David Coulthard war in Monaco der "Superman", der für Red Bull Racing den ersten Podestplatz erobern konnte. Der Schotte ist sich darüber im Klaren, dass dieser Erfolg zum einen aufgrund der Streckencharakteristik und zum anderen aufgrund von Ausfällen zurückzuführen war - dennoch möchte er Monaco 2006 nicht als "Eintagsfliege" bezeichnen. Denn das wäre "voreilig", sagt er, räumt zugleich aber ein: "Silverstone wird um einiges schwieriger für uns sein."
Im britischen Medienwald raschelte es von den Bäumen, dass David Coulthard mit dem dritten Platz sein RBR-Cockpit für 2007 gesichert habe. Dazu kann DC nur sagen, dass "es ein bisschen albern wäre, zu glauben, dass die Leute aufgrund eines einzigen Resultats entscheiden würden, wen sie ins Auto setzen". Er fügt hinzu: "Ich habe eine konsistente Geschichte vorzuweisen, habe viele WM-Punkte eingeholt, natürlich auch ein paar Grand Prix gewonnen - das Team weiß also sehr gut, was ich auf der Strecke mache, wie ich mit den Ingenieuren vor Ort und in der Fabrik arbeite - ich glaube daher nicht, dass es irgendeinen Kampf gibt, den es zu gewinnen gilt." Natürlich würde er gerne auch im nächsten Jahr im Team verweilen, sagt Coulthard: "Ich sehe keinen Grund, warum man mit diesem Auto in der kommenden Saison nicht um WM-Punkte, Podestplätze und Siege kämpfen könnte - und ich weiß, dass ich diese Erfolge liefern kann."
Coulthard streitet nicht ab, dass er auch mit Ferrari spricht: "Es ist nur natürlich, dass jeder wissen möchte, welche Plätze am Markt zu haben sind. Wenn man Ferrari als Außenstehender betrachtet, erkennt man, dass sie einen Fahrer haben, der regelmäßig Punkte holt, während der andere Pilot dies nicht zustande bringt. Jedes Team benötigt jedoch zwei Fahrer, die möglichst viel Punkte holen und ich habe nicht durch Zufall mehr als 500 WM-Punkte an Land gezogen."
Button und der erste Sieg
Jenson Button, immer noch die große Hoffnung der Briten, ist Realist genug, um trocken festzustellen, dass er sich für das anstehende Rennwochenende nicht vorstellen könne, gegen Renault und Ferrari zu kämpfen. Button erklärt, wie wunderbar ein Heim-GP sein würde und versucht sich als Wetterfrosch: "Die Sonne ist da und sie wird das gesamte Wochenende über bleiben und das ist großartig..." Weniger sonnig wird die Stimmung immer dann, wenn in England darüber gesprochen wird, warum Button nach mehr als hundert GP noch immer keinen Sieg an Land ziehen konnte und ob er jemals Weltmeister werden kann. Button spricht gebetsmühlenartig davon, dass Zahlen nichts aussagen würden und dass man zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Auto sitzen müsse - man kennt diese Sätze. Man wird sie noch lange hören - bis zum ersten Button-Sieg oder spätestens bis zu seinem Karriere-Ende.

Button wird mit einer Aussage von Coulthard "konfrontiert" - der Schotte erklärte einer Zeitung: "Jenson sollte rücksichtslos sein. Wenn er glaubt, dass er mit Honda Siege erringen kann, sollte er bleiben. Wenn nicht, sollte er das Team sofort verlassen." Coulthard meint dazu nur: "Ein tolles Zitat, nicht wahr?" Button kontert: "Yeah. Es ist ja immer so. Wenn die Dinge gut laufen, ist man gerne im Team. Wenn nicht, wäre man lieber woanders..." Natürlich würde es jedoch um die langfristige Zukunft gehen - und da glaubt Button immer noch an mögliche Siege und auch WM-Titel.
Mark Webber möchte einen möglichen Wechsel seines Williams-Teams, hin zu Toyota als Motorenausrüster, nicht kommentieren, preist jedoch den bisherigen Ausrüster Cosworth und fügt hinzu, dass "es für Williams und auch für mich selbst nicht einfach war, auf Bridgestone-Reifen zu wechseln - denn es genügt nicht, diese einfach ans Auto zu schrauben". Natürlich müsse man Pro und Kontra abwägen, doch im Hinblick auf den nächstjährigen Soloausrüster Bridgestone sei die in diesem Jahr bei Williams geleistete Arbeit durchaus positiv zu bewerten, findet der Australier, der in Monaco wieder - unbelohnt -sein Talent zur Schau stellen konnte.
Natürlich kommt auch jenes Meeting der Fahrervereinigung GPDA zur Sprache, bei dem Michael Schumacher von seinen Kollegen im Zusammenhang mit dessen Straßenblockade im Qualifying von Monaco zur Rede gestellt oder gerüchteweise gar zum Rücktritt als GPDA-Direktor gezwungen werden soll. David Coulthard, neben Schumacher und Jarno Trulli einer der drei Direktoren, wiederholt seine Aussagen, wonach diese Angelegenheit "Auge in Auge" mit Schumacher besprochen werden müsse - alles andere wäre feige, findet der Schotte. Button und Webber geben ihm Recht. Außerdem glaubt DC nicht daran, dass Schumacher bei der Sitzung abgewählt werden könnte.

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