GP3

Erste GP3-Pole für David Beckmann auf dem Red Bull Ring

Starke Aufholjagd in Rennen 1 für den Jenzer Motorsport-Piloten von Platz 14 auf acht. Konkurrenzfähige Pace bleibt im zweiten Lauf unbelohnt.

Motorsport-Magazin.com - Dritter Saisonhalt der GP3 Series auf dem Red Bull Ring: Dieses Wochenende ging es für David Beckmann und sein Team Jenzer Motorsport auf den geschichtsträchtigen Kurs in die Steiermark in Österreich. Vor idyllischer Alpenkulisse ging es für Beckmann darum, den positiven Trend der ersten zwei Rennwochenenden fortzusetzen. Mit einer tollen Aufholjagd von Startplatz 14 auf Rang acht bestätigte der 18-Jährige seine Topform und präsentierte sich einmal mehr zweikampfstark. Im zweiten Lauf schied der Deutsche im Startgetümmel unverschuldet aus. Nach insgesamt sechs Rennen ist Beckmann derzeit Zwölfter im stark besetzten und hart umkämpften Fahrerfeld einer der besten Nachwuchsrennserien im Formelsport weltweit.

Das erste Rennen begann der 18-Jährige von Platz 14. Beckmann beeindruckte mit einem fantastischen Start und machte in der ersten Runde insgesamt vier Positionen gut. Mit einem weiteren Meisterschaftspunkt wollte sich Beckmann allerdings nicht zufrieden geben. Mit Platz acht hätte er nicht nur drei Zähler mehr auf dem Meisterschaftskonto, sondern würde dank der "Reverse Grid"-Regelung das zweite Rennen von der Pole Position starten. Zwei Runden vor Schluss gelang Beckmann nach spannendem Zweikampf schließlich der Sprung auf den achten Rang. Diesen gab der Jenzer Motorsport-Pilot nicht mehr her.

Das zweite Rennen stand unter einem guten Stern. Nach Beckmanns erster Pole Position in der GP3 Series winkte der erste Saisonsieg - oder zumindest das erste Podium für den Serienneuling. Erneut kam der Deutsche gut weg vom Start, doch der Zweit- und Drittplatzierte hatten etwas mehr Traktion. Im ersten 90-Grad-Knick nahmen die beiden Konkurrenten Beckmann in die Zange. Der 18-Jährige konnte eine folgenschwere Berührung nicht vermeiden. Beim Kontakt wurde das Auto folgenschwer beschädigt und Beckmann musste es wenige Kurven später abstellen.

Als permanente Rahmenserie der Formel 1 Weltmeisterschaft geht es für Beckmann und sein Team kommendes Wochenende ins "Home of British Motor Racing" nach Silverstone (6. bis 8. Juli).

Fünf Fragen an David Beckmann

David, im ersten Rennen ist dir eine famose Aufholjagd gelungen. Wie lief es aus deiner Sicht?
Mir ist vom Start bis zum Ziel so gut wie alles gelungen. Mein Team hat mir ein unglaublich schnelles Auto hingestellt und ich habe die top Voraussetzungen mit einer tadellosen Performance umgesetzt. Gegen Ende wurde das Handling des Autos etwas schwierig, aber mit meiner Erfahrung im Formelsport wusste ich, wie ich damit umzugehen habe. Selbst dann habe ich mich im Cockpit noch sehr wohl gefühlt und souverän den achten Platz verteidigt.

Eine starke Pace hast du bereits im Training an den Tag gelegt...
Ja, wir kamen im freien Training sehr gut zurecht und waren vom Fleck wag ganz vorne mit dabei. Ich bin zwar Zehnter geworden, was unseren Speed allerdings überhaupt nicht widerspiegelt. Unter trockenen Bedingungen lag ich nämlich unter den Top-3. Die Konkurrenz hat sich im Laufe des Trainings wesentlich früher frische Reifen aufziehen lassen. Nachdem ich schließlich die Box mit einem frischen Satz verließ, fing es plötzlich an zu regnen - damit war die Zeitenjagd schnell vorbei. Das ist natürlich schade, aber im Training geht es um nichts. Wir waren dennoch guter Dinge, dass wir dieses Wochenende gute Punkte hätten holen können.

Im Qualifying lief es nicht ganz nach Plan. Du bist nicht über Startplatz 14 hinausgekommen. Woran lag es?
Wir hatten im Qualifying das Problem, dass wir den Peak der Reifen nicht richtig erwischt haben. Dadurch waren wir nicht in der Lage, den Grip der Reifen ideal zu nutzen. Da auch meine beiden Teamkollegen mit demselben Problem zu kämpfen hatten, müssen wir bis Silverstone genau analysieren, woran es lag, damit sich so etwas nicht wiederholt. Ich war unter dem Strich etwas über einer halben Sekunde hinter der Bestzeit. Mit idealem Grip wären sicherlich mindestens drei Zehntelsekunden herauszuholen gewesen. Damit hätte ich das erste Rennen aus der Topgruppe starten können.

Die Krönung des Wochenendes hätte eigentlich im zweiten Lauf folgen sollen. Pole Position, Start-/Ziel-Sieg - doch dazu ist es leider nicht gekommen...
Ja, leider. Mit Platz acht im ersten Rennen habe ich mir durch die "Reverse Grid"-Regelung die Pole Position für das zweite Rennen gesichert. Meine Reaktionszeit war gut, allerdings bin ich nicht ganz so gut weggekommen, was erneut mit der nicht ganz idealen Temperatur der Reifen zusammenhing. Daher hatte der Zweitplatzierte vor der ersten Kurve rechts von mir leicht die Nase vorn, der Drittplatzierte lag links neben mir. In der Anbremszone zog der nun Führende plötzlich nach links und drückte mich in das Auto links neben mir. Es kam zum Kontakt, wobei alle drei Autos beschädigt worden sind. Das Rennen war für uns gelaufen. Es ist schade, denn dadurch haben wir alle drei wichtige Punkte liegen lassen.

Mehr Glück hast du dann hoffentlich in Silverstone bei deinem nächsten Einsatz kommendes Wochenende. Was erhoffst du dir dort?
Ich mag die Strecke sehr gern. Sie ist technisch sehr anspruchsvoll, was mir sehr liegt. Zugleich hat sie einen angenehmen Flow mit einer Mischung aus langen Geraden, Highspeed- und mittelschnellen und langsamen Kurven. Vergangenes Jahr gelang meinem Team dort ein toller Podestplatz. Daran wollen wir natürlich auch dieses Jahr anknüpfen. Ich bin mir sicher, dass mein erstes GP3-Podium nur eine Frage der Zeit ist.


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