen wechselten sich der Österreicher Habsburg und Andersen ab und erzielten den achten Gesamtstartplatz.

Deutsches Duo siegt in LMP3-Klasse

Die neu eingeführte LMP3-Kategorie entschieden die beiden deutschen Fahrer Moritz Kranz (Wittlich) und Laurents Hörr (Gerlingen) aus dem Team Mühlner Motorsports für sich.

Für die Daytona-Debütanten Kranz und Hoerr läuft es bislang nach Maß: Der Pole und dem Sieg beim Quali-Rennen vorausgegangen war ein Triumph beim Scouts of America 145 IMSA Prototype Challenge Rennen am selben Wochenende. "Eine tolle Erfahrung für uns", sagte Kranz. "Bislang kannten wir das Rennen nur aus dem Fernsehen. Alles lief wie erhofft, jetzt müssen wir uns auf das nächste Wochenende vorbereiten. Das wird mit Sicherheit eine ganz andere Herausforderung."

Das 59. 24-Stunden-Rennen von Daytona beginnt am 30. Januar 2021 um 15:40 Uhr Ortszeit (21:40 Uhr MEZ). Außerhalb der USA und Kanadas wird der Saisonauftakt der IMSA WeatherTech SportsCar Championship kostenfrei per Livestream auf der offiziellen IMSA-Webseite übertragen.

24h Daytona 2021: Startaufstellung (Top-10)

Position Fahrer Team Rückstand in Sek.
1 F. Nasr / P. Derani Action Express Racing 1:41:06.688
2 O. Jarvis / H. Tincknell Mazda Motorsports +3.664
3 T. Vautier / L. Duval JDC-Miller MotorSports +4.627
4 D. Cameron / O. Pla Meyer Shank Racing +6.995
5 R. Taylor / F. Albuquerque Wayne Taylor Racing +8.997
6 J. Johnson / K. Kobayashi Action Express Racing +19.985
7 R. van der Zande / K. Magnussen Chip Ganassi Racing +1:14.834
8 B. Keating / M. Jensen PR1 Mathiasen Motorsports +1:33.798
9 D. Andersen / F. Habsburg High Class Racing + 1 Runde
10 J. Farano / G. Aubry Tower Motorsport + 1 Runde

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