Es sei wichtig, dass man jetzt ganz ruhig bleibe und keine übereilten Entscheidungen treffe, sagte David Richards im Interview mit Autosport. Richards, der bereits bei Benetton und BAR einschlägige Erfahrungen als Formel 1-Teamchef sammeln konnte, ist der Überzeugung, dass man, um das beste aus der gegebenen Chance machen zu können, sehr überlegt an alles herangehen müsse.
"Wir werden die nächsten Monate sehr vorsichtig sein," sagte er. "Das technische Reglement wird in den nächsten zwei Monaten bestätigt werden und, auch wenn man nicht davon ausgehen kann, dass sich da im Vergleich mit heute vieles ändert, müssen wir alles gut verstehen um zu sehen wo man am besten ansetzt." Er betrachte diese Gelegenheit als große Chance und ohne die angekündigten Regeländerungen für 2008 hätte er sich gar nicht um einen Platz beworben.
Bisher muss jedes Team sein eigenes Auto bauen, ab 2008 sollen die Rennställe dann die Wahl haben, entweder weiter ein eigenes Auto zu bauen oder aber woanders ein Kundenchassis zu kaufen. Richards ist bisher noch unschlüssig, für welche Option er sich entscheiden wird. "Das Team hat verschiedene Möglichkeiten. Ich denke, es ist besser, noch ein paar Monate zu warten und abzuwarten, was es noch für Überraschungen gibt, bevor wir uns festlegen."
Momentan müsse man erst einmal über die Dinge mit der größten Vorlaufzeit nachdenken und man werde auch keinesfalls jetzt schon neue Leute einstellen, das wäre zum jetzigen Zeitpunkt unangebracht, erklärte der 53-jährige. Bezüglich eines Motors hatte Richards bereits erste Gespräche mit Cosworth und ein weiteres Treffen mit Kevin Kalkhoven, dem Besitzer der Motorenschmiede, ist bereits für kommende Woche angesetzt. Trotzdem ist auch das Thema Unterstützung durch einen Hersteller noch nicht vom Tisch, ganz im Gegenteil.
"Natürlich wird es ein Prodrive-Team geben, ebenso wie es McLaren und Williams gibt, und diese Teams haben oft sehr enge Beziehungen mit Herstellern. Das wäre auch mein bevorzugter Weg," erklärte Richards weiter. In den letzten eineinhalb Jahren seien schon Anfragen von zwei oder drei Herstellern bei ihm eingegangen, sagte Richards. "Sie sagten, ob wir denn wieder mit ihnen sprechen wollten, wenn wir in der Formel 1 antreten würden. Jetzt werden wir ja sehen, ob sie immer noch zu ihrem Angebot stehen."
Von Beobachtern und Kennern der Formel 1 von Anfang an als zwölftes Team favorisiert, war Richards sich bis zur endgültigen Entscheidung aber ganz und gar nicht sicher, ob er wirklich den begehrten freien Platz bekommen würde. "Wir haben die ganze Sache ganz praktisch betrachtet," erklärt er. "Wir haben eine Menge Hausaufgaben gemacht und ich wäre natürlich enttäuscht gewesen, wenn sie uns nicht genommen hätten, aber andererseits hatten wir auch kein alleiniges Anrecht darauf. Wir sind selbstverständlich sehr glücklich."
Jetzt komme es aber darauf an, alles nötige in die Wege zu leiten um ab dem ersten Rennen 2008 konkurrenzfähig und erfolgreich sein zu können. "Die Nennung zu bekommen war der einfache Teil. Es wird viel schwieriger werden, die Ärmel hochzukrempeln und die Erwartungen zu erfüllen, die diese große Aufgabe mit sich bringt."

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