Nach dem ersten Qualifying bin ich einerseits positiv überrascht vom Potenzial unseres Autos und andererseits enttäuscht über meine Platzierung. Ich hatte gehofft, dass wir es gerade so in die Top-Ten schaffen. Aber nach dem zweiten Qualifying-Teil war ich Vierter. Also viel besser als erwartet. Platz sechs, vielleicht sogar Platz fünf wäre auch ganz zum Schluss möglich gewesen. Aber da habe ich verwachst. Die ersten beiden Sektoren von meiner letzten Runde waren gut, aber dann habe ich in Kurve 13 zu spät gebremst und bin von der Ideallinie abgekommen. Da habe ich viel Zeit liegenlassen.
Es war schwierig, für heute Nachmittag das richtige Setup zu finden, um auf einer einzelnen Runde das Optimum aus den Reifen herauszuholen. In der ersten Viertelstunde hat das einigermaßen funktioniert, in der zweiten besser und im Top-Ten-Qualifying eigentlich perfekt.
Wir hatten die Strategie vorher besprochen und uns ausgerechnet, dass wir Q2 bestimmt schaffen, also in Q1 kein unnötiges Risiko eingehen müssen, indem wir extrem lang warten bis wir rausfahren. Gerade in Bahrain wird die Strecke minütlich schneller, wenn sie von Sand und Staub frei gefahren wird. Aber, wie gesagt, wir wollten da kein Risiko eingehen und beizeiten eine Runde fahren. Als die rote Flagge kam, war ich froh, schon eine gezeitete Runde zu haben. Das war hier aber die einzige Störung. Auf anderen Strecken, die weniger asphaltierte Auslaufzonen und dafür Kiesbetten haben, werden wir sicher auch mehr gelbe Flaggen sehen, dann wird dieses System noch komplizierter werden.
Ich hatte für Q1 einen Satz frische Reifen verwendet, und in Q2 bin ich die beiden schnellen Runden auch mit frischen Reifen gefahren. Den vierten Satz habe ich mir für den Endspurt aufgehoben, wo es dann leider nicht perfekt lief. Das neue Qualifying ist schon sehr spannend und auch für die Leute im Team sehr anspruchsvoll.
Seltsam ist allerdings der Beginn des Top-Ten-Qualifyings, wenn die zehn Autos wie eine Prozession um die Strecke fahren. Klar, macht das jeder: Es geht darum, möglichst viele Runden zu fahren, um einerseits viel Sprit zu verbrennen und am Ende für die letzte schnelle Runde leicht zu sein, und andererseits darf man eben auch eine bestimmte Menge Sprit pro gefahrener Runde nachtanken, muss aber nicht.

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