Sam Michael, Williams' Technischer Direktor, ist von seinem Neuzugang beim Team außerordentlich begeistert. Ohne Alexander Wurz wären die starken Leistungen der beiden Stammfahrer Mark Webber und Nico Rosberg nicht möglich gewesen, sagte Michael gegenüber Autosport. "Alex ist phantastisch. Er wäre der Weltmeister der Freitagsfahrer, wenn es eine solche Meisterschaft gäbe." Auch wenn die mangelnde Zuverlässigkeit des FW28 schon ein paar Mal gute Ergebnisse unmöglich gemacht hat, konnte man das Potential des Williams doch immer in den Trainings und im Qualifying sehen, in denen die beiden Williams-Piloten die schnellsten Bridgestone-Fahrer im Feld waren.
Michael ist sicher, dass diese, für viele überraschenden, Vorstellungen nur dank der guten Reifenwahl möglich waren, die Wurz am Freitag für das Team herausarbeitet. "Er fährt schon so lange Formel 1-Autos und hat so eine Menge Erfahrung mit Autos, Teams und Reifen. Er kennt sich auch mit der Elektronik sehr gut aus und das alles hilft ihm, ein außergewöhnlich guter Testfahrer zu sein." Das wichtigste sei aber, am Freitag so zu fahren, dass er immer konstant innerhalb nur weniger Zehntel fahre um die richtigen Antworten zu bekommen, aber ohne einen Abflug zu riskieren. "Das kommt wahrscheinlich daher, dass Alex sehr viel Selbstvertrauen und angeborenes Talent hat, aber er macht nichts Dummes weil er weiß, dass die Reifenwahl das allerwichtigste ist, was er am Wochenende zu tun hat." Eine außergewöhnlich schnelle Runde nützt nichts, wenn sie an einer Mauer endet.
Wurz' Beitrag ist bei Williams umso wichtiger, da das Team aus Grove die Gesamtlaufleistung der Cosworth-Motoren der beiden Stammfahrer auf 1.100 Kilometer für zwei Rennwochenenden begrenzt hat und sich das aufgrund der Zuverlässigkeitsprobleme der Aggregate wohl auch nicht so bald ändern wird. Sam Michael geht sogar davon aus, dass sich an der Kilometerbegrenzung die ganze Saison nichts ändern wird. "Der Motor wird so konstruiert, dass er eine bestimmte Laufleistung hat und wenn man die erhöht, wird man wahrscheinlich an Leistung verlieren." Dann hat man doch lieber einen starken Motor, der eben mehr geschont werden muss, was aber auch kein Problem sei, meint Michael. "Cosworth könnte sagen, dass wir 1.200 Kilometer fahren können, dazu dann aber die Leistung an bestimmten Stellen drosseln müssten. Bisher war das aber kein großes Handicap, denn ich denke, Mark und Nico schaffen es sehr gut, mit dem Auto schnell ans Limit zu kommen."

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