Sie scheinen sich als engster Renault-Verfolger etabliert zu haben...

Norbert Haug: So lange Kimi kein Handicap hatte, war sein Speed gut. Er hat sich im Getümmel eine Frontflügelendplatte abgefahren und das ist ein starkes Handicap. Davor konnte er auf Alonso aufholen und am Ende konnte er ebenso aufholen. Beim Speed haben wir also einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Unser Aufholprozess ist durchaus im Gange. Letztes Mal wäre ohne den Unfall von Kimi mehr drin gewesen und es wäre auch diesmal mehr drin gewesen, wenn Juan Pablo auf der Bahn geblieben wäre. Somit führen wir zumindest das Verfolgerfeld an.

Was ist mit Juan Pablo los? Warum machte er so viele Fehler?

Norbert Haug: Es ist auch ein Michael Schumacher an der Wand gescheitert und der kann es nun wirklich ganz gut. Es wird am Limit gefahren und Juan wollte sicherlich mit bestmöglichem Speed auf Ralf Schumacher auflaufen. Manchmal ist er dann sehr heißblütig, aber er ist eben ein sehr guter Racer und hat heute viele Fahrer überholt und die Zuschauer damit gut unterhalten. In diesem Moment war er eben die entscheidenden Zentimeter neben der Bahn. Beim Aufschlagen auf den Kerb wurde eine Elektronikverbindung zerschlagen und dann hat sich das Fahrzeug abgestellt. Ansonsten wäre er durchaus dazu in der Lage gewesen auf das Podium zu fahren.

Können Sie sich an ein solch dramatisches Rennen in letzter Zeit erinnern?

Norbert Haug: Ich habe schon viele solche Rennen erlebt. Aber mit so vielen Safety Car Phasen muss dieses sicherlich weit vorne eingeordnet werden. Wer trotzdem vorne dabei ist und einen siegfähigen Speed hatte, besitzt eine gute Basis auf der man aufbauen kann.