Formel E

Formel E: Drei Kandidaten fürs zweite Porsche-Cockpit

Porsche steigt zur kommenden Saison in die Formel E ein. Wer sitzt Ende 2019 beim Debüt am Steuer? Drei Kandidaten kommen aktuell in Frage.
von Robert Seiwert
Formel-E-Video: Hier testet Porsche für den Einstieg Ende 2019: (01:00 Min.)

Porsche bereitet sich weiter auf seinen Einstieg in die Formel E vor. Vor dem Debüt zur sechsten Saison, die voraussichtlich im Dezember 2019 beginnt, steht die Frage: Wer wird der zweite Fahrer beim Autobauer aus Zuffenhausen neben dem bereits bestätigten Neel Jani?

Ein möglicher Kandidat saß vergangene Woche erstmals bei Porsche-Testfahrten im Formel-E-Rennwagen: der frühere Formel-1-Fahrer Brendon Hartley. In Calafat drehte der 29-Jährige an der Seite des Schweizers Jani seine Runden auf der spanischen Rennstrecke. Im Verlauf der drei Tage legte das Duo mehr als 1.000 Kilometer zurück.

Hartley unterstützt Porsche aktuell als Test- und Entwicklungsfahrer auf dem Weg in die Formel E. Der Neuseeländer kann sich gleichzeitig Hoffnungen auf einen Stammplatz machen. Aus seinem Interesse an der ersten elektrischen Formel-Rennserie der Welt machte er zuletzt kein Geheimnis.

Hartley: Formel E macht großen Spaß

"Es macht natürlich großen Spaß, das Auto zu fahren", sagte Hartley nach seinen ersten Erfahrungen unter realen Bedingungen. "Es bereitet mir auch viel Freude, mit dieser Gruppe an talentierten Leuten von Porsche zusammenzuarbeiten und einen Beitrag zu diesem Projekt leisten zu können."

Hartley und Porsche kennen sich bestens aus gemeinsamen Zeiten in der WEC und bei den 24 Stunden von Le Mans. Von 2014 bis 2017 startete er im Werksteam aus Weissach in der Langstrecken-Weltmeisterschaft. 2017 gewann Hartley gemeinsam mit Timo Bernhard und Earl Bamber den 24h-Klassiker entlang der Sarthe und holte zudem den WM-Titel.

Mit Hartley könnte Porsche einen prominenten Rennfahrer für das Formel-E-Programm verpflichten. Was gegen ihn spricht: mangelnde Erfahrung in der Formel E, nachdem er bislang kein einziges Rennen bestritten hat. Dabei spielt gerade in dieser Serie eine gute Kenntnis über Energie-Management und Co. eine große Rolle.

Porsche steigt neben Mercedes zur Saison 6 in die Formel E ein - Foto: Porsche AG

Lotterer: Kandidat mit Vertrag

Da auch Stammfahrer Jani nur zwei Rennen in der Formel E gefahren ist (Saisonauftakt 2018 für Dragon in Hongkong), könnte Porsche auf einen Piloten mit größerer Rennerfahrung abzielen. Andre Lotterer wäre in dieser Hinsicht ein geeigneter Kandidat. Der 37-Jährige bestreitet seine zweite Saison in der Formel E und erzielte zuletzt beim Rom ePrix seinen dritten Podestplatz.

Lotterer verfügt weiter über einen Vertrag mit Porsche, obwohl sich der Hersteller Ende 2017 werksseitig aus der WEC zurückgezogen hatte. Zusammen mit Jani und Nick Tandy trat Lotterer in jenem Jahr für Porsche auf der Langstrecke an, nachdem er mit Audi dreimal die 24 Stunden von Le Mans gewonnen hatte.

Allerdings: Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com hat Lotterer auch einen längerfristigen Vertrag bei seinem Formel-E-Team Techeetah. Der Vertrag wurde über drei Saisons und damit bis Ende der Formel-E-Saison 2019/20 geschlossen - wohl nicht zuletzt mit dem Wissen, dass Lotterer auch bei Porsche in Frage kommt. Im Falle eines Wechsels könnte also eine Ablöse an Techeetah fällig werden.

Webber-Schützling von Jaguar zu Porsche?

Neben Hartley und Lotterer gilt auch Mitch Evans als Anwärter auf das freie Porsche-Cockpit. Der 24-Jährige fährt aktuell seine dritte Saison im Werksteam von Jaguar und feierte vor zwei Wochen in Rom seinen ersten Sieg im 31. Formel-E-Rennen. Ein Befreiungsschlag für Evans und das Team, das sich bislang äußerst schwer tat.

Vorteil Evans: Der Neuseeländer wird vom früheren Formel-1-Fahrer Mark Webber betreut. Der Australier ist gleichzeitig Markenbotschafter bei Porsche und könnte ein gesteigertes Interesse daran haben, seinen 'Schützling' in Weissach unterzubringen. Evans machte in den vergangenen Monaten keinen Hehl daraus, dass Jaguar in der Formel E zulegen muss - zu unbefriedigend waren die Resultate in den bisherigen Saisons. Sicherlich wird er genau im Blick haben, wie sich der Porsche-Einstieg in die Elektro-Rennserie entwickelt.

"Mit den gewonnenen Erkenntnissen werden wir bei der Entwicklung des Porsche Antriebsstrangs einen großen Schritt vorwärts machen", sagte Malte Huneke, Porsches Technischer Projektleiter. "In dieser Phase der Vorbereitung steht vor allem die Zuverlässigkeit im Fokus, bevor wir uns zu einem späteren Zeitpunkt auf die Performance konzentrieren. Vor uns liegt noch eine Menge Arbeit, aber die Entwicklung verläuft absolut planmäßig."


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