"Komplett anders" sei es gewesen, das 24 Stunden-Rennen von Le Mans, sagt Franck Montagny. Dort stand er mit seinen Teamkollegen Eric Helary und Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb als Zweiter auf dem Siegerpodest. "In meinen Augen ist das eines der wichtigsten Autorennen rund um den Erdball und es ist einfach ein gutes Gefühl, daran teilzunehmen", schwärmt der Franzose. Laut seinem Team habe er in dem Pescarolo-Judd viel an Gewicht verloren - Montagny kontert: "Gut, die sagen doch was sie wollen." Das Rennen sei für ihn eher "auf mentaler Ebene" hart gewesen: "Du fährst zweieinhalb Stunden, dann machst du Pause, insgesamt bist du mehr als 30 Stunden wach. Am Ende ist es sehr schwierig, wenn du am nächsten Tag zur Mittagszeit wieder ins Auto steigst und dich konzentrieren sollst. Aber es lief gut."

Weniger gut läuft es für Franck Montagny in der Formel 1 - das liegt nicht an ihm, sondern an seinem Auto. Mit dem Super Aguri-Honda SA05 ist es schwer, sich für höhere Ämter zu empfehlen, eine Art von Himmelfahrtskommando für einen F1-Youngster. Besonders schlimm für den Hobby-DJ: Er weiß noch immer nicht, ob er ausgerechnet bei seinem Heim-GP in Magny Cours wieder auf die "Ersatzbank", sprich in den Freitagsboliden umsteigen muss. "Ich werde sicher in Magny Cours sein - aber ich weiß noch nicht, in welcher Position ich dort sein werde."

Räikkönen: Gelassen - wie immer

Mit Kimi Räikkönen sitzt der Vorjahrssieger im Raum - der Finne kann eine formidable Kanada-Bilanz aufweisen. Er konnte auf der Insel Notre Dame jedes Mal WM-Punkte an Land ziehen. Der "Iceman" weist jedoch darauf hin, dass es bis auf seinen Sieg im Vorjahr "jedes Mal Probleme gab, einmal explodierte der Reifen". Aber man habe "es immer geschafft, ein paar Punkte zu holen", natürlich würde er den Vorjahrssieg am kommenden Wochenende "gerne wiederholen", sagt Räikkönen.

Die F1-Zukunft von Hobby-DJ Montagny ist unsicher., Foto: Sutton
Die F1-Zukunft von Hobby-DJ Montagny ist unsicher., Foto: Sutton

Seine Zukunft ist den anwesenden Journalisten natürlich ein Anliegen. Er selbst sieht es gelassen: "Ich brauche mir keine Sorgen zu machen über das kommende Jahr oder die Jahre danach - wir werden sehen, was passiert." Ob er wissen würde, was er im kommenden Jahr tun wird, fragt man Räikkönen später "from the floor". Seine Antwort: "Ich denke schon. Zwar nicht zu hundert Prozent - aber ich werde sicher in der Formel 1 sein." Der Vergleich zum Vorjahr schmerzt ein wenig - er habe für 2006 sicherlich mehr erwartet als jenen dritten WM-Rang, den er zurzeit einnimmt, gibt Kimi Räikkönen offen zu. Das "Maß an Zuversicht" sei "nicht so hoch wie im Vorjahr, da waren wir sicher in einer stärkeren Verfassung", sagt der McLaren-Pilot.

Giancarlo Fisichella wiederholt seine Aussagen, welche er bereits zu seiner Vertragsverlängerung bei Renault getätigt hat. Der Kurs in Montreal sei "eine meiner Lieblingsstrecken", sagt der Römer. "Ich stand hier noch nie auf dem obersten Siegertreppchen, aber ich hätte es im Vorjahr beinahe geschafft, als ich das Rennen anführte. Doch dann gab es Probleme mit dem Hydraulikdruck." Seine Bilanz sei in Kanada besser als jene seines Arbeitgebers Renault, sagt der Interviewer - das gefällt "Fisico" natürlich gut: "Ja, genau. Ich glaube, ich stand hier viermal auf dem Podium und ich konnte hier schon viele Punkte einfahren."

Villeneuve: Alles klar - nur die Zukunft nicht

Bei Jacques Villeneuve war einiges los im Vorfeld seines Heimrennens: Heirat. Release einer Schallplatte. Und ein gutes Resultat in Silverstone. "Yeah, alles läuft gut, alles ist aufregend, dieses Jahr verläuft wirklich gut", verströmt JV gute Laune.

Die F1-Zukunft von Sänger JV ist ebenfalls unsicher., Foto: Sutton
Die F1-Zukunft von Sänger JV ist ebenfalls unsicher., Foto: Sutton

Jacques Villeneuve und sein Heim-GP auf jenem Kurs, der nach seinem viel zu früh verstorbenen Vater Gilles benannt wurde - eine seltsame Geschichte: Als Villeneuve 1996 in seinem Debütjahr als Williams-Pilot in Montreal antrat, musste er sich, als F1-Rookie, lediglich seinem Stallkollegen Damon Hill geschlagen geben, der damals, erfolgreich, auf Titelkurs unterwegs war. Doch in den neun Jahren danach konnte er an diesen Erfolg einfach nicht anknüpfen. "Ich hatte hier schon einige miserable Rennen, daher denke ich lieber an 1996 zurück", gibt Villeneuve gerne zu.

Für Villeneuve läuft derzeit wirklich alles bestens - die Single, welche er in dieser Woche ins Internet gestellt hat, gefällt einigen. Dass ein Journalist den Vergleich zu Bob Dylan zieht, erfreut den Künstler, wenngleich JV Wert darauf legt, festzustellen: "Meine Zukunft ist der Rennsport." Und in der Zukunft liegt auch "der Hund begraben" - denn noch weiß der Kanadier nicht, ob er bei BMW Sauber bleiben kann. Er, Villeneuve, habe in Silverstone seine Frustration ob seiner ungewissen Zukunft im Team von BMW Sauber zum Ausdruck gebracht - ob es diesbezüglich eine Entwicklung gegeben habe, wird Villeneuve gefragt. "Nein", antwortet er. "Es ist derzeit sehr ruhig, was dieses Thema anbelangt. Je früher diese Frage geklärt wird, desto besser ist es. Ich möchte definitiv auch im nächsten Jahr hier sein."