Formel E

Hochspannung für das Saisonfinale garantiert - Buemi siegt in Berlin vor Abt

Sebastien Buemi hat den Berlin ePrix gewonnen. Lucas Di Grassi wurde Dritter und liegt damit vor dem Saisonfinale nur einen Punkt vor dem Schweizer.
von Matthias Schwerdtfeger

Motorsport-Magazin.com - Sebastien Buemi hat den Berlin ePrix gewonnen und beschert der Formel E damit ein spannendes Saisonfinale. Der Pilot vom Team Renault e.Dams siegte auf dem Innenstadt-Kurs in der deutschen Hauptstadt vor Daniel Abt und dem Gesamt-Führenden Lucas Di Grassi (beide Team Abt Schaeffler Audi Sport). Nick Heidfeld wurde nach Rückversetzung in der Startaufstellung noch Siebter. Damit liegt Buemi vor dem letzten Rennwochenende der Saison in der Fahrerwertung nur einen Zähler hinter Di Grassi. "Ich bin glücklich, es ist ein großartiges Gefühl. Schon das Qualifying war gut", freute sich der siegreiche Schweizer hinterher.

Der Rennverlauf: Buemi überholte schon bald den vor ihm gestarteten Jean-Eric Vergne. Der Franzose hatte von Beginn an Probleme und musste sich direkt im Anschluss den Attacken des Drittplatzierten Daniel Abt erwehren. Als der Deutsche in Runde elf vorbeiging, heftete sich mit Nicolas Prost gleich der nächste Verfolger an Vergnes Heck und schluckte ihn schließlich. Zu allem Überfluss verlor der derart durchgereichte Virgin-Racing-Pilot in der ersten Hälfte des Rennens gleich beide Frontflügel. Sam Bird, von Rang vier gestartet, musste wegen Schäden am Fahrzeug früh an die Box und fiel zurück. Lucas Di Grassi arbeitete sich bis Runde 13 von Rang acht auf Platz fünf vor.

Nach den Fahrzeugwechseln in der Mitte des Rennens blieb Buemi souverän vor Abt und Prost, dahinter hatte sich Di Grassi beim Boxenstopp an Vergne vorbeigeschoben. Der Brasiliener hängte sich an Prost ran, schnappte sich den Franzosen im letzten Renndrittel und lag somit auf Podiumskurs. Als Loic Duval sein Auto in die Mauer setzte und abstellen musste, kam das Safety Car raus. Für die Abt-Piloten war das ärgerlich, denn sie hatten noch mehr Energie zur Verfügung als die Konkurrenz. Di Grassi leistete sich dabei wohl einen Fauxpas, als er trotz gelber Fahne direkt nach dem Crash mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war. Die Stewards ermitteln noch.

Es gab keine richtige Teamorder.
Daniel Abt

Als zwei Runden vor dem Ende das Rennen wieder freigegeben war, erhielt der Zweitplatzierte Daniel Abt über Funk die Ansage, den hinter ihm liegenden Di Grassi vorbeizulassen. Dem in der Gesamtwertung führenden Brasilianer sollten somit wichtige Extra-Zähler verschafft werden. Doch der deutsche Pilot hielt sich nicht daran und sprach später davon, dass es "keine richtige Teamorder" gewesen sei. Er wollte den Kollegen aber dennoch vorbeilassen. "Ich habe ihm auf der Geraden ein Zeichen gegeben, aber er hat es nicht bemerkt", so Abt nach dem Rennen. Dadurch siegte Buemi vor ihm und Di Grassi, der sich von Platz acht auf das Podium gekämpft hatte.

Die Top-10: Sebastien Buemi gewann den Berlin ePrix vor Daniel Abt und Lucas Di Grassi. Vierter wurde Nicolas Prost. Hinter ihm reihten sich Jean-Eric Vergne, Robin Frijns, Nick Heidfeld, Mike Conway, Simona de Silvestro und Stephane Sarrazin ein.

Die Startaufstellung: Jean-Eric Vergne hatte sich im Kampf um die Pole-Position durchgesetzt. Der Renault-Pilot teilte sich die erste Startreihe mit Sebastien Buemi. Dahinter standen Daniel Abt und Sam Bird. Bruno Senna und Nick Heidfeld hatten sich eigentlich die Startplätze vier und fünf gesichert, wurden jedoch noch vor dem Rennen wegen falscher Reifendrücke nach hinten strafversetzt. Nelson Piquet Jr. erbte dadurch Platz fünf und Nicolas Prost ging als Sechster ins Rennen. Die vierte Reihe wurde von Oliver Turvey und Di Grassi gebildet. Simona de Silvestro und Mike Conway komplettierten die Top-10.

#DHLChallenge mit Daniel Abt & Holger Badstuber: (2:12 Min.)

Der Start: Buemi kam besser weg als Pole-Setter Vergne und ging bereits in der ersten Kurve vorbei. Doch der Franzose setzte noch in der ersten Runde den Konter und übernahm erneut die Führung - um sie bald darauf wieder zu verlieren. Der Deutsche René Rast, der den in der DTM engagierten Antonio Felix da Costa beim Team Aguri vertrat, hatte Pech. Er musste nach einer Berührung früh an die Box und fuhr von da an hinterher.

Saisonfinale verspricht Spannung

Die Zwischenfälle: Bruno Senna sorgte mit einem Dreher für Aufsehen, der ihn viele Plätze kostete. Der Brasilianer hatte dadurch anders als der mit ihm strafversetzte Heidfeld nichts mit den vorderen Plätzen zu tun. Jean-Eric Vergne verlor noch vor dem Autowechsel beide Frontflügel. Einmal geschah dies durch die Berührung mit einem anderen Fahrzeugs und einmal fuhr er in die Mauer, als er sich gegen einen Angriff wehren wollte. Loic Duvals Ausfall im letzten Renndrittel zog schließlich die Safety-Car-Phase nach sich.

Der Meisterschaftsstand: Das Saisonfinale in London verspricht Hochspannung. Nur Di Grassi und Buemi haben noch Chancen auf den Titel. Der Brasilianer führt mit einem einzigen Punkt vor dem Schweizer. Beim letzten Rennwochenende Anfang Juli werden zwei Rennen gefahren.

Top-Facts zum Rennen

  • Sebastien Buemi gewinnt Berlin ePrix
  • Daniel Abt wird beim Heimrennen Zweiter
  • Di Grassi führt in der Gesamtwertung mit nur einem Zähler
  • Heidfeld wird nach Strafversetzung noch Siebter

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