Formel 2

Kommentar zu Schumacher: Mick-Mania - aber bitte mit Maß

Wo Schumacher drauf steht, muss ein Weltmeister drin stecken. Oder? Micks Formel-2-Aufstieg löst einen Hype aus. Verständlich, aber bitte nicht übertreiben.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Ein geflügeltes Wort im Motorsport besagt: Kannst du Formel 3 fahren, kannst du alles fahren. Mick Schumacher kann Formel 3. Hat er dieses Jahr mit dem Gewinn der Europameisterschaft eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Kann er auch Formel 2? 2019 setzt der Weltmeister-Sohn seinen Weg konsequent fort und steigt ins Unterhaus der Formel 1 auf.

Ein Schumacher im Dunstkreis der Formel 1 - der Hype wird ähnlich groß sein wie im Frühjahr 2015, als schier unzählige Medien das Zelt von Micks damaligem Team Van Amersfoort belagerten, während er bei Testfahrten in Oschersleben seine ersten Schritte im Formelsport unternahm.

Und auch die Erwartungshaltung wird ähnlich groß sein wie damals. Wo Schumacher drauf steht, muss schließlich ein Weltmeister drin stecken, oder? Auch diesmal wird wieder ein immenser Druck auf dem jungen Mick lasten, der bei jeder Gelegenheit mit seinem unvergleichlich erfolgreichen Vater verglichen wird.

Man kann Mick nur wünschen, dass er weiter mit dem Druck umzugehen weiß. Denn bislang hat die Familie Schumacher, angeführt von Mutter Corinna, alles richtig gemacht. Mick bekam die nötige Zeit, um sich als Rennfahrer und auch als Mensch zu entwickeln. Auf der Strecke und im Kopf. Das hat er in seinen bisher vier Saisons im Formelsport mit Bravour gemeistert - und sich dieses Jahr mit seinem ersten wichtigen Titel belohnt.

Man darf den Schumi-Fans nicht vorwerfen, dass sie Mick am liebsten schon morgen in der Formel 1 sehen würden. Er hat einen Boom ausgelöst, wie ihn nur wenige 19-Jährige zuvor in der Geschichte des Sports hervorgerufen haben. 'Formel-1-Weltmeister (Mick) Schumacher', das klingt einfach zu verlockend.

Und doch sollte die Mick-Mania mit Maß vonstattengehen. Zu glauben, dass er durch die Formel 2 durchmarschiert, ist unrealistisch. Der Wettbewerb ist knallhart und Mick wird es mit Konkurrenten zu tun bekommen, die über viel größere Erfahrung in diesem speziellen Umfeld verfügen als er.

Micks großer Vorteil stattdessen: die Zeit. Er hat keine unbedingte Eile, in die Formel 1 zu kommen. Sein Nachname ist die beste Eintrittskarte. Bürde und Chance zugleich.


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