"Die Schuld ist 50:50 verteilt", sagte Williams-Technikchef Sam Michael gegenüber motorsport-magazin.com über die Kollision zwischen Nico Rosberg und Juan Pablo Montoya. "So etwas passiert eben leider." Nico schilderte uns den Unfallhergang noch einmal im Detail.
Nico, wie ist der Unfall genau abgelaufen?
Nico Rosberg: Mein Start war gut und das Auto hat sich auf der ersten Runde auch gut angefühlt. Montoya war schnell und hat Druck auf mich ausgeübt. Ich habe in der letzten Schikane vor Start- und Ziel einen Fehler gemacht, aber auch das war kein Problem. Ich habe keinen Vorteil daraus gezogen. Er kam vor Kurve 2 gut heraus und ich sah, dass er mich überholen wollte. Da mein Auto super auf der Bremse war, dachte ich mir: Kein Problem, dann bremse ich eben später, lasse ihm etwas Platz und bin in der nächsten Kurve wieder vorne. Ich wusste, dass er da war, aber ich habe ihn nie gesehen. Dann hat es zwei Schläge gegeben und ich war weg. Im Nachhinein habe ich es mir angesehen und der Platz, den ich ihm gelassen habe, war schon sehr am Limit, aber er ist für mich mit zu viel Optimismus rein gegangen. Er ist erstens viel zu eng rein gefahren und hätte viel mehr ausholen können und zweitens war er viel zu schnell. Ein wenig Schuld liegt sicher auch bei mir, aber die Hauptschuld muss er schon selbst tragen. Ich habe ihn noch nicht getroffen, aber er weiß das sicherlich selbst.
Vor der Situation mit Dir, hatte er auch eine Kollision mit Michael...
Nico Rosberg: Mit Michael war es das gleiche, nur er ist ausgewichen. Aber was soll ich machen? Auch nachgeben?
Bist Du sehr verärgert?
Nico Rosberg: Es ärgert mich schon, aber nicht für mich, sondern für das Team - es wäre super gewesen, wenn wir ein paar Punkte hätten mitnehmen können.
Was wäre denn heute möglich gewesen?
Nico Rosberg: Mir wäre es nicht anders ergangenen als Mark. Er hatte sehr große Schwierigkeiten im Rennen und es wäre für mich auch sehr schwierig geworden.
Was erwartest Du in Indy?
Nico Rosberg: Indy sollte uns entgegenkommen. Ich glaube, dass wir dort stark sein können. Mechanisch sind wir gut und beim Low-Downforce auch. Man kann es sich ja wenigstens schön reden....
du bist noch nie dort gefahren. Wie bereitest Du Dich auf das Rennen vor?
Nico Rosberg: Ich bin bei Williams mit dem Simulator gefahren. Ansonsten habe ich nichts Besonderes gemacht. Diese Strecke hier ist viel schwieriger zu lernen und ich hatte sie bis zum Qualifying auch voll drauf. Das ist kein Problem.

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