Fernando, wie siehst du die kommenden Rennen?

Fernando Alonso: Ich bin sehr optimistisch. Wir haben eine tolle erste Saisonhälfte hingelegt. Jetzt kommt es darauf an, am Ball zu bleiben und den Job erfolgreich zu Ende zu bringen. Das Renault F1 Team ist bereit dafür, ich selbst bin bereit dafür. Ich glaube, dass wir 2006 so stark abschließen können, wie wir die Saison begonnen haben.

In dieser Saison scheint die Leistung der Reifen das alles beherrschende Thema zu sein…

Fernando Alonso: Wir erleben gerade den Höhepunkt eines Zweikampfs zwischen den beiden technologisch führenden Reifenherstellern. Michelin und Bridgestone treiben sich gegenseitig bei jedem Rennen zu neuen Höchstleistungen. Wir verfügen über ein fantastisches Auto, und Michelin verleiht uns noch etwas Extra-Performance. Deswegen führen wir in der Meisterschaft. Ich bin sehr zuversichtlich für den weiteren Saisonverlauf und überzeugt, dass wir mit Michelin erneut Weltmeister werden können.

Ein anderes Schlüsselthema dieser Saison ist die ständige Weiterentwicklung. Wo siehst du Renault dabei im Vergleich zu den Gegnern?

Fernando Alonso: Nach meiner Einschätzung entwickeln wir den Renault R26 im Moment sehr gut weiter. Wir sind bereits mit einem hervorragenden, ausgereiften Auto in die Saison gestartet, da bleibt vielleicht etwas weniger Raum für Verbesserungen als bei anderen Teams. Aber obwohl unsere Gegner unter Hochdruck entwickeln und es manchmal schien, als könnten sie die Lücke schließen, gewinnen wir weiter Rennen. Das Team hört nicht auf, Motor und Chassis zu verbessern - und das machen sie verdammt gut.

Ferrari hat euch beim Heimrennen in Frankreich geschlagen. Würde ein Sieg über Michael Schumacher bei dessen Heimspiel deswegen besonders süß schmecken?

Fernando Alonso: Es ist bei jedem Rennen wichtig, Michael zu schlagen - nicht nur in Hockenheim! Wir wissen, dass wir in diesem Stadium der Saison vor beiden Ferrari ins Ziel kommen müssen. Aber ich denke, ein Sieg in Deutschland wäre wegen der psychologischen Wirkung mehr als zehn Punkte wert. Ich versuche jedes Rennen zu gewinnen - aber in Hockenheim zu siegen, würde mir extrem viel bedeuten.

Wo siehst du die technischen und fahrerischen Herausforderungen in Hockenheim?

Fernando Alonso: Es handelt sich um einen physisch sehr anstrengenden Kurs. Zudem ist es meist sehr heiß, was die Fahrer zusätzlich belastet. Was die Autos angeht, so ist eine gute Endgeschwindigkeit ist wegen der zwei, drei langen Geraden immer noch sehr wichtig - wenn auch nicht mehr ganz in dem Maß wie im "alten" Hockenheim. In den langsamen Ecken gibt es oft wenig Grip. Du brauchst daher eine gute mechanische Abstimmung und ein angenehm fahrbares Auto. Das klingt nach einem schwierigen Kompromiss, und in der Tat ist das optimale Set-up für Hockenheim keine leichte Aufgabe.