Formel E

Daniel Abt schimpft: Buemi mal halb über den Kopf fahren...

Daniel Abt ärgert sich nach dem Formel-E-Rennen in Paris mächtig über Dauerrivale Sebastien Buemi. Harte Worte in Richtung des Renault-Fahrers.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Ob die Beiden noch Freunde werden? Beim Paris ePrix rasstelten Daniel Abt und Sebastien Buemi wieder einmal aneinander. Wie schon zwei Wochen zuvor in Rom, als sich der Audi-Pilot vom Franzosen blockiert gefühlt hatte. Ähnliches Spiel nun in der französischen Hauptstadt, als sich beide Fahrer um den sechsten Platz duellierten.

Es war ein durchaus dramatischer Zweikampf, mit dem besseren Ende für Buemi. In der letzten Runde eroberte der Renault-Pilot die sechste Position zurück, nachdem er kurz zuvor vom 25-Jährigen überholt worden war. Auf den TV-Bildern war das finale Duell nicht zu sehen gewesen - sorgte aber für einige Diskussionen auf beiden Seiten.

Abt ärgerte sich über Buemis Verhalten und harte Gangart beim entscheidenden Zweikampf in der letzten Rennrunde. "Selbst mit dem Fanboost musste ich mit der Brechstange versuchen, irgendwie durchzukommen", sagte Abt zu Motorsport-Magazin.com. "Dabei verliere ich fast mein Auto. Das ärgert mich einfach. Irgendwann muss man ihm vielleicht mal halb über den Kopf fahren, dann merkt er es vielleicht auch..."

Bei Buemis Attacke auf Abt kam es zur Kollision beider Rennwagen. Die Rennleitung schaute sich die Situation genauer an, beließ es aber dabei. Laut Abt habe Buemi unfair gehandelt. Der Franzose schilderte seine Sicht im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com so: "In der letzten Runde hatte ich erwartet, dass er die Tür richtig zumacht. Und auf einmal macht er auf und ich fahre neben ihn. Wir waren nebeneinander und hatten Kontakt."

Buemi weiter: "Ich konnte nicht erwarten, dass er die Tür öffnet. Er ist dann links gefahren und ich bin einfach rein. Er hat mich nicht gesehen, denke ich. Denn in der letzten Runde machst du die Tür zu - und fertig. Da lässt du dem anderen keine Möglichkeit."

Buemis Argumentation wollte Abt so nicht akzeptieren. Der Kemptener in aller Deutlichkeit: "Ich bin Kampflinie gefahren! Keine Ahnung, von welcher Tür er da redet. Das ist meiner Meinung nach nur eine Ausrede. Letztes Jahr hatte er ein schnelles Auto, da hat man ihm auch nicht jedes Mal die Karre plattgefahren, wenn man von hinten ankam. Ich habe heute acht Autos von verschiedenen Teams überholt. Alle fahren ordentlich, lassen Platz und haben Respekt - er hat das einfach nicht."

Abt, vom eigenen Teamchef Allan McNish zum Fahrer des Tages auserkoren, legte in Paris eine beeindruckende Aufholjagd hin. Nach einem schwierigen Qualifying musste er von Platz 14 starten. Nach wenigen Runden verbesserte er sich auf die 10. Position. In der Boxenstoppphase blieb er eine Runde länger als viele andere Piloten auf der Strecke und machte weiter Boden gut.

Auch Buemi konnte Abt zwischenzeitlich knacken. Laut eigener Aussage keine einfache Aufgabe: "Ich hätte noch viel schneller fahren können, aber gegen Buemi ist es nicht so leicht. Weil sein Auto super aus den Kurven herausbeschleunigt. Und dann ist Sebastians Fahrstil noch mal ein bisschen anders als bei den anderen, da muss man immer mit der Brechstange vorbei."


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