Auf den Gesichtern der meisten Formel 1-Fahrer war nach der Ankündigung, dass Super Aguri-Pilot Yuji Ide durch den Testfahrer Franck Montagny ersetzt wurde, große Erleichterung zu erkennen. Kimi Räikkönen fasste in Worte, was wohl alle dachten: "In Monaco hätte das eine Katastrophe werden können," meinte er. "Er ist ein netter Typ, aber er war ziemlich langsam und hat sich ständig gedreht. Man wusste nie, ob er sich mal wieder drehen würde, wenn man knapp hinter ihm war."
Eine entscheidende Besserung trauen die Kollegen dem 31-jährigen Japaner kaum zu und hoffen, dass die "fahrende Schikane" auch keinen weiteren Renneinsatz mehr bekommt. "Ohne jetzt ein Urteil über seine Fahrweise abgeben zu wollen, denke ich aber, dass auch weitere Tests da keinen großen Unterschied machen können," meinte Nick Heidfeld und Christian Klien kommentierte nur grinsend: "Manchmal fährt er eine völlig andere Linie als wir. Vielleicht kommt das ja daher, dass sie in Japan auf der anderen Straßenseite fahren."
Der Unfall in Imola, der Ide letztendlich seinen Platz in der Formel 1 gekostet hat, hat offenbar aber auch noch erhebliche Auswirkungen auf das in Mitleidenschaft gezogene zweite Auto und das ganze Team. Midland könnte sich gezwungen sehen, die Tests vor dem Grand Prix von Monaco umzukrempeln. Das Team hatte gehofft, für das Rennen in Monte Carlo einige Modifikationen am Chassis ihres MF16 einsetzen zu können, ob diese aber vorher noch ausreichend getestet werden können, steht in den Sternen.
Der technische Direktor des Teams, James Key, gab zu, dass man momentan noch nicht wisse, was genau werden wird. "Der Unfall von Imola hat uns ganz schön zurückgeworfen und wir lassen jetzt alles offen, je nachdem, wie alles aus Spanien zurückkommt." Das Chassis sei nach dem Überschlag beim Grand Prix von San Marino zwar OK gewesen, erklärte Key gegenüber Autosport, aber der Rest, wie zum Beispiel der gesamte Fahrzeugaufbau und das Getriebe seien völlig zerstört gewesen.
Key gab weiter zu, dass es ein großes Handicap wäre, vor Monaco nicht richtig testen zu können, aber auch kein komplettes Desaster. Im Windkanal seien die neuen Teile ja schließlich schon getestet worden. "Bei der Aerodynamik braucht man im Allgemeinen alles, was Abtrieb schafft, wenn man also das Auto mit dem Frontflügel richtig ausbalancieren kann, sollte das kein allzu großes Problem darstellen."

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