Die erste FIA-Pressekonferenz auf europäischem Boden beginnt recht unspektakulär. Nico Rosberg wird gefragt, ob es ein Vorteil sei, den Kurs zu kennen und er bejaht. Rosberg wird damit konfrontiert, dass Williams in den ersten Rennen Speed gezeigt habe aber die Standfestigkeit nicht so toll gewesen sei und er zeigt sich zuversichtlich, dass man in diesem Punkt beim Testen Fortschritte erzielen konnte. Außerdem erklärt Rosberg, dass er seit dem letzten Rennen ein bisschen relaxt hat. Und dass er sich auf das Wochenende freuen würde.

Dann wird Humor hinzugezogen, indem der Fragesteller Tonio Liuzzi fragt, ob das Red Bull-Motorhome groß genug sei und dieser zunächst verneint - um dann zu erklären, dass Red Bull wieder einmal zeigen würde, wie stark man in dieser Hinsicht sei. Jedenfalls würde es ausreichend Platz in der beeindruckenden Energy Station - mit dem "großen Baumhaus für die Ingenieure" - geben, sagt Liuzzi. Und auch für Freundinnen wäre genug Platz vorhanden. Nach seinem Test mit dem Red Bull-Ferrari RB2 sei er nun endgültig davon überzeugt, dass der V10 kein Vorteil gegenüber dem V8-Motor sein würde, sagt Liuzzi. "Sicher, in den langsamen Kurven ist das ein wenig anders, aber wenn man dann auf Touren kommt, muss ich sagen, dass der V8 wirklich viel mehr Power hat", zeigt sich der Italiener vom RB2 beeindruckt.

Jarno Trulli hat sich in Melbourne eine Ohrenentzündung eingefangen, von der er sich nur langsam erholt, sie sei noch immer nicht völlig ausgeheilt, erklärt der zweite Lokalmatador. Er würde spezielle Antibiotika nehmen, deren Wirkung nur die Ohren betreffen würde und daher sei er zuversichtlich gestimmt, sagt Trulli. Der dritte Platz von Ralf Schumacher habe sich natürlich positiv auf das Toyota-Team ausgewirkt und man habe auch Fortschritte bei den Tests erzielen können, fügt er hinzu. Der Weggang von Technikdirektor Mike Gascoyne würde derzeit keinen Einfluss auf das Team nehmen: "Es haben viele Leute unter ihm gearbeitet, die alle einen großartigen Job geleistet haben. Im Moment ist die Situation unter Kontrolle." Gascoyne sei als Übergangslösung von Pascal Vasselon ersetzt worden, erklärt Trulli.

Michael Schumacher ist erfreut, eine neue Motorenspezifikation im Heck seines Ferrari zu haben, dies würde eine "Extra-Performance" geben, erklärt der siebenfache Weltmeister. Die neue Ausbaustufe sei "ein Schritt vorwärts", zugleich müsse man bedenken, dass man "nur kleine Schritte machen" könne, fügt er hinzu. Außerdem würde es keinen Unterschied ausmachen, ob ein Motor sein erstes oder zweites Rennwochenende eingesetzt werden würde: "Der Motor sollte an beiden Wochenenden die gleiche Performance abgeben." Schumacher bejaht, dass Ferrari ein Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung entwickeln würde, kann jedoch keine Angaben über dessen Ersteinsatz liefern.

Die "Questions from the floor" gehen ausschließlich an Schumacher. Der Kerpener bestätigt die Aussage von Ross Brawn, wonach das anstehende Rennen ein wichtiges Rennen für die Scuderia sein würde. Schumacher klärt die Journalisten darüber auf, dass lediglich in einer der Kurven, in der Variante Alta, die hohen Randsteine entfernt worden sind. Auf Anfrage erklärt Schumacher, dass es immer wichtig sei, ein gutes Resultat zu erzielen, dass ihn jedoch die Medien falsch interpretiert hätten und er das anstehende Rennen nicht als entscheidend betrachten würde: "Was auch immer passieren möge - es wird uns nicht brechen." Schumacher kann die Aussage von Jackie Stewart, wonach man eine große Karriere immer am Höhepunkt beenden sollte, nicht teilen. Für ihn sei der Spaß am Fahren entscheidend.

Den Spaßfaktor spricht auch Kollege Juha Päätalo an - wie hoch sei dieser im Vorjahr für Schumacher gewesen, fragt er. Schumacher antwortet, dass es sowohl "sehr frustrierende" als auch "sehr interessante" Rennen für ihn gegeben habe. Und: "Es waren nicht immer die Rennen, die ich auf dem Podium beenden konnte, die mir im Vorjahr Freude bereitet haben. Monte Carlo zum Beispiel - da hatte ich wirklich großen Spaß."