Pole-Setter, aber kein erster Startplatz: Dan Ticktum hat sich beim letzten Rennen der Formel-E-Saison 2025 in London (heute ab 18:04 Uhr) drei WM-Punkte für die Pole Position gesichert, wird aber nicht vom ersten Platz starten. Denn aufgrund einer Kollision aus dem Samstagsrennen wird der Brite um fünf Plätze in der Startaufstellung nach hinten versetzt. Für Ticktum ist es kurioserweise auch die erste Pole überhaupt, für sein Team Cupra Kiro die erste seit dem Mexico-City ePrix 2017, damals noch unter dem Namen NIO.
Auf den ersten Startplatz rückt Jaguar-Werksfahrer Nick Cassidy auf, der sich Ticktum im Finale der Duell-Phase um 0,216 Sekunden geschlagen geben musste. Der Fokus beim letzten Saisonrennen liegt derweil zweifelsohne auf dem Kampf um den Team- und Herstellertitel zwischen Porsche und Nissan.
Pascal Wehrlein in Top-5, Porsche-Teamkollege auf letztem Startplatz
In der Team-WM hat Porsche vor dem letzten Rennen bei noch 44 maximal möglichen Punkten 37 Zähler Vorsprung auf das Nissan-Werksteam. In der Hersteller-Wertung, zu der auch die Kundenteams der Hersteller (Andretti und Cupra Kiro bei Porsche, McLaren bei Nissan) beitragen können, beträgt das Polster 23 Punkte.
Bestplatzierter Pilot der beiden Werksteams wurde im Qualifying Porsche-Pilot Pascal Wehrlein auf Rang vier. Wehrlein musste sich im Viertelfinale Maximilian Günther geschlagen geben, der P2 erreichte. „Ich hatte auf meiner letzten Runde in der Gruppenphase einen Reifenschaden und musste auf komplett kalte Reifen wechseln“, so Wehrlein im Anschluss an die Zeitenjagd. „Wir haben heute mit Sicherheit eine Chance auf die Pole Position verloren."

Für Wehrlein-Teamkollege Antonio Felix da Costa lief das Qualifying erneut nicht wie erhofft. Rund fünf Minuten vor dem Ende seiner Qualifying-Gruppe kam der Formel-E-Champion von 2020 in Kurve 2 zum Stillstand. Zuvor war er in die Auslaufzone von Kurve 1 abgekommen. Auslöser war ein Problem mit der Antriebswelle am Frontmotor, wobei es sich um ein Einheitsbauteil handelt. Porsche wies den Portugiesen per Funk an, seinen Boliden abzustellen, um der Gefahr eines Getriebeschadens vorzubeugen. Das löste eine kurze Rot-Phase aus. Felix da Costa wird in der Startaufstellung nur den letzten Platz einnehmen.
Teamorder bei Jaguar, beide Nissan-Werksfahrer in Top-10
Rang drei ging an Cassidy-Teamkollege Mitch Evans, der im Halbfinale auf seinen Stallgefährten traf, wobei es zu einer kuriosen Szene kam. Während nach einem Fehler Cassidys zunächst klar führte, verlangsamte der Neuseeländer schließlich stark und war mehr als eine halbe Sekunde langsamer als Cassidy. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich dabei um eine Teamorder handelte, da Cassidy mit 14 Punkten Rückstand auf Wehrlein in der Fahrerwertung noch um die Vizeweltmeisterschaft kämpft. Dieser Verdacht wurde kurz darauf auch per Funk bestätigt, Evans verlangsamte freiwillig. „Wir wollen das nicht tun, aber wir haben das richtige für das Team getan“, funkte Evans‘ Renningenieur.
Wehrlein und Mahindra-Werksfahrer Nyck de Vries schlossen die Top-5 ab. Ticktum, Stoffel Vandoorne (Maserati-DS) und Edoardo Mortara im zweiten Mahindra werden die Startpositionen sechs bis acht einnehmen. Mortaras Hoffnungen auf eine bessere Startposition hatten sich dabei bereits in der ersten Kurve erledigt, in welcher der Italo-Schweizer nach einem Verbremser in die Auflaufzone abkam. Am Funk beklagte Mortara ein Bremsproblem. Die Top-10 komplettierte das Nissan-Werksduo aus Norman Nato und dem bereits feststehenden Weltmeister Oliver Rowland, dass sich somit für die finale Titelschlacht zumindest in Schlagdistanz befindet.
Für Lola Yamaha Abt rund um das deutsche Team Abt Sportsline lagen die Duelle an einem bislang erneut schwierigen Wochenende in weiter Ferne. Zane Maloney erreichte nur den zehnten Platz seiner Qualifying-Gruppen und startet von Position 18, da Sebastien Buemi (Envision-Jaguar) durch eine Gridstrafe von der 15. Position auf P19 strafversetzt wurde. Auch Lucas Di Grassi im zweiten Abt wurde strafversetzt, da er im 3. Freien Training eine Kollision mit Günther verursacht hatte. Der Brasilianer nimmt P21 ein und startet direkt hinter dem Deutschen David Beckmann im zweiten Kiro-Porsche.
Die Startaufstellung für den London ePrix II 2025
| Pos. | Fahrer | Team |
|---|---|---|
| 1 | Nick Cassidy | Jaguar |
| 2 | Maximilian Günther | DS Penske |
| 3 | Mitch Evans | Jaguar |
| 4 | Pascal Wehrlein | Porsche |
| 5 | Nyck de Vries | Mahindra |
| 6 | Dan Ticktum | Kiro-Porsche |
| 7 | Stoffel Vandoorne | Maserati-DS |
| 8 | Edoardo Mortara | Mahindra |
| 9 | Norman Nato | Nissan |
| 10 | Oliver Rowland | Nissan |
| 11 | Taylor Barnard | McLaren-Nissan |
| 12 | Robin Frijns | Envision-Jaguar |
| 13 | Jean-Eric Vergne | DS Penske |
| 14 | Nico Müller | Andretti-Porsche |
| 15 | Jake Dennis | Andretti-Porsche |
| 16 | Jake Hughes | Maserati-DS |
| 17 | Sam Bird | McLaren-Nissan |
| 18 | Zane Maloney | Lola Yamaha Abt |
| 19 | Sebastien Buemi | Envision-Jaguar |
| 20 | David Beckmann | Kiro-Porsche |
| 21 | Lucas Di Grassi | Lola Yamaha Abt |
| 22 | Antonio Felix da Costa | Porsche |


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