Egal ob mit extraleichtem Auto beabsichtigt oder einfach nur so herausgefahren, die Zeiten von Brawn GP in dieser Testwoche haben für Aufmerksamkeit gesorgt, die dem Team bei der Suche nach Sponsoren entgegen kommt. Besonders irritierend war die Tatsache, dass es der erste Test des neuen Autos war, während die anderen Teams schon mehr Zeit zur Weiterentwicklung hatten. Jenson Button wollte sich von der Euphoriewelle aber noch nicht übermannen lassen. "Es macht Spaß, aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns und wissen noch immer nicht, wo wir stehen", erklärte er.
Gleichzeitig dürfte sein darauf folgender Satz für die Konkurrenz wie eine Drohung geklungen haben: "Es ist ein schnelles Auto und es gibt immer noch Raum für Verbesserungen." Der Brite zeigte sich gegenüber der Gazzetta dello Sport sicher, dass sein Team beim ersten Rennen der Saison schnell sein wird. Wie es nach vier oder fünf Rennen aussieht, darüber war er sich weniger sicher. Überrascht über die Leistung von Brawn GP sollten die Leute seiner Ansicht nach aber nicht sein. "Ich überrasche die Leute gerne, aber ich will sie eigentlich bei den Rennen überraschen. Vielleicht haben sie vergessen, dass wir gute Einrichtungen und talentierte Leute haben, die starke Autos machen können. Bevor wir an die Strecke gingen, wussten im Werk viele, dass wir gute Arbeit gemacht hatten."
Immer weitergearbeitet
Zudem hatte Button den Rückzug Hondas aus dem Team in Brackley gar nicht gemerkt. Als er kurz nach dem Ausstieg des Herstellers ins Werk kam, fand er dort normal arbeitende Ingenieure und Mechaniker vor. "Die Ergebnisse zeigen, dass wir die Köpfe unten behalten haben und weiter auf das Ziel ausgerichtet waren." Trotz der aktuell guten Stimmung blieb Button aber auch vorsichtig. "Wir scheinen momentan schnell zu sein, wissen aber nicht, was mit den Anderen ist. Trulli sieht sehr gut aus und auch Ferrari tut das. Es gibt viele Leute, die mit sehr wenig Benzin schnelle Runden fahren können."
Bevor es für Button und Brawn GP in die Saison geht, wird das Team noch in Jerez testen. Auch Renault, McLaren und Williams haben sich für diese letzte Testfahrt des Jahres angesagt - ab Saisonstart sind Testfahrten laut Reglement bis 31.12. verboten. Force India wird auch noch ein wenig aktiv sein. Am kommenden Dienstag will das Team mit Tonio Liuzzi in Silverstone einen Shakedown mit dem zweiten Chassis fahren.

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