Formel E

Formel E: Neue Helm-Kamera sorgt für Live-Spektakel in Saison 6

Die Formel E führt in ihrer sechsten Saison eine neue Helm-Kamera während der Rennen ein. Bei den Live-Bildern schaut auch die Konkurrenz ganz genau hin.
von Robert Seiwert
Formel E Driver's Eye: Neue Live-Helmkamera: (00:28 Min.)

Augen auf in der Formel E! Beim Rennen am kommenden Samstag in Santiago de Chile (ab 20:00 Uhr MEZ live bei Eurosport) setzt die Rennserie erneut auf eine neue Übertragungstechnik: Das sogenannte Driver's Eye kommt zum zweiten Mal nach dem Saisonauftakt in Saudi-Arabien im November vergangenen Jahres zum Einsatz.

Dabei werden während des Rennens im Live-Modus Szenen aus unmittelbarer Sicht eines Fahrers übertragen. Möglich macht dies eine winzige Kameralinse, die im Helm direkt neben dem Auge platziert wird. Die Kamera befindet sich im Schaumstoffblock innerhalb des Helmes und damit hinter dem Visier.

Massa macht's vor

Die Technik zur Übertragung sitzt in einer kleinen Box innerhalb des Monocoques. Verbunden ist die Kameralinse mittels eines Kabels, das auf der hinteren Seite durch den Helm hindurchführt. In Saudi-Arabien konnten die Zuschauer das Rennen für eine kurze Weile aus der Sicht von Venturi-Pilot Felipe Massa miterleben. Der frühere Formel-1-Fahrer war mit einem Helm samt Technik der Firma Bell Racing unterwegs.

Wie viele Fahrer am Wochenende in Chile mit dem Driver's Eye ausgestattet werden, ist offiziell nicht bekannt. Zuletzt bewarb die Formel E ihre neuartige Technik mit einem Video in den sozialen Medien, in denen Massa und Pascal Wehrleins Teamkollege bei Mahindra, der Belgier Jerome D'Ambrosio, einen Vorgeschmack lieferten.

Mini-Linse rechts neben Felipe Massas Auge: Das neue Driver's Eye - Foto: LAT Images

Eine klare Bereicherung

"Das Drivers Eye ist eine weitere, innovative und interessante Neuerung, die die Übertragung der Formel-E-Rennen klar bereichert", sagt Eurosport-Kommentator Oliver Sittler, der die Rennen der Formel E seit der zweiten Saison begleitet, zu Motorsport-Magazin.com.

Sittler weiter: "Die Perspektive des Zuschauers wird in das Cockpit eines Formel-E Fahrzeugs gebracht. Man sieht die Hände des Fahrers, das komplette Cockpit, das Lenkrad und die jeweilige Perspektive, wenn der Fahrer seinen Kopf dreht, um beispielsweise die Spiegel oder das Dashboard zu beobachten. Dadurch kommt die Action auf der Strecke, sowie die Belastung des jeweiligen Fahrers auf allen Ebenen noch besser rüber."

Das Driver's Eye wurde in der Vergangenheit mehrfach erprobt, zuletzt bei den Testfahrten in Valencia vor dem Beginn dieser Saison. In Saudi-Arabien funktionierte die Übertragung aus technischer Sicht, die visuelle Qualität hielt sich allerdings in Grenzen und war noch nicht mit der der 'normalen' Live-Bilder zu vergleichen.

Live is Life

Diese Visier- oder -Helm-Kameras sind grundsätzlich keine Neuheit im Motorsport. In der US-amerikanischen IndyCar-Serie gab es erstmals im Jahr 2002 - damals noch CART-Meisterschaft - eine probeweise Übertragung aus dem Cockpit heraus.

Bis zur technischen Reife und der Möglichkeit, konstant Bilder während einer Live-Übertragung senden zu können, vergingen allerdings weitere 15 Jahre. 2017 bei den 500 Meilen von Indianapolis sendeten Graham Rahal und Josef Newgarden direkte Bilder aus ihren Bell-Helmen. Im Gegensatz zur Formel-E-Technik trugen die beiden Fahrer oberhalb des Visiers angebrachte Kameras.

Konkurrenz schaut zu

Während sich die Übertragungen aus Sicht des Fahrers in den US-Rennserien IndyCar und NASCAR großer Beliebtheit erfreuen, tüftelt die Formel 1 noch an einer möglichen Lösung. Im vergangenen Jahr testeten Pierre Gasly in Monaco sowie Romain Grosjean in Montreal eine Brille mit integrierter Kamera. Die Testläufe erfolgten während der jeweiligen Freien Trainings.

Beim Formel-E-Rennen in Chile werden nicht nur die Fans ganz genau hinschauen, falls erneut Bilder aus Sicht der Fahrer ausgestrahlt werden. Für die Konkurrenz dürften die jeweiligen Einstellungen auf dem Dashboard des Lenkrads von Interesse sein, die dank des Driver's Eye zu sehen oder mindestens zu erahnen sind. Hier können die Fahrer unter anderem Modi für das wichtige Energie-Management abrufen und wechseln.


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