Viele sehen in den gelb-blauen Boliden auch nach dem Grand Prix von Imola das überlegene Auto, sicher jedoch muss man Renault zu den Topteams zählen - ein Auto also, mit dem Siege möglich sind. Und obwohl der Williams-Cosworth ein gelungenes Paket darstellt, kann man diesen Wagen ganz sicher nicht zu den Siegerautos zählen.
Und weil Formel 1-Piloten bekanntlich immer nur an das eine denken, nämlich an Siege, müsste man eigentlich davon ausgehen, dass sie alles unternehmen, um einen Siege ermöglichenden Arbeitsplatz zu ergattern. Williams-Pilot Mark Webber beispielsweise ist diesbezüglich ein Glückspilz - sein Manager heißt Flavio Briatore und arbeitet zudem auch als Renault-Teamchef. Noch dazu verliert der französische Weltmeisterstall am Ende dieses Jahres seinen Champion Fernando Alonso an Erzkonkurrent McLaren-Mercedes. Briatore muss mindestens eines der Renault-Cockpits neu besetzen. Wer nun glaubt, dass Mark Webber freudestrahlend das gelb-blaue Cockpit im Visier hat, der irrt jedoch gewaltig.
In einem Interview mit ITV stellte er klar: "Ich würde es bevorzugen, bei Williams zu bleiben." Der Australier fügte hinzu, dass er "sehr gerne weiter mit Cosworth zusammenarbeiten" würde. "Ich denke, dort arbeiten einige sehr clevere Leute. Wenn sie das Budget hätten, wie es bei manch anderen Firmen üblich ist, dann...Jesus Christus! Sie würden einen sehr, sehr guten Job erledigen. Sie suchen die Herausforderung im Wettkampf und darum geht es ja auch." Webber räumte ein, dass die zwei Rennwochenenden, die ein Motor zu überstehen habe, zurzeit "ein harter Zyklus" für Cosworth sei. Sollte Williams weiterhin mit Cosworth-Motoren fahren, müsse man die "Fehler finden", bei einem Wechsel des Motorenpartners müsste das Team "eine weitere Veränderung" hinnehmen, erklärte "Webbo".
Solche Veränderungen versucht Mark Webber eher zu umgehen, weshalb er auch bei Williams bleiben möchte: "Ich finde es einfach hart, wenn man wieder 250 bis 400 Leute kennen lernen muss. Ich möchte meine Karriere bei Williams fortsetzen." Der britische Sir Frank Williams verfügt über eine Option auf die Dienste des Australiers, für 2007. Webber legt die Entscheidung in seine Hände: "Wir werden sehen, wie Frank darüber denkt und ob er die Option wahrnehmen möchte. Er kann entscheiden, ob er mich im nächsten Jahr behalten möchte."

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