Zehntausenden von britischen F1-Fans und hohem japanischen Honda-Besuch blieb am Samstag und Sonntag der Mund offen stehen: Statt beim Heimrennen ein kleines Wunder zu vollbringen, schied Jenson Button vor den erstaunten Augen seiner Landsleute und Chefs erst im Qualifying und dann im Rennen frühzeitig aus.
Der Motorschaden - oder das Ölleck, wie es das Team am Sonntag nach dem Rennen betonte - war jedoch nur das Tüpfelchen auf dem i eines schwarzen Rennwochenendes für die Weißen. Denn Jensons 19. Startplatz wurde nur zum Teil durch das Lospech beeinflusst: Zwar musste der Brite kurz vor dem Ende der 1. Qualifying-Session zum Wiegen, danach verpasste es sein Team jedoch ihn noch einmal auf die Strecke zu schicken - selbst wenn er es nicht mehr vor dem Ablaufen der Zeit über die Linie geschafft hätte.
"Wir müssen uns die Daten ansehen und checken ob noch genügend Zeit vorhanden gewesen wäre", erklärte Teamboss Nick Fry über den Vorfall. "Die Ingenieure glaubten, dass nicht genügend Zeit wäre, aber es wäre auf jeden Fall knapp geworden."
Jetzt könnte es für Technikdirektor Geoff Willis knapp werden. Denn dies war nicht der erste strategische Fehler des Teams in diesem Jahr. Renault-Chefstratege Pat Symonds verriet dem Telegraph schon vor einigen Rennen, dass die Ingenieure die Reifenwahl bei Jenson Button bis dahin in jedem Rennen vermasselt hätten. "Wenn mir das passiert wäre, würde ich wahrscheinlich nach einem neuen Job Ausschau halten", so Symonds. Erklären konnte er sich das nicht: Schließlich besitzt Honda im Gegensatz zu Renault einen Freitagstestfahrer, der viele Reifendaten sammeln kann. "Ich weiß nicht, ob es an einer gewissen Arroganz liegt."
Laut unseren Informationen dürfte die Konsequenz sein, dass Geoffrey Willis weniger in die Arbeit an der Strecke und mehr in die Entwicklung des neuen Autos in der Fabrik eingebunden wird. An seine Stelle soll der von Sauber verpflichtete Belgier Jacky Eeckelaert die strategischen Entscheidungen an der Boxenmauer übernehmen. Diese interne Umbesetzung könnte man derzeit leicht damit erklären, dass Willis sich zur Saisonmitte mehr auf die Konstruktion des RA107 konzentrieren müsse. Wie es der Zufall wollte, weilte Eeckelaert schon am letzten Wochenende in Silverstone - seine Eindrücke dürften nicht gerade umwerfend gewesen sein...



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