An diesem Wochenende geht Valentino Rossi zum zweiten Mal bei den 24h von Le Mans an den Start. Doch ein weiteres Abenteuer steht bereits in zwei Wochen an - und dieses ist komplettes Neuland für die MotoGP-Legende. Dann startet der Italiener erstmals bei den 24 Stunden von Spa - und das gleich mit einer absoluten BMW-Topformation.
Rossi teilt sich den BMW M4 GT3 in den Ardennen mit Kevin Magnussen und Rene Rast. Also mit einem ehemaligen Formel-1-Fahrer und einem dreifachen DTM-Champion, der sich noch dazu bereits zweimal in Spa in die Siegerliste eingetragen hatte.
Valentino Rossi bastelt Super-Team beim Abendessen
Es war allerdings viel Überzeugungsarbeit nötig, um diese Paarung auf die Beine zu stellen, wie Teammanager Vincent Vosse gegenüber Motorsport-Magazin.com erklärte: "Als er [Rossi] entschied, in diesem Jahr in der WEC zu fahren, war es noch nicht geplant und vor allem war es noch viel schwieriger, Fahrer zu finden, die [bei den 24h in Spa] mit ihm fahren wollten."
In Katar gelang es Vosse und Rossi, die beiden anderen Fahrer für das Projekt zu begeistern. "An einem netten Abend haben Vale und ich Rast und Magnussen überredet. Das war lustig", so Vosse. Vor allem bei Rast, der seit 2019 nicht mehr in Spa an den Start gegangen ist, war viel Überzeugungsarbeit nötig gewesen. "Wir mussten Rene viel Druck machen, vor allem beim ersten Rennen in Katar. Denn er wollte nicht fahren und sagte: 'Nein, ich habe genug davon' ", erklärte Rossi im Rahmen der 24 Stunden von Le Mans.
"Aber wir haben nicht nachgegeben, vor allem Vincent, und am Ende hat er zugestimmt", freute sich Rossi darüber, dass man den erfahrenen GT-Piloten für das Projekt begeistern konnte. Rast bringt von dem Trio am meisten Vorwissen und Erfolge in dieser Kategorie mit. Neben seinen zwei Spa-Siegen triumphierte er auch beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring und zweimal in der GTD-Klasse in Daytona. "Er ist einer der besten GT-Fahrer", ist Rossi überzeugt.
Valentino Rossi fährt mit F1-Fahrer: Hätte ich nie für möglich gehalten
"Ich bin sehr gespannt darauf, mit Rene zusammenzuarbeiten, denn er hat mir letztes Jahr beim Rookie-Test im Hypercar viel geholfen", betonte Rossi. Für ihn geht mit dem Start in Spa nicht nur ein Traum in Erfüllung, sondern dadurch, dass Magnussen sein Teamkollege ist, auch noch ein weiterer. "Hätte man mir vor fünf Jahren gesagt, dass ich eines Tages mit einem Formel-1-Fahrer im gleichen Auto fahren würde, dann hätte ich gesagt, dass das nicht möglich ist", freute sich Rossi.

Bei Kevin Magnussen war seiner eigenen Aussage zufolge weniger Überzeugungsarbeit notwendig, um ihn für das Spa-Abenteuer zu begeistern. "Wir waren in Katar und hatten mit dem ganzen Team Abendessen. Vale sagte, dass wir Spa gemeinsam machen sollten und ich sagte: 'Ja, das wäre cool'", so Magnussen.
Erste Testfahrten brachte das Duo bestehend aus dem langjährigen Haas-Piloten und dem siebenfachen MotoGP-Weltmeister bereits hinter sich. Magnussen stand genauso wie Rossi bei den 24h-Rennen in Spa noch nie am Start. Rast war aufgrund einer Terminkollision bei dem Test nicht mit von der Partie. Der aktuelle DTM-Fahrer ist aber sowieso mit dem BMW M4 GT3 so gut vertraut wie kaum ein anderer Fahrer.
Wie gut Rene Rast seinen aktuellen Dienstwagen bewegen kann, zeigte er beim DTM-Wochenende am Lausitzring. Dort hatte er sich kurz vor dem Rennen seinen Kopf bei einem Sprung durch den Zaun an der Boxenmauer angeschlagen und fuhr anschließend mit starken Kopfschmerzen. Doch er fuhr nicht nur, sondern holte sich sogar den Sieg. Nach dem Rennen musste er ins Krankenhaus eingeliefert werden, kurzzeitig kamen sogar Zweifel an einem Start bei den 24 Stunden von Le Mans auf. Doch es gab schnell Entwarnung. Mehr zu dieser Story könnt ihr hier nachlesen:



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