Formel E

Formel E 2019/20: Alle deutschen Fahrer im Check

Vier deutsche Teams, vier Fahrer aus Deutschland: In der Formel E geht es 2019/20 heimisch zu. Motorsport-Magazin.com nimmt das Quartett unter die Lupe.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Neben den vier deutschen Autobauern Audi, BMW, Mercedes und Porsche starten in der anstehenden Formel-E-Saison 2019/20 auch vier Fahrer aus Deutschland. Daniel Abt, Andre Lotterer, Pascal Wehrlein und Maximilian Günther vertreten die heimische Flagge in der Elektro-Rennserie.

Deutsche Rennfahrer haben inzwischen eine Tradition in der Formel E: Seit der Debütsaison 2014/15 waren immer mindestens zwei Piloten aus Deutschland am Start. Seit der Saison 4 (2017/18) waren es durchweg vier Starter. Motorsport-Magazin.com stellt das deutsche Fahrer-Quartett in der Saison 6 vor.

Alle deutschen Fahrer in der Formel E

Saison Fahrer
2014/15 Daniel Abt (Audi), Nick Heidfeld (Venturi)
2015/16 Daniel Abt (Audi), Nick Heidfeld (Mahindra), Rene Rast (1 Rennen für Aguri)
2016/17 Daniel Abt (Audi), Nick Heidfeld (Mahindra), Maro Engel (Venturi)
2017/18 Daniel Abt (Audi), Nick Heidfeld (Mahindra), Maro Engel (Venturi), Andre Lotterer (Techeetah)
2018/19 Daniel Abt (Audi), Andre Lotterer (Techeetah), Pascal Wehrlein (Mahindra), Max Günther (Dragon)
2019/20 Daniel Abt (Audi), Andre Lotterer (Porsche), Pascal Wehrlein (Mahindra), Max Günther (BMW)

Daniel Abt, Audi Sport ABT Schaeffler

Daniel Abt zählt zu den Pionieren der Formel E und war schon beim Eröffnungsrennen 2014 in Peking am Start. Neben dem Kemptener haben nur Audi-Teamkollege Lucas di Grassi, Sam Bird und Jerome D'Ambrosio alle bisherigen 58 ePrix bestritten.

Abt gelang am 03. März 2018 in Mexiko-City als erstem deutschen Fahrer ein Sieg in der Formel E. Seinen zweiten und bis dato letzten ließ er in der selben Saison beim Heimrennen in Berlin folgen. Abt blickt auf zehn Podiumsplatzierungen zurück, vier davon in der Saison 2017/18. Dazu kommen zwei Pole Positions sowie sieben schnellste Rennrunden. Mit 382 Punkten belegt Abt, der am 03. Dezember seinen 27. Geburtstag feiert, den fünften Platz in der ewigen Tabelle der Elektro-Rennserie.

Einzigartig in der Formel E: Abt und di Grassi bilden seit der ersten Saison das Fahrerduo von Abt-Audi. Als der Autobauer aus Ingolstadt das Team zur Saison 2017/18 komplett übernahm, erhielt Abt erstmals einen Vertrag als Audi-Werksfahrer.

Daniel Abt steht vor seiner sechsten Saison in der Formel E - Foto: Audi Communications Motorsport

Andre Lotterer, TAG Heuer Porsche Formula E Team

Dass in der Formel E vieles anders läuft als in traditionellen Rennsportserien, bekam Andre Lotterer bei seinem Debüt zu spüren. Beim Saisonauftakt am 02. Dezember 2017 in Hongkong kassierte er bei seinem ersten Rennen für Techeetah gleich vier Strafen!

Doch dem im Motorsport erfahrenen Lotterer gelang es innerhalb kurzer Zeit, sich auf die Herausforderungen der Formel E einzuschießen. In 25 Rennen für das amtierende Meister-Team Techeetah an der Seite von Doppel-Champion Jean-Eric Vergne errang er vier Podestplätze, eine Pole Position und drei schnellste Rennrunden.

Während Lotterer in seiner ersten Saison vor allem den späteren Meister Vergne unterstützte, zählte er 2018/19 zeitweise selbst zu den Favoriten. Nach einer Pechsträhne war der Titeltraum für den dreifachen Le-Mans-Sieger vorzeitig beendet, während Vergne als erster Fahrer in der Formel E den Titel verteidigte.

Zur Saison 2019/20 wagte Lotterer einen mutigen Schritt und kehrte als Fahrer in die Porsche-Familie zurück, der der gebürtige Duisburger seit 2017 angehört. Der Wechsel vom Meister-Team hin zum absoluten Neueinsteiger war eine Entscheidung mit Weitsicht: Nach dem Ende seiner aktiven Karriere winkt dem 37-Jährigen (Geburtstag am 19. November) sicherlich ein attraktiver Job in der Porsche-Entwicklung sowie als Markenbotschafter.

Andre Lotterer kehrt als Fahrer zu Porsche zurück - Foto: Porsche AG

Pascal Wehrlein, Mahindra Racing

Pascal Wehrlein schlug bei seinem Formel-E-Debüt 2018 ein wie eine Bombe: Startplatz sieben im allerersten Rennen in Marrakesch, nachdem er den Auftakt in Saudi-Arabien wegen Vertragsangelegenheiten mit Mercedes/HWA aussitzen musste.

Bei seinem zweiten Rennen in Santiago de Chile fuhr Wehrlein den zweiten Startplatz über die Ziellinie, beim dritten ePrix in Mexiko holte er die Pole und hatte bis zur vorletzten Kurve den Sieg vor Augen.

Bei Mahindra kam Wehrlein wieder in den Genuss, um Poles und Siege kämpfen zu können. Ein Gefühl, dass ihm in der Formel 1 mit Hinterbänkler-Teams abhandengekommen war. An die starken Leistungen der ersten Rennen konnte Mahindra im weiteren Saisonverlauf nicht anknüpfen, doch Wehrlein gelangen immer wieder Highlights.

In vier seiner bisherigen zwölf Rennen startete der 25-Jährige aus der ersten Reihe, noch heute ärgert er sich über die verlorene Paris-Pole in Folge einer höchst diskutablen Disqualifikation. Mit seinem Job als Ferrari-Simulatorfahrer steht Wehrlein weiter mit einem Bein in der Formel 1. Eine Rückkehr will der DTM-Champion von 2015 nicht ausschließen - aber nicht um jeden Preis.

Pascal Wehrlein startet erneut zusammen mit Jerome D'Ambrosio für Mahindra - Foto: Mahindra/Spacesuit Media

Maximilian Günther, BMW i Andretti Motorsport

Maximilian Günther hat sich dank überzeugender Leistungen für ein Werkscockpit bei BMW zur Saison 2019/20 empfohlen. In seiner ersten Saison mit dem größtenteils unterlegenen Dragon-Team von Jay Penske holte der 22-Jährige oftmals mehr als das Maximum heraus. Dreimal startete er vom fünften Platz, zweimal überquerte er die Ziellinie auf ebenjener Position.

Dabei stellte Günther sogar seinen erfahrenen Teamkollegen Jose Maria Lopez in den Schatten. Und all das trotz widriger Umstände: Nach den ersten Saisonrennen 2018/19 kam Penske auf die Idee, dem früheren Formel-1-Piloten Felipe Nasr den Vorzug vor Günther zu geben. Nach drei punktelosen Rennen besann sich der US-Amerikaner eines Besseren und schenkte dem deutschen Toptalent das Vertrauen.

Seit Anfang 2018 ging es für Günther in der Formel E immer weiter nach oben: Zunächst verdiente sich der Allgäuer seine Sporen als Ersatz- und Entwicklungsfahrer bei Dragon, bevor er zum Stammfahrer ernannt wurde. Der Wechsel zum BMW-Werksteam als vorläufiger Höhepunkt: Zum ersten Mal bestreitet Günther Rennen für einen großen Automobilkonzern.

In der Vergangenheit verpflichtete ihn bereits Mercedes als Ersatzfahrer für das DTM-Programm, nachdem er sich mit zweiten und dritten Gesamtplatzierungen in der Formel-3-Europameisterschaft empfohlen hatte. 2018 ergriff Günther nach einer Saison in der FIA Formel 2 samt einem Sieg und zwei Podestplätzen die Gelegenheit, sich in der Formel E zu etablieren.

Maximilian Günther fährt erstmals für BMW in der Formel E - Foto: BMW Motorsport

Die Schweizer in der Formel E

In der Saison 2019/20 treten nicht nur vier deutsche Fahrer an, sondern auch vier Piloten aus der Schweiz. Sebastien Buemi, Edoardo Mortara, Neel Jani und Nico Müller mischen in der sechsten Saison mit. Vier Schweizer in der Formel E, das gab es schon einmal: In der Debüt-Saison 2014/15 gingen beim Finale in London neben Stammpilot Sebastien Buemi (Renault) auch die Landsleute Simona de Silvestro (Andretti), Fabio Leimer (Virgin) und Alex Fontana (Trulli) an den Start.

Während Müller (Dragon) und Jani (Porsche) ihre erste volle Saison in der Formel E bestreiten, zählt Buemi zum Inventar. Der frühere Formel-1-Fahrer ist seit Anbeginn der Serie dabei und gewann in Saison 2 nach einem dramatischen Finale gegen Lucas di Grassi die Meisterschaft. Mit insgesamt 13 Siegen ist Buemi der erfolgreichste Fahrer in der Formel E. Mortara steht mit Venturi vor seiner dritten Saison und blickt auf einen Sieg zurück.


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