Der Protest von Seiten Honda gegen die Heckflügel der BMW-Sauber-Renner wurde letztes Wochenende von der FIA zwar abgeschmettert, die Diskussionen um das Aerodynamik-Teil gehen aber munter weiter. Nach McLaren-Chef Martin Whitmarsh meldete sich jetzt auch Williams' technischer Direktor Sam Michael zu Wort und forderte ein Ende der leidigen Angelegenheit. Die FIA müsse endlich etwas unternehmen bevor noch ein Unfall passiert. Nach dem Grand Prix von Kanada gab es Fotos, die zeigen, dass sich der Heckflügel am BMW-Sauber bei hoher Geschwindigkeit eindeutig weiter verbiegt, als das normalerweise zulässig ist.

Die Flügel haben zwar die Tests bei der FIA bestanden, Michael meinte aber, dass man diese Grauzone im Reglement ein für alle Mal klären müsse um künftige Probleme von vorne herein auszuschließen. "In Artikel 3.15 steht, dass man keine beweglichen Aerodynamik-Teile haben darf. Man kann diese Interpretation nutzen um alles zu unterbinden, was sich bewegt," sagt Michael zu Autosport.

Natürlich gäbe es auch da Grenzen, räumt der Williams-Mann ein, da man schließlich nicht alles so steif machen könne, dass sich gar nichts mehr bewegt. Wenn man aber Teile an einem Auto habe, die absichtlich beweglich gehalten sind um den Luftwiderstand zu verringern, dann sei das nicht gut. "Irgendwann wird es kaputtgehen und bei Tests oder auch im Rennen einfach abbrechen. Das ist ein sehr dummes Spiel." Es sei lächerlich in der Formel 1 flexible Flügel zu haben, erklärte er. "Man hat sie schon vor 45 Jahren verboten weil Leute verletzt wurden und jetzt hat man sie wieder zugelassen."

Honda-Chef Nick Fry hatte schon vor dem Grand Prix von Kanada zum Ausdruck gebracht, dass er hoffe, dass die sich FIA das Problem noch vor dem Grand Prix der USA am kommenden Wochenende annehmen werde. Nach dem Rennen in Montreal lieferte er aktuelle Fotos und Videoaufnahmen an die Motorsportbehörde um seinen Standpunkt klarzumachen, dass sich der Heckflügel des BMW bei hoher Geschwindigkeit durchaus verbiegt.