Formel E

Formel E, MotoE, E-Monster Trucks: Elektro boomt im Motorsport

Der Motorsport wird immer elektrischer. Von Formel E über MotoE bis hin zu E-Cups mit Smarts und Jaguars: Motorport-Magazin.com erklärt die Elektro-Serien.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Ob Formel, Rallye, Cup oder Kart - der Elektro-Hype macht auch vor dem Motorsport nicht Halt! Die Formel E gilt als bekannteste Serie, die sich elektrische Antriebe auf die Fahne geschrieben hat. Drum herum hat sich inzwischen ein großer Markt gebildet, der ebenfalls auf E-Power setzt. Motorsport-Magazin.com stellt die unterschiedlichen Elektro-Rennserien auf der Welt vor.

Formel E

Die Formel E war der Vorreiter des rein-elektrischen Motorsports. 2014 startete die Serie in Peking in ihre erste Saison. Was zunächst als Risiko galt, hat sich inzwischen in der Welt des Motorsports etabliert. Fast alle namhaften Hersteller mischen inzwischen mit, auch die großen Sponsoren haben die Formel E für sich entdeckt. Der Hype um die Serie von Alejandro Agag wurde sicherlich auch durch den Diesel-Skandal und den aktuellen Zeitgeist vorangetrieben. Ende 2018 beginnt die 5. Saison mit komplett neuen Rennautos, die stark genug sind, damit der leidige Autowechsel während eines Rennens entfällt.

MotoE

Ab 2019 sollen insgesamt 18 Motorräder des italienischen Herstellers Energica bei ausgewählten Rennen im Rahmen der MotoGP-Wochenenden an den Start gehen. Die Rennserie wird vorerst auf drei Jahre begrenzt als "FIM MotoE World Cup" ausgetragen, ist also keine offizielle Weltmeisterschaft. Da es sich um eine Einheitsklasse ohne Beteiligung der in der Motorrad-WM vertretenen Hersteller handelt, werden die privaten Rennställe als Einsatzteams der Energica-Motorräder fungieren. Jedes der sieben in der MotoGP-Klasse vertretenen Privatteams wird zwei Bikes an den Start bringen, insgesamt vier Teams aus den kleinen zwei Klassen setzen jeweils ein Motorrad ein.

Electric GT

Die erste Elektro-Rennserie im GT-Sport gibt ihr Debüt im Sommer 2018. Zum Einsatz kommt ein Tesla S P100D, der bereits die FIA-Tests absolviert hat. Der Elektro-Renner soll bis zu 778 PS (585 kW) leisten. Das Qualifying soll im Heat-Format mit drei Runden ausgetragen werden. Anschließend folgen zwei Rennen über eine Distanz von je 60 Kilometern - eines davon am frühen Abend. Auf manchen Strecken sollen die 20 Fahrer bei einem Drift-Event zusätzliche Punkte sammeln können. Zudem ist ein Fanboost-Voting ähnlich der Formel E vorgesehen.

Die Electric GT-Teslas sollen bis zu 778 PS drücken - Foto: Electric GT

E-Rallycross

Der Rallycross-Sport könnte in Zukunft elektrisch werden. Seit geraumer Zeit sprechen FIA, Promoter und einige große Hersteller über die Schaffung einer Elektro-WRX. Frühestens im Jahr 2020 könnte die Rallye-Serie ihr Debüt geben. Sie soll aber kein Ersatz sein für die aktuellen WRX-Boliden, sondern das Angebot ergänzen. Rennen gegeneinander sollen von der FIA nicht gewünscht sein. Eher könnte die E-WRX im Rahmenprogramm der Rennwochenenden fahren. Der WRX-Weltmeister 2016, Mattias Ekström, hätte Lust auf eine E-WRX: "Ein elektrisches WRX-Auto mit Bumms ohne Ende, das würde mir Spaß machen! Eines, das noch mehr Leistung hat als das jetzige. So eine richtige Waffe."

smart EQ fortwo e-cup

Die neueste Rennserie, die auf Elektro-Antriebe setzt. Der smart EQ fortwo e-cup kann als Ankündigung von Mercedes gesehen werden, die Ende 2019 als Hersteller in die Formel E einsteigen. Der Cup wird erstmals beim Rom ePrix am 14. April der Öffentlichkeit präsentiert. Ausgerichtet wird die Cup-Serie von Mercedes Italia, geplant sind fünf Rennen auf italienischen Rennstrecken. 16 Autos sollen an den Start gehen, offen ist der smart EQ fortwo e-cup für Fahrer ab 16 Jahren. Die Serienvariante soll in der Motorsport-Version von 900 auf 750 Kilo abspecken.

Rennen mit einem Smart - warum eigentlich nicht? - Foto: Daimler AG

Jaguar I-Pace eTrophy

Jaguar engagiert sich seit zwei Jahren in der Formel E - und bekommt bald sogar eine eigene Rennserie im Rahmenprogramm. Die Jaguar I-Pace eTrophy soll bei einigen Rennwochenenden der Formula E mitmischen. Das dazugehörige Auto hat Jaguar bereits 2017 auf der IAA vorgestellt. Bis zu 20 Jaguar I-Pace sollen gegeneinander antreten, der Rennwagen wurde im Vergleich zum Serienmodell leicht modifiziert. Genaue Daten gibt es noch nicht. Die Rennen in den Innenstädten großer Metropolen sollen rund 30 Minuten dauern.

So sehen die Autos in der Jaguar I-Pace eTrophy aus - Foto: Jaguar

Elektrische Monster Trucks

Wenn man denkt, man hätte alles schon mal gesehen... kommen tatsächlich die Amerikaner mit einem elektrisch angetriebenen Monster Truck um die Ecke! Schon 2012 stellte das bekannte Team BIGFOOT einen Truck auf die Beine, der von immerhin 30 Batterien angetrieben wurde. Das Drehmoment des Riesen ist mit rund 1.084 Newtonmeter angegeben. In einem Video sieht man, wie der #20 BIGFOOT auf einem Hinterhof einige Autos plättet. Ein Beobachter: "Ich gehe seit Jahren zu Monster Truck-Rennen, und ich habe noch nie gehört, wie die Autos unter den Rädern zerquetscht werden. Dieses Ding ist einfach unwirklich!"

Verrückt! Elektrischer Monster Truck plättet Autos: (02:33 Min.)

Deutsche Elektro-Kart-Meisterschaft

2018 gibt es in Deutschland die erste eine rein-elektrische Kart-Meisterschaft auf der Welt, die im Rahmen der traditionellen DKM fährt. Unter der Flagge des DMSB wird auf fünf Rennstrecken zwischen Mai und September die Deutsche Elektro-Kart-Meisterschaft für Motorsport-Talente ab 15 Jahren ausgetragen. Reifen, Gewicht der E-Karts und Testtage im Vorfeld der Rennen werden einheitlich für jeden Fahrer im Starterfeld festgelegt. Das E-Kart Rotax THUNDeR hat eine maximale Beschleunigung von 0-100 km/h in 3,5 Sekunden und erreicht einen Topspeed von 130 km/h.


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