Der Regen brachte in Shanghai wieder einmal etwas Würze in die Formel 1. Und spätestens seit Ungarn wünschen sich viele Zuschauer, dass es doch öfter ein Regenrennen geben möge. Die Fahrer denken da etwas anders darüber. So beispielsweise auch Nick Heidfeld, der als Michelin-Pilot zwar ein Profiteur des nassen Wetters war, aber trotzdem nur bedingt auf ein Regenrennen hofft. "Wenn auf den langen Geraden ein paar Autos vor dir sind, dann siehst du fast nichts und das ist mit das Gefährlichste, was es in der Formel 1 gibt - speziell wenn es noch Aquaplaning gibt, was heute nicht stark der Fall war. Denn einerseits sagt dir dein Gefühl, fahr ein bisschen langsamer, denn das ist sicherer. Andererseits ist hinter dir auch jemand, der Vollgas fährt. Das ist das Risiko und da musst du einfach hoffen, dass er irgendwo sieht, wo du bremst", sagte der BMW Sauber Pilot am Samstag in Shanghai.

Um das Risiko noch ein etwas plastischer darzustellen, brachte Heidfeld ein kleines Beispiel: "Wenn du in der Formel 1 bei dem Speed vom Gas gehst, dann bist du sofort einmal zehn bis 15 km/h langsamer und wenn hinten einer mit 300 km/h ankommt und du fährst 285, dann knallt es schon gewaltig. Deswegen heißt es normalerweise, Vollgas weiterfahren, aber du weißt nicht, ob der vor dir das auch macht." Doch der Deutsche vertraut für das Rennen, und vor allem dessen Start, auf das Fingerspitzengefühl der FIA, die seiner Meinung nach in den letzten Jahren richtig entschieden hat und hinter dem Safety Car starten ließ, wenn es nötig war. "Wenn ein paar Autos erst einmal ein paar Runden gefahren sind, dann ist es normalerweise deutlich besser", erklärte Heidfeld.

Doch auch abseits der großen Gefahren ist so ein Regenrennen für einen Piloten eine unangenehme Sache. Denn Fehler werden auch wenn sie keine Unfälle verursachen böse bestraft. "Wenn sich im Qualifying einer dreht, dann kommt er normal wieder zurück und im Rennen hat er verloren", sagte Heidfeld. Wie es aber am Sonntag wirklich wird, wagte auch er nicht genau zu beurteilen, da die Wetterorakel auch in der Formel 1 nicht unbedingt einer Meinung sind. Seine Prognose lautete: "Ähnlich wie heute. Es gibt zu cirka 60 bis 70 Prozent Regen. Es kommt aber auch darauf an, wo du guckst. Auch heute Morgen hatten wir alles an Vorhersagen."