Der berüchtigte Nudeltopf von Indianapolis ist in Amerika der Inbegriff von Racing. Außerhalb der Staaten ist er seit dem letzten Jahr allerdings der Inbegriff des ersten Mini Prix der Formel 1-Geschichte. Dabei hat der Kurs auch beim Layout eine Art gespaltene Persönlichkeit.

Einmal das winklige Infield, das gerne als Mickey-Mouse-Kurs beschrieben wird, und einmal das legendäre Indy-Oval, das die Formel 1 entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung (also im Uhrzeigersinn) befährt.

Die große Herausforderung ist es den richtigen Setup-Kompromiss zu finden. Auf dem überhöhten Stück müssen die Motoren volle 24 Sekunden lang ununterbrochen Vollgas leisten - mehr als auf jeder anderen Grand Prix-Strecke. Dabei ist im Interesse einer möglichst hohen Endgeschwindigkeit ein geringer Luftwiderstand gefragt - und damit ein geringer Abtrieb. Im kurvigen Infield-Sektor verhält es sich genau umgekehrt: Hier wird viel Abtrieb benötigt.

Die 1.822 Meter lange Steilkurve mutiert für die Fahrer beinahe zu einer Geraden. Hier können sie problemlos Vollgas geben und erhalten am Ende der Start- und Zielgeraden sogar eine gute Überholmöglichkeit.

Der Reifenverschleiß wird auf dem Indianapolis Motor Speedway als relativ niedrig eingestuft. Aus technischer Sicht kommt es bei der Fahrzeugabstimmung vor allem auf gute Traktion ausgangs der langsamen Kurven sowie auf Stabilität beim Bremsen an.

In dieser Originalpassage des Indy-Ovals rasen die Fahrer eng an den Betonmauern entlang, welche mit der so genannten SAFER-Barriere (Steel And Foam Energy Reduction) ausgestattet sind. Diese SAFER-Barrieren sollen Energie bei einem eventuellen Aufprall absorbieren und die Fahrer schützen. Die üblichen Auslaufzonen sind in Indianapolis nur im engen Infield der Strecke anzutreffen. Ebenfalls zu diesem Teil des Ovals gehört der Rest des legendären Brickyard - einem schmalen Streifen aus Ziegelsteinen bei Start und Ziel. Ursprünglich war das gesamte Oval mit über drei Millionen Ziegelsteinen gepflastert worden.