Wenn ein Rennfahrer eines Top-Teams nur noch davon spricht alles tun zu wollen, um den Konstrukteurstitel für seine Crew zu holen, hat er selbst alle seine Titelchancen auf die Fahrerkrone verwirkt - entweder, weil der Punkterückstand zu groß ist oder weil er als Nummer 1B oder gar Nummer 2 ohnehin keine reelle Chance darauf hatte.

Bei Ferrari und Renault wird diese Situation momentan wieder einmal deutlich: "Meine Hilfe wird sicherlich sehr wichtig, da wir Renault so viele Punkte wie möglich abnehmen müssen", sagte Felipe Massa der Gazzetta dello Sport. Dann schob er die entscheidenden Sätze nach: "Ich werde mein Bestes geben. Ich kann nicht mehr um den Titel kämpfen, aber ich möchte dem Team helfen den Konstrukteurs-Titel zu gewinnen." Und dann gibt es da noch ein Ziel, dass die Nummer 2-Piloten alle Jahre wieder als erstrebenswert darstellen: "Ich selbst habe noch alle Chancen den dritten Rang in der Fahrerwertung einzunehmen."

Felipe Massa ist aber kein Einzelfall des alljährlichen Nummer 2-Syndroms: "Mein Ziel lautet, in den kommenden Rennen konstante Leistungen zu zeigen und so oft wie möglich aufs Podium zu fahren. Ich muss Felipe Massa und Kimi Räikkönen schlagen, meine Rivalen beim Kampf um Platz drei in der Fahrer-WM", stößt Giancarlo Fisichella ins gleiche verschlissene Horn. "Wenn ich vor ihnen ins Ziel komme, helfe ich zudem Renault bei der Verteidigung des Konstrukteurs-Titels."

Da waren sie also wieder, die beiden Ziele, die eigentlich keine sind: Platz 3 in der Fahrerwertung und die Hilfe beim Gewinn des Teamtitels - dem eigenen Teamkollegen möchte man offensichtlich nicht beim Titelgewinn helfen, aber das wäre zumindest öffentlich von einem echten Racer auch zu viel verlangt...