Liebe motorsport-magazin.com Leserinnen und Leser,

Wir haben in Indianapolis einen starken Sieg von Michael Schumacher gesehen! Ferrari war das ganze Wochenende vorne, angefangen beim freien Training, über das Qualifying bis hin zum Rennen. Auch Massa war schnell. Sie haben eine starke Leistung gezeigt.

Ich glaube jedoch, dass die Ereignisse vom vergangenen Jahr eine Rolle gespielt haben. Michelin hat mit Sicherheit einen guten Reifen nach Indy gebracht, aber sie haben nicht alles aus dem Reifen rausgeholt. Es wurde eine große Marge für Stabilität und Sicherheit eingeplant. Das wird in Magny-Cours beim nächsten Rennen wieder anders sein. Dort wird Renault wieder vorne sein. Ansonsten muss man Ferrari zu einem perfekten Wochenende gratulieren. Alonso war dagegen nicht so schnell wie Fisichella, der durch seine Vertragsverlängerung motivierter ist. Stark war auch Jarno Trulli, der aus der Box gestartet ist und Vierter geworden ist - mit einem Toyota!

Keine 3. Fahrer mehr

In der vergangenen Woche wurden einige Regeländerungen für 2007 und darüber hinaus beschlossen. Es wird 2007 keine dritten Fahrer geben. Ich gehörte 2004 ja zu jenen Fahrern, die am Freitag fahren durften. Der Freitag soll zu einem Testtag werden und die GP-Fahrer müssten eigentlich mehr fahren. Wenn ich mir jedoch Ferrari anschaue, dann hege ich Zweifel. Sie haben keinen Testfahrer und trotzdem drehen die GP-Piloten am Freitag nicht viele Runden. Also warum sollen sie das nächstes Jahr machen? Mein Vorschlag ist entweder die Tests zu limitieren, oder keine Tests mehr auf GP-Strecken zuzulassen, d.h. weder Barcelona, noch Silverstone. Stattdessen soll in Jerez, Estoril oder Spa-Francorchamps getestet werden. Denn dann fehlen den Teams die nötigen Daten der GP-Strecken und sie müssen mehr fahren.

Bridgestone alleiniger Reifenlieferant

Was die Reifen betrifft, so wird es erwartungsgemäß ab 2008 nur noch einen Reifenlieferanten geben: Bridgestone. Sie werden mit Sicherheit die Entwicklungen der Jahre 2006 und 2007 nutzen, um für 2008 einen guten, haltbaren Reifen zu konstruieren. Die Weiterentwicklung dieses Reifens wird dann jedoch nicht in solch einem hohen Tempo voranschreiten.

Montoya wird Nascar-Pilot

Am Sonntag wurde überraschenderweise der Wechsel von Juan Pablo Montoya in die Nascar Serie bekannt gegeben. Dort wird er für Chip Ganassi fahren. Nascar ist eine sehr schöne Serie, die für Nicht-Amerikaner sehr schwer ist. Montoya hat jedoch viel Respekt in den USA und wird viel Spaß haben. Dazu kann er auch ein paar Pfunde mehr drauf haben.

Ausblick Magny-Cours

In Magny-Cours sehe ich ganz klar Renault vorne. Sie sind motiviert und haben gute Motoren. Alonso und Fisichella werden alles dafür zu, um zu siegen, genau wie Michelin, die einen starken Reifen bringen werden.

Das Rennen in der FIA GT

Beim Rennen in Oschersleben hatten wir ein Problem mit dem Öl im Differential und haben deshalb das Rennen vorzeitig beenden müssen. Wir haben das Differential von BMW Motorsport erhalten, aber nicht deren Öl verwendet. Das war ein blöder Fehler. Wir haben nun alle Probleme gehabt: Antriebswelle, Differential und vieles mehr. Bei uns ist alles neu und wir haben vor und während der Saison keine Tests bestritten. Das ist nicht gut, denn so verlieren wir Zeit an den Rennwochenenden. Doch nun ist alles fertig für das 24-Stundenrennen von Spa-Francorchamps in drei Wochen. Neben Renaud und mir und auch Jérôme d'Ambrossio fahren. Er ist auch letztes Jahr für uns gefahren und ist ein junger und schneller Fahrer. Ich habe 1995 ebenfalls in dem jungen Alter mein erstes 24-Stundenrennen bestritten - das war damals in einem VW Golf Diesel. Wir haben nun ein schnelles und zuverlässiges Auto und möchten ein starkes Resultat herausfahren.

Die Zeit bis zum 24-Stundenrennen

Am Donnerstag reise ich nach Silverstone, wo ein 2-Sitzer-Event stattfinden wird. Nächste Woche Dienstag bin ich mit Minardi in Donington - ebenfalls zu einem 2-Sitzer-Event. Außerdem findet dort eine Pressekonferenz für eine neue Rennserie statt. Dort sollen alte F1-Autos gegeneinander fahren. Die Leute von Minardi sagten mir, dass die Serie GP1 heißen soll. Es soll sich jedoch nicht um die GP-Masters handeln. Ich bin jedenfalls sehr gespannt. Ansonsten werde ich laufen und trainieren, um für das 24-Stundenrennen fit zu sein. Die Vertigo ist schwer zu fahren und darin kann es auch sehr heiß werden. Ich bin im Moment bei 100 Prozent, aber ich möchte zu 110 Prozent fit sein.