Gibt es heute nach dem Rennen doch noch einen Protest gegen die neuen Radkappen von Ferrari? Marc Surer könnte das auf jeden Fall nachvollziehen: "Ich könnte verstehen, wenn Renault das zumindest probieren würde - speziell nach dem, wie man in der Schwingungsdämpfersache mit ihnen umgesprungen ist". meinte Surer gegenüber motorsport-magazin.com. Was den Schweizer ein bisschen stutzig macht: "Dass da bis jetzt von Renault offiziell überhaupt nichts zu hören war. Sonst wird doch immer gleich öffentlich viel gemeckert..." Vermutung im Hintergrund: Ob man diesmal wohl den anderen weg gehe - nicht viel reden, sondern doch mal offiziell protestieren?
Es gibt ja mehrere Argumente, mit denen sich die Legalität der neuen Ferrari-Teile bezweifeln lässt. Erstens dürfen Teile, die eine aerodynamische Wirkung haben - und das ist für alle Experten hier unstrittig der Fall - nicht beweglich sein, zweitens dürfen Felgen nur aus Metall hergestellt sein und nur aus einem einzigen Material bestehen. Was ist dann mit dem auf der Felge aufgeklebten Karbonring? Und drittens - diese Variante brachte McLaren-Chef Ron Dennis ins Spiel, ist da die Parc Fermé-Regel, die ab dem dritten Qualifying-Durchgang gilt und die es verbietet, irgendeinen Aspekt des Autos während und nach dem Qualifying zu verändern...
Wenn man also die Räder mit diesen Elementen tausche, "dann wechselt man doch ein Element, das bei der Kühlung der Bremsen eine aktive Rolle spielt", meinte Dennis ironisch - in Anspielung auf Ferrari-Technikchef Ross Brawn, der ja immer behauptet, die neuen Elemente seien zur Verbesserung der Bremskühlung am Auto.
Das Argument von Ferrari, die Teile seien schließlich von der FIA abgenommen, dürfte nach den Vorfällen der letzten Zeit eigentlich nicht mehr unbedingt stichhaltig sein: Denn das waren die Renault-Schwingungsdämpfer schließlich auch mal...

diese Formel 1 Nachricht