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Es war schon eine Überraschung, dass Michael Schumacher in Frankreich gewonnen hat. Damit haben Renault und Michelin nicht gerechnet. In den USA dachten viele, dass Ferrari nur gewonnen hat, weil Michelin mit zu konservativen Reifen an den Start gegangen war. Aber offenbar hat Bridgestone etwas Neues gefunden. Natürlich kann das Kräfteverhältnis in den nächsten Rennen wieder anders aussehen, aber im Moment hat Ferrari einen Vorteil.

Mir ist außerdem aufgefallen, dass der Michelin-Pneu ziemlich springt. Der Bridgestone hat mit diesen Problemen nicht zu kämpfen und wirkt ruhiger. Nun liegt es an Schumacher und Massa die Renaults zu schlagen und besonders Massa spielt dort eine wichtige Rolle, denn er muss versuchen vor Alonso ins Ziel zu kommen. Das wird ganz interessant zu beobachten sein.

Wenn Renault so weitermacht, wie vor den Nordamerika-Rennen, dann können sie cool bleiben. Aber irgendwie werden sie nervös und das ist nicht nur Briatore, nicht nur Michelin, sondern auch Alonso. Das ist besonders zu beobachten, wenn er auf ein langsameres Auto auffährt. Er beginnt schnell zu gestikulieren, nach dem Motto: "Mach Platz, ich komme". Er ist nicht frustriert, aber nervös. Das kann auch schief gehen.

Schumachers Heim-GP

Neben dem Nürburgring, Imola und Monza ist auch Hockenheim Schumachers Heim-Strecke - er fährt also oft zu Hause. Ich denke, dass Ferrari eine gute Chance auf den Sieg hat. Sie entwickeln sich positiv und das ist auch für die Moral gut.

Für eine Überraschung könnte Toyota sorgen, die ebenfalls auf Bridgestone unterwegs sind. Im Qualifying sind sie sehr stark und wenn Bridgestone noch ein bisschen mehr pusht, ist auch noch mehr für Trulli und Ralf möglich. Das neue Auto und die Bridgestone Reifen funktionieren jedenfalls sehr gut. Aber Toyota ist noch nicht so schnell wie Ferrari und Renault.

Pedro muss aggressiver werden

Schnell war in Magny-Cours auch Pedro de la Rosa. Er hat für sein Comeback ein gutes Rennen abgeliefert. De la Rosa ist ein schneller Fahrer mit viel Erfahrung und er ist einer, der einen Wagen weiterentwickeln kann - er besitzt ein großes technisches Wissen. Allerdings ist er nicht aggressiv genug. Um seinen Platz bei McLaren bis zum Ende der Saison zu behalten und vielleicht darüber hinaus engagiert zu werden, muss er nun aggressiver werden und alles geben. Es geht um seine Zukunft!

FIA GT: Das wichtigste Rennen in Belgien

Da die Formel 1 dieses Jahr nicht in Spa-Francorchamps fährt, ist das 24-Stundenrennen an diesem Wochenende die größte und wichtigste Motorsportveranstaltung in Belgien. Dort werden viele Fans, Gäste, Journalisten erwartet und um die Strecke herum gibt es viele tolle Veranstaltungen.

Ich starte auf der Gillet Vertigo, dem einzigen belgischen Fahrzeug. Entsprechend werden wir auch viele Gäste erwarten. Nach unseren Problemen in den ersten drei Rennen gehen wir voller Zuversicht in das 24-Stundenrennen. Wir haben ein neues Differential, fahren mit dem 3.9 Liter Motor und die Probleme vom Saisonbeginn sind behoben. Vor zwei Jahren sind wir 13. geworden, was ein tolles Resultat war. Dieses Jahr wäre es schön, wenn wir es ins Ziel schaffen und dann unter den Top-15 ankommen würden. Das Wetter sollte mir jedenfalls keine Probleme bereiten. Ich bin fit und sehe das Wetter sogar als Vorteil an: Ich fahre gerne unter diesen Bedingungen und wenn andere Fahrer müde werden, können wir eventuell unseren Vorteil daraus ziehen.

Erster Sieg für Minardi?

In den USA plant Paul Stoddart zusammen mit niederländischen Investoren ein Champ Car Team unter dem Namen Minardi aufzubauen. Ich finde es toll, dass mein Name in der Presse bereits mit dem Team in Verbindung gebracht worden ist. Es ist ja tatsächlich so, dass Paul mich und Zsolt Baumgartner für die Zweisitzerevents anruft. Wir hatten eine gute Beziehung in 2004 und ich bin ganz zufrieden, dass er das sagt.

Gut, Muermans sponsert auch Robert Doornbos und Jan Heylen, aber vielleicht setzt sich das Team auch aus Zsolt und mir zusammen. Jedenfalls kann Paul Stoddart etwas Einmaliges schaffen: In der Champ Car Serie ist die Chance so groß wie nie mit Minardi zu siegen. Minardi ist weltweit bekannt und das wäre eine richtig tolle Sache. Aber noch ist nichts unter Dach und Fach. Paul prüft wann, wo und wie er einsteigen könnte und erst dann stellt sich die Fahrerfrage.