Wenn die Formel E am kommenden Wochenende in London ihr Saisonfinale (14.-16. August 2026) bestreitet und das Ende der Gen3-Ära beschließt, werden zwei Urgesteine der Elektro-Rennserie ihren Abschied feiern: Neben Lucas di Grassi steigt auch Sebastien Buemi zum letzten Mal ins Formel-E-Auto.
Während das Ausscheiden des Brasilianers seit längerer Zeit bekannt ist, steht Buemis Aus erst seit dem heutigen Donnerstag offiziell fest. Sein Team Envision verabschiedete neben dem Schweizer auch dessen Teamkollegen Joel Eriksson.

Gerücht: Maximilian Günther soll Sebastian Buemi beerben
Als einer der Nachfolger soll laut einem Bericht von The Race der Deutsche Maximilian Günther, derzeit noch in Diensten von DS Penske, parat stehen. Der Hersteller DS Automobiles verabschiedet sich ebenfalls nach dem Saisonende aus der Formel E, während sich rund um die private Mannschaft von Jay Penske zahlreiche Gerüchte über die Zukunft ranken.
Der vierfache Le-Mans-Sieger Buemi hängt allerdings nicht seinen Rennoverall an den Nagel, sondern wird sich in Zukunft weiter auf sein Hauptprogramm in der IMSA mit Toyota konzentrieren. Auch der Formel E bleibt der 37-Jährige erhalten, mit dem baldigen Beginn der Gen4-Ära aber in anderer Form: Buemi bleibt bei Envision und unterstützt das Team als offizieller Berater.
"Das war eine schwierige Entscheidung angesichts der Verdienste, die Seb und Joel zum Team beigetragen haben", sagte Envision-Teamchef Sylvain Filippi. "Mit Blick auf Gen4 und einen zunehmend anspruchsvollen Rennkalender, stehen wir vor einer wichtigen Entwicklungsphase mit dem Team. Sebs Erfahrung bleibt wertvoll für uns und wir sind froh, dass er uns als Berater und Entwicklungsfahrer erhalten bleiben wird."

Sebastien Buemi: Urgestein verlässt Formel E nach zwölf Jahren
Buemi ging seit dem Beginn der Formel E 2014 durchgängig an den Start und verpasste nur zwei der 161 Rennen, weil er in der Saison 2016 stattdessen für Toyota bei der WEC auf dem Nürburgring fuhr. Das könnte ihn rückblickend seinen zweiten Formel-E-Titel nach 2015/16 gekostet haben, der in einem dramatischen Finale stattdessen an Dauerrivale Lucas di Grassi und Abt Sportsline ging. Buemi musste sich mit der Vize-Meisterschaft begnügen.
Buemi prägte die Anfangsjahre der Formel E wie kein anderer Fahrer und marschierte mit Renault e.dams von einem Erfolg zum nächsten. Zwölf seiner 14 Siege errang er allein bis 2017 mit dem französischen Rennstall. Danach gelangen ihm nur noch zwei weitere Rennsiege in New York 2019 (mit Nissan e.dams) sowie zuletzt beim Monaco ePrix 2025 (mit Envision).
Acht seiner zwölf Saisons verbrachte Buemi beim DAMS-Team. Mit 36 Podestplätzen hat er die viermeisten aller Fahrer in der Geschichte der Formel E. 17 Pole Positions sind zudem geteilte Spitze mit Jean-Eric Vergne.
Buemi belegt vor dem Doubleheader-Saisonfinale in London den zehnten Platz in der Gesamtwertung. Sein Noch-Teamkollege Eriksson, der Envision nach nur einer Saison schon wieder verlassen muss, ist 14.
Sebastien Buemis Karriere in der Formel E
| Saison | Team | Gesamt-Wertung |
|---|---|---|
| 2014/15 | Renault e.dams | Vize-Meister |
| 2015/16 | Renault e.dams | Meister |
| 2016/17 | Renault e.dams | Vize-Meister |
| 2017/18 | Renault e.dams | P4 |
| 2018/19 | Nissan e.dams | Vize-Meister |
| 2019/20 | Nissan e.dams | P4 |
| 2020/21 | Nissan e.dams | P21 |
| 2021/22 | Nissan e.dams | P15 |
| 2022/23 | Envision | P6 |
| 2023/24 | Envision | P11 |
| 2024/25 | Envision | P12 |
| 2025/26 | Envision | P10 aktuell |
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