Die Saison hat für Ralf Schumacher und Toyota zwar nicht sehr gut angefangen, beim dritten Rennen konnten der Deutsche und sein Team aber endlich zeigen, dass sie zu viel mehr fähig sind, als sie in den ersten beiden Rennen zeigen konnten. Von einem Sieg ist die Kölner Truppe momentan zwar immer noch weit entfernt, eines Tages werde er aber die Weltmeisterschaft gewinnen und zwar mit Toyota, sagte Ralf in der Sunday Times. Unkerufen, dass er sich, im Gegensatz zu seinem großen Bruder Michael, in der Formel 1 gar nicht wohlfühlen würde, widersprach der 29-jährige vehement. "Es ist schon komisch, dass eine Menge Leute denken, dass Michael im Gegensatz zu mir so viel mehr erreicht hat, weil er das Rennfahren liebt und ich nicht. Das ist verrückt."

Zugeben muss Ralf Schumacher allerdings, dass er am Anfang nicht ganz so ernsthaft dabei war, wie er es hätte sein können. "Als ich 1997 in die Formel 1 kam, dachte ich 'Okay, ich gebe dem ganzen mal drei Jahre und dann habe ich wahrscheinlich sowieso die Nase voll von der dauernden Reiserei und der vielen Arbeit'. Ich habe aber festgestellt, dass ich es immer noch liebe," erklärte er. "Natürlich habe ich mehr erwartet, es gab zu viele Tiefs und zu wenige Hochs. Ich habe aber mein bestes gegeben, manchmal habe ich Fehler gemacht, aber 90 Prozent der Zeit hatte ich recht und konnte nur einfach keine Resultate erzielen. Wie andere Fahrer auch, träume ich davon, die WM zu gewinnen und ich glaube, dass ich das mit Toyota auch schaffen kann."

Die immer widerkehrenden Vergleiche mit seinem großen Bruder und Behauptungen, dass er nur in die Formel 1 gekommen sei, weil er Schumacher heißt, haben Ralf noch nie gefallen. "Der Name hat Türen geöffnet, aber beweisen musste ich mich dann selbst," erklärte er. "Damon (Hill) war der schwierigste Teamkollege, den ich jemals hatte, als ich 1998 bei Jordan fuhr," sinnierte er. Wahrscheinlich habe dieser eben den Namen Schumacher nicht gemocht. "Von einem von uns geschlagen zu werden, war schon schlimm genug. Der Gedanke, dass da nun aber zwei kommen und versuchen, ihn zu besiegen, war wohl zuviel für ihn." Sieben Weltmeisterschaften zu gewinnen, wie sein großer Bruder, stand für Ralf jedoch nie zur Diskussion. "Ich wäre sicher sehr frustriert, wenn ich versuchen würde, meinen Bruder zu schlagen. Es wird sicher noch eine sehr lange Zeit dauern, bevor wir einen weiteren siebenmaligen Weltmeister sehen. Ich bin nach zehn Jahren immer noch hier, weil ich den Sport liebe. Ich liebe, was ich tue."