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Formel E, Andre Lotterer erleichtert: Endlich Punkte!

Beim Valencia ePrix fährt Andre Lotterer seine ersten WM-Punkte des Jahres ein. Nach einem schwierigen Saisonstart hofft er, dass der Knoten geplatzt ist.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Andre Lotterer brauchte in der Formel-E-Saison 2020 sechs Rennen, um die ersten WM-Punkte des Jahres einzufahren. Vor dem Sonntagsrennen in Valencia war der Porsche-Fahrer der einzige der 24 Piloten, der noch nichts Zählbares auf seinem Konto verbucht hatte. Mit Rang zwei, es war der sechste zweite Platz seiner Formel-E-Karriere, erlöste sich der gebürtige Duisburger.

"Das Rennen ist perfekt gelaufen", sagte der 39-Jährige am Sat.1-Mikrofon. "Ich war nah dran am Sieg. Aber egal, endlich Punkte! Als Team haben wir dieses Ergebnis verdient, wir arbeiten alle hart. Heute haben wir gezeigt, dass wir auch auf so einer für die Formel E eher untypischen Strecke eine gute Performance abliefern können."

Lotterer qualifizierte sich als Zweiter für das Rennen. Wegen einer Kollision mit Edoardo Mortara am Vortag wurde er in der Startaufstellung um drei Positionen nach hinten versetzt. Nach Platzverlusten in der Anfangsphase des Rennens kämpfte er sich zurück. Er überquerte die Ziellinie als Dritter, profitierte aber von einer Zeitstrafe gegen Norman Nato, der seinerseits eine Kollision verursachte.

"Auf einer Runde waren wir in dieser Saison schon immer schnell", fasste der ehemalige Audi-Werksfahrer zusammen. "Diesmal haben wir im Rennen bewiesen, dass wir auch in Sachen Energiemanagement effizient sind. Ich hoffe sehr, dass damit der Knoten geplatzt ist." Mit 18 WM-Zählern liegt er auf dem 16. Platz in der Gesamtwertung. Sein Teamkollege Pascal Wehrlein hat bislang 32 Punkte eingefahren.

Porsche feierte mit Rang zwei das beste Saisonergebnis. Es übertraf Wehrleins dritten Platz beim zweiten Rennen in Rom. Zwischen den beiden Höhepunkten lag am Valencia-Samstag ein Tiefpunkt. Porsche blieb erstmals in diesem Jahr in einem Rennen punktlos. Beide Fahrer schieden vorzeitig aus. Amiel Lindesay, Einsatzleiter Formel E, erklärte: "Ein Kontakt kurz nach dem Start und ein technisches Problem an den Bremsen haben uns heute leider wichtige Punkte gekostet. Bei der Pace und der Energie waren wir gut dabei. Rund fünf Minuten vor dem Ziel trat an beiden Fahrzeugen ein technischer Fehler an den Bremsen auf. Es war ein schwieriges Rennen für uns. Wir werden es ausführlich analysieren und am Sonntag erneut angreifen."

Lotterer mit glücklosem Saisonstart

Während Wehrlein als Fünfter beim Saisonauftakt in Diriyah nur knapp hinter einem Podestrang ins Ziel einlief, erlebte sein Teamkollege einen schwierigen Start. Beim ersten Rennen des Jahres fuhr Lotterer über ein Trümmerteil und musste zu einem Reifenwechsel die Box anfahren. Im 3. Freien Tag am darauffolgenden Tag schlug er nach einem Fahrfehler in die Streckenbegrenzung ein. Die Reparaturen konnten nicht bis zum Start des Qualifyings abgeschlossen werden. Lotterer startete als Letzter. Auf Platz elf beim zweiten Nachtrennen der Formel-E-Geschichte verpasste er knapp die Punkteränge.

Beim darauffolgenden Event in Rom fuhr der Langstrecken-Weltmeister der Saison 2012 nach Platz zwei in der Qualifikation von einer aussichtsreichen Position los. Eine Kollision mit dem in Führung liegenden Stoffel Vandoorne verhinderte eine Top-Platzierung. Da die Stewards Lotterer als Verursacher sahen, sprachen sie gegen ihn eine Zeitstrafe von fünf Sekunden aus, die ihn im Endergebnis auf den 15. Platz zurückwarf. In den zweiten Rom ePrix startete er mit einer Hypothek: Lotterer erhielt eine 10-Sekunden-Stop-&-Go-Strafe, da an seinem Fahrzeug verschiedene technische Komponenten getauscht worden waren.

Guter Einstand von Lotterer bei Porsche

In der vergangenen Saison verhalf Lotterer Porsche zu einem Formel-E-Einstieg, der die Erwartungen des Sportwagenbauers aus Zuffenhausen übertraf. Schon beim Saisonauftakt in Diriyah fuhr er als Zweiter das erste Podestergebnis ein. Beim Mexiko-Stadt ePrix sicherte er sich die Bestzeit in der Qualifikation. Das große Heimspiel-Finale in Berlin begann der 42-fache ePrix-Teilnehmer mit Platz zwei im ersten von sechs Rennen.


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