Nach einem starken Qualifying in Diriyah, bei dem André Lotterer bis ins Halbfinale vordringen und sich schließlich den vierten Rang ergattern konnte, lief das erste Saudi-Arabien-Rennen an diesem Wochenende in die komplett andere Richtung. Lotterer wird zurückgereicht und fällt aus den Punkten. Eine Antwort auf diesen Rückschlag hat er allerdings nicht.

André Lotterer: Das ist mir noch nie passiert

André Lotterer erwischte in Saudi-Arabien am Freitag eine gute erste Rennhälfte. Bereits am Start streckte der 40-Jährige seine Fühler nach dem vor ihn fahrenden Andretti von Jake Dennis und damit den dritten Rang aus. Lotterer musste zunächst zurückstecken.

Als Dennis letztlich seinen zweiten Attack Mode aktivierte, kann sich der Porsche-Fahrer an diesem aber vorbeidrücken und war fortan auf Podiumskurs. "Es sah eine Weile gut aus. Wo ich den Undercut gemacht habe, lief alles nach Plan, aber dann ging es rückwärts", blickt Lotterer am Sat.1-Mikrofon zurück.

Das Tempo der Mercedes-Fahrer Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries konnte Lotterer in der Folge nicht mitgehen. Der Porsche-Pilot wurde stattdessen wieder von Jake Dennis attackiert, den er mit harten Verteidigungsmanövern zunächst abwehren konnte. 15 Minuten vor Schluss kam der Andretti aber dann doch mit der Brechstange vorbei, wobei es zwischen beiden Boliden auch zu einer Berührung kam. In den folgenden Runden drückten sich auch Sam Bird und Lucas di Grassi am Porsche Lotterers vorbei.

"Ich weiß selbst nicht, was passiert ist, Es sah alles gut aus. Das Auto lag gut und ich war gut im Rennen.", so Lotterer. Der Deutsche wurde schließlich noch weiter zurückgereicht, sodass er auch aus den Punkterängen fiel. "Wir müssen das jetzt analysieren. Das ist für mich was ganz neues und in den drei Jahren ist mir sowas noch nie passiert."

Auch gegen Lucas di Grassi zog André Lotterer letztlich den Kürzeren -
Auch gegen Lucas di Grassi zog André Lotterer letztlich den Kürzeren -Foto: LAT Images

André Lotterer nach misslungenem Rennen sprachlos

Nach dem Fallen der Zielflagge hatte André Lotterer den Ursprung des plötzlichen Abfalls bereits festgemacht. Mit dem Fahrverhalten des Autos zeigte er sich nämlich durchwegs zufrieden, wie er erklärt: "Es lag auf jeden Fall am Energie-Management. Ich war mit dem Handling zufrieden. Ich habe versucht, im Rennen zu bleiben, aber irgendwie bin ich rückwärtsgefahren." Tatsächlich war zu erkennen, dass Lotterer prozentual fast durchgehend weniger Energie zur Verfügung hatte als seine Konkurrenten.

Lotterer zeigt sich darüber allerdings verwundert und kann in Sachen Ursachenforschung unmittelbar nach dem Rennen auch nicht ins Detail gehen: "Ich bin etwas sprachlos, weil normal ist die Racecraft und mit der Energie zu spielen meine Stärke. Außerdem ist das ist keine Strecke, die wie Valencia und andere Kurse sensibel für sowas ist."

An einen Schaden in Folge der Berührung in Kurve 18 mit Jake Dennis glaubt er allerdings nicht. "Nein, das Auto hatte keinen Schaden. Da lief alles gut und war kein Problem", ergänzt Lotterer. Der deutsche kündigt an: "Wir müssen uns das ansehen und bleiben diese Nacht aber auf jeden Fall lange wach."

Bereits am Samstag geht es in Diriyah weiter. Um 11:30 Uhr (MEZ) steht das das dritte Freie Training an, dem wenig später um 14:00 das zweite Qualifying des Wochenendes folgt. Der Rennstart für den zweiten WM-Lauf in Saudi-Arabien erfolgt um 18:03 Uhr.