Formel E

Zum 50. Formel-E-Rennen: Top-10 der Stars mit Kurzauftritten

Vor dem 50. Rennen in der Geschichte der Formel E blicken wir auf zehn Kurzauftritte großer Namen zurück. Unter anderem dabei: Villeneuve, Gasly und Rast.
von Philipp Moser

Motorsport-Magazin.com - Wenn an diesem Sonntag, 10. März 2019 in Hongkong (ab 09:00 Uhr live bei Eurosport) die Startampeln ausgehen, beginnt der 50. ePrix in der Geschichte der Formel E. Insgesamt 64 Fahrer standen bisher in der Startaufstellung eines Rennens der Elektro-Rennserie. Dabei gab es auch einige Kurzauftritte großer Namen. Wissen Sie zum Beispiel noch, dass Jacques Villeneuve mal in der Formel E gefahren ist? Wir zeigen die Top-10 der Stars mit Kurzauftritten.

Jaime Alguersuari: 2014/15, 9 Rennen

In der Formel-E-Saison 2014/15 fuhr Alguersuari, der zwischen 2009 und 2011 für Toro Rosso in der Formel 1 an den Start ging, für Virgin Racing. Unmittelbar nach dem ePrix in Moskau brach der Spanier zusammen, medizinische Checks konnten den Vorfall nicht aufklären. Im Anschluss zog die FIA Alguersuaris Rennlizenz ein, so dass dieser die letzten beiden Saisonrennen auslassen musste. Kurz darauf gab er im Alter von 25 Jahren das Ende seiner Motorsport-Karriere bekannt.

Alguersuaris Formel-E-Karriere war nach einem rätselhaften medizinischen Zwischenfall schnell beendet. - Foto: Formel E

Scott Speed: 2014/15, 4 Rennen

Der ehemalige Toro Rosso-Formel-1-Pilot kam 2015 für das Andretti Autosport Team zu vier Einsätzen in der Formel E. Gleich beim ersten Rennen in Miami sorgte Speed für Schlagzeilen, als er sich von Startplatz 11 bis auf den zweiten Rang im Rennen vorkämpfte. In den weiteren drei Rennen blieb Speed ohne Punkte. 2017 plante Renault e.dams, Speed für zwei Rennen als Ersatz für Sebastien Buemi einzusetzen. Zum Renneinsatz kam es aber aufgrund eines Vetos von Formel-E-Konkurrent Andretti nicht. Speed stand damals für Andretti in der US-amerikanischen Rallycross-Serie unter Vertrag.

Jacques Villeneuve: 2015/16, 3 Rennen

Im August 2015 testete Jacques Villeneuve für das Team Venturi einen Formel-E-Renner. Nur eine Woche später gab der Kanadier bekannt, die folgende Formel-E-Saison für das Team zu bestreiten. Nach zwei punktlosen Rennen crashte der Formel-1-Weltmeister von 1997 im Training zum Lauf in Punta del Este und konnte aufgrund des kaputten Fahrzeugs nicht im Rennen starten. Bei einem Test am Folgetag zerlegte Villeneuve erneut das Auto. Kurz darauf wurde der Vertrag zwischen Villeneuve und Venturi aufgelöst, offiziell aufgrund unterschiedlicher Ansichten über die zukünftige Ausrichtung des Teams.

Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve kam so schnell in die Formel E wie er auch wieder verschwunden war. - Foto: Formula E

Esteban Gutierrez: 2016/17, 3 Rennen

Gutierrez ersetzte ab dem Mexiko ePrix den Chinesen Ma Qing Hua bei Techeetah. Bei seinem Heimrennen fuhr der Mexikaner mit Platz 10 direkt in die Punkte. Beim darauffolgenden Rennen in Monaco landete Gutierrez auf Platz 8, in Paris blieb er punktlos. Anstatt, wie geplant, die Formel-E-Saison bei Techeetah zu bestreiten, wechselte Gutierrez zu Dale Coyne Racing in die Indycar-Serie. Dort ersetzte er den verletzten Sebastien Bourdais. Techeetah warf dem früheren Formel-1-Fahrer in der Folge Vertragsbruch vor und ersetzte Gutierrez in den letzten Rennen durch Stephane Sarrazin.

Katherine Legge: 2014/15, 2 Rennen

Katherine Legge war in der Debütsaison der Formel E neben Michela Cerruti und Simona de Silvestro eine von drei Fahrerinnen, die in der Serie starteten. Obwohl Legge bei den ersten beiden Rennen jeweils Hilfe durch den Fanboost erhielt, kam sie nicht über zwei 15. Plätze hinaus. Vor dem dritten Rennen in Punta del Este wurde Legge durch den Mexikaner Salvador Duran ersetzt. Eine kurzzeitige Rückkehr erlebte Legge im Dezember 2018, als sie bei den Formel-E-Testfahrten in Riad einen Mahindra pilotierte.

Pierre Gasly: 2016/17, 2 Rennen

Unverhofft kommt oft: Nachdem Sebastien Buemi die beiden ePrix in New York im Juli 2017 aufgrund von einer Terminüberschneidung mit der WEC auslassen musste, suchte das Renault-e.dams-Team Ersatz. Zuerst sollte Scott Speed einspringen, der bekam von Andretti aber keine Freigabe. So setzte das Team schließlich den damals amtierenden GP2-Champion Pierre Gasly ins Cockpit. Der Franzose überzeugte bei seinem Auftritt und platzierte sich mit den Rängen 7 und 4 jeweils vor seinem deutlich erfahreneren Teamkollegen Nico Prost.

Pierre Gasly hatte bei seinem Gast-Auftritt in der Formel E gut Lachen. - Foto: LAT

Neel Jani: 2017/18, 2 Rennen

Neel Jani sollte eigentlich die gesamte Formel-E-Saison 2017/18 für Dragon Racing bestreiten. In den ersten beiden Läufen in Hongkong kam der Schweizer jeweils als Letzter ins Ziel. Im Anschluss verkündete Jani, sich aus der Formel E zurückzuziehen und sich stattdessen voll auf seine Aufgaben bei Rebellion in der Langstrecken-WM WEC zu konzentrieren. Hintergrund: Porsche löste im gleichen Moment seine technische Zusammenarbeit mit dem kleinen Dragon-Team. Im Dezember 2018 verkündeten die Zuffenhausener, dass Jani ab der Saison 2019/20 einen der beiden Werks-Boliden des Neueinsteigers pilotieren wird.

Kamui Kobayashi: 2017/18, 2 Rennen

Wie Neel Jani hatte auch der frühere Formel-1-Pilot Kamui Kobayashi 2017 einen Kurzauftritt in Hongkong. Der Japaner fuhr überraschend für das Andretti-Team, obwohl dieses eigentlich BMW-Werksfahrer Tom Blomqvist für die Saison 2017/18 verpflichtet hatte. Mit dem japanischen Versicherungskonzern MS&AD hatte Kobayashi aber den Titelsponsor des damaligen Andretti- und heutigen BMW-Werksteams im Rücken. In den beiden Hongkong ePrixs blieb Kobayashi trotz Fanboost punktlos. Ab dem dritten Saisonrennen fuhr dann wie ursprünglich geplant Tom Blomqvist einige Rennen für Andretti.

Takuma Sato: 2014/15, 1 Rennen

Nur einen einzigen Start hat Kobayashis Landsmann Takuma Sato vorzuweisen. Sato fuhr in der ersten Formel-E-Saison das Auftaktrennen im Olympiastadion von Peking. Er ersetzte dort beim Amlin Aguri Team Antonio Felix da Costa, der an dem Wochenende in der DTM fuhr. Nach Platz 14 im Qualifying kam Sato in seinem einzigen ePrix aufgrund eines technischen Defekts aber nicht ins Ziel.

Rene Rast: 2015/16, 1 Rennen

Auch Rene Rast ist Einzeltäter in der Formel E. Wie bei Sato sprang Rast für Antonio Felix da Costa ein. Felix da Costa musste den Berlin ePrix im Mai 2016 auslassen, da am selben Wochenende auch ein DTM-Lauf stattfand. Für Rast war das Heimrennen in Berlin ein Sprung ins kalte Wasser. Der spätere DTM-Champion aus Minden saß vor dem Berlin-Rennen zuletzt 2004 in einem Formel-Fahrzeug. Im Qualifying schlug Rast seinen Aguri-Teamkollegen Ma Qing Hua zwar um eine halbe Sekunde, konnte das Rennen nach einer Kollision am Start aber nicht beenden.

Rene Rast startete 2016 vor heimischem Publikum in Gulf-Lackierung. - Foto: LAT

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