Ein Reifenschaden während eines Rennens ist nie besonders günstig, vor allem dann nicht, wenn man in Richtung Podium fährt. Deswegen war man bei McLaren am Sonntag in Istanbul auch ein wenig geknickt, dass Lewis Hamilton statt auf das Podest nur auf Platz fünf fuhr. Für Norbert Haug war das allerdings kein Beinbruch. Der Mercedes Sportdirektor versuchte das Gute an dem Zwischenfall herauszustreichen. "Bei dem Reifenschaden sehe ich es so - vielleicht werden das die wichtigsten Punkte der Saison. Diese vier Punkte könnten am Ende sehr wertvoll sein. Natürlich kann man sagen, wir hätten vielleicht acht oder vielleicht sechs Punkte holen können, aber in Wahrheit hätten wir mit so etwas auch null holen können", sagte Haug.
Nach dem Grund des kaputten Reifens wird nach wie vor gesucht. Bridgestone gestand ein, dass es sich um einen Materialfehler gehandelt haben könnte. Genaueres sollen Röntgenuntersuchungen in Japan bringen. Haug war jedenfalls trotz des Ferrari-Doppelsieges bester Dinge, was die WM-Chancen für McLaren und seine Fahrer angeht. "Das wichtigste ist, dass man bei einem Reifenschaden die Punkte nachhause bringt. Deswegen fühle ich mich gut. Wir haben zehn Punkte gemacht. Wir wollen 18, aber es ist Tatsache, dass wir nach zwölf Rennen 15 Punkte vor dem besten Ferrari-Fahrer liegen. Zu Beginn der Saison hätten wir das gerne in Kauf genommen."
Doch auch Haug weiß, dass die Saison noch lange nicht zu Ende ist. Dass es für Ferrari ein Spaziergang wird, will er damit aber auch nicht sagen. "Sie sind stark. Sie waren in Australien stark und damals haben wir alle etwas Anderes gedacht. Es sah so aus, als ob sie davonziehen würden. Jetzt ist es aber recht ausbalanciert", sagte Haug. Trotzdem wäre es ihm wohl lieber, wenn die Balance im kommenden Rennen wieder in Richtung McLaren kippen würde.

diese Formel 1 Nachricht