Der Abschied war ein schneller und überraschender. Leiser wurde er dadurch aber nicht, denn am Donnerstag war der rasche Abgang von Juan Pablo Montoya in Magny Cours in aller Munde. So meinte beispielsweise Fernando Alonso: "Als ich die News zum ersten Mal hörte, war ich schon sehr überrascht. Wenn es das Beste für alle ist, dann bin ich glücklich für sie." Den Grund, warum ihn das glücklich macht, konnte der regierende Weltmeister auch gleich anführen: "Ein Fahrer muss glücklich und motiviert sein, sonst verliert er die Aggressivität in seinem Fahrstil und wird langsamer."
Alonso wünschte seinem ehemaligen Konkurrenten Montya jedenfalls Glück für die neue Aufgabe in der NASCAR, die er selbst als "tolle Meisterschaft" bezeichnete. Das Einzige was ihm daran nicht gefällt, sind die vielen Kontakte, die es dort bei den Rennen gibt. "Manchmal geht es etwas zu weit und ist kein Fairplay mehr - aber Juan Pablo wird dort mit seinem Stil viel Spaß haben." Vermissen werde er den Kolumbianer nicht, meinte Alonso weiter. Das läge aber vor allem daran, dass sein Ersatzmann Pedro de la Rosa ein guter Freund von ihm sei, sagte Alonso.
Nick Heidfeld ist seinerseits schon sehr gespannt, wie es Montoya in seinem neuen Tätigkeitsbereich ergehen wird. Er sagte: "Ich freue mich auf jeden Fall, das zu beobachten, wie er sich da drüben schlägt. Weil es ist sicher nicht so einfach, dort drüben Fuß zu fassen. Ich halte ihn für einen sehr guten Piloten, der es von seinem Talent her schaffen sollte, aber man sieht ja immer wieder: wenn Außenstehende in die NASCAR kommen wollen, wird ihnen das nicht einfach gemacht."
Die Gründe für Montoyas Wechsel kann Heidfeld allerdings nur ungenau erörtern: "Ich weiß nicht was er für Möglichkeiten und Angebote hatte, die meisten Teams sind offensichtlich zu in der Formel 1. Auch wenn ich davon ausgehe, dass er da schon irgendwie einen Platz gefunden hätte. Aber ob das in seinen Augen gut genug gewesen wäre, weiß ich nicht."
Jaques Villeneuve hat da schon eine etwas genauere Vorstellung als sein deutscher Teamkollege. "Er macht den Schritt von sich aus und nicht weil er kein Cockpit mehr hat", meinte der Kanadier. Wäre er vor die Wahl gestellt, würde er sich im Moment allerdings für die Formel 1 entscheiden, da er in einem guten Team sei, wo gut gearbeitet werde, sagte Villeneuve weiter.
Auf Montoya sieht er allerdings keine gänzlich leichte Zeit zukommen. "Das muss ein kultureller Schock sein, wie es für Fahrer ist, die aus Japan oder den USA hierher kommen. Es ist schwierig, wenn man ein Held war und dann in Amerika vielleicht nie Fuß fassen kann", meinte Villeneuve. Dazu sei abschließend vielleicht noch einmal Nick Heidfeld zitiert: "Soweit ich weiß, hat er sich in Amerika immer ziemlich wohl gefühlt." Fast schon wie bei einem Rennunfall: drei Fahrer, drei Meinungen, trotzdem ein Thema.

diese Formel 1 Nachricht