Formel E

Formel E: Daniel Abts Pechsträhne hält in Marrakesch an

Ob Gebete und Räucherstäbchen wirklich helfen? Daniel Abt grübelt über seine Pechsträhne in der laufenden Formel-E-Saison. Böser Rückschlag in Marrakesch.
von Robert Seiwert
Formel E Marrakesch: Daniel Abt im Exklusiv-Interview: (02:53 Min.)

"Vielleicht müssen wir mal in einen Tempel fahren und irgendwas anbeten, ein paar Räucherstäbchen anzünden. Irgendwas muss passieren." Daniel Abt zeigte nach dem Formel-E-Rennen in Marrakesch zumindest kreative Lösungsvorschläge für die aktuelle Pechsträhne auf. Der Audi-Pilot war trotz Durchfahrtsstrafe auf bestem Wege, beim dritten Saisonrennen ein weiteres Top-Ergebnis einzufahren.

Doch ausgerechnet Landsmann Andre Lotterer sorgte indirekt dafür, dass Abt chancenlos war. Der Techeetah-Pilot fiel zur Rennmitte mit technischen Problemen aus und sorgte für eine Full Course Yellow-Phase. Diese nutzte das gesamte Feld für den Boxenstopp - nur Abt hatte seinen Autowechsel eine Runde früher eingelegt. Großes Pech, das den 25-Jährigen weit zurückwarf. Platz elf am Ende für Abt, der wegen einer nachträglichen Strafe für Nico Prost aufrückte und zumindest einen Meisterschaftszähler sammelte.

Abt im Nirvana

Abt: "Wir waren superschnell und sind durchs Feld gepflügt. Wir haben beschlossen, eine Runde früher zu stoppen. Das hat auch alles geklappt. Dann hatten wir aber das Pech, dass die Full Course Yellow nach meinem Stopp kam. Die anderen kamen erst dann an die Box und hatten dadurch 30 Sekunden weniger Zeitverlust als ich. Nach dem Stopp war ich also im Nirvana..."

Abts Pech beim Saisonauftakt in Hongkong setzte sich nahtlos fort. Dort kostete ihn im Samstagsrennen eine technische Panne beim Autowechsel einen möglichen Podestplatz. Am Sonntag verlor er seinen ersten Sieg in der Formel E nachträglich wegen falsch ausgestellter Wagenpapiere. Jetzt der nächste Rückschlag für den Kemptener, der sich mit dem Audi-Werksteam so viel vorgenommen hatte.

Abt pulverisiert Streckenrekord

In Marrakesch sah es zunächst vielversprechend aus. Im Training pulverisierte Abt den Streckenrekord deutlich. Im anschließenden Qualifying musste er allerdings seine schnelle Runde wegen einer roten Flagge abbrechen. Beim zweiten Versuch kam er mit seinen nicht mehr optimalen Reifen nicht über den achten Startplatz hinaus. "Ich dachte, die Pechsträhne hätte in Hongkong aufgehört", sagte Abt. "Aber man sieht ja, dass immer wieder irgendetwas passiert."

Davon kann Teamkollege Lucas di Grassi ein Lied singen. Der amtierende Champion der Formel E hatte in bislang allen drei Saisonrennen technische Probleme und steht noch immer ohne einen einzigen Meisterschaftspunkt da. Abt: "Das ist mega-frustrierend. Ich kenne die Situation, in der er sich befindet. Wenn in den letzten drei Jahren etwas am Auto kaputt ging, war es eigentlich immer meins. Jetzt erwischt es ihn, das ist ärgerlich."

Noch ärgerlicher ist, dass Audi ein Auto gebaut hat, welches in jedem Rennen locker um den Sieg hätte mitfahren können. Das macht die technischen Pannen umso schmerzhafter. Knüpft das Werksteam beim kommenden Rennen in Chile Anfang Februar daran an, wird es schon schwierig mit der Meisterschaft. "Wir müssen das in den Griff bekommen", forderte Abt. "Ich glaube daran, dass wir es können. Wir müssen es aber ins Ziel bringen."


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