In vielen Ländern ist Tabakwerbung schon lange verboten, ab 1. Oktober zieht nun auch Australien nach und somit wird der Grand Prix am kommenden Sonntag der letzte sein, bei dem die Zigarettenhersteller für ihre Produkte Reklame machen dürfen. Der Einnahmenausfall von mehr als 13 Millionen Euro für die Formel 1 müsste also künftig von den Veranstaltern zugeschossen werde, ob diese dazu in der Lage sind, steht zu bezweifeln. Bernie Ecclestone meldete mittlerweile ernste Zweifel an, ob Australien unter diese Umständen eine Zukunft in der Formel 1 besitzt.

Gegenüber dem Sydney Morning Herald gestand der Brite, dass er sich große Sorgen um die Zukunft des Grand Prix von Australien mache. "Wir haben uns immer darauf verlassen, dass wir hier mit Tabakwerbung fahren können, so wie es aussieht, kann es da aber künftig ernsthafte Probleme geben." Man müsse den Vertrag, der noch bis 2010 läuft, noch einmal genau überprüfen. Außerdem stünde Australien als Austragungsort des ersten Saisonrennens aufgrund des großen Zeitunterschiedes zu Europa sowieso auf der Kippe. "Wir haben beim Grand Prix von Bahrain sehr hohe Einschaltquoten in Europa während sie beim Grand Prix von Australien am frühen Morgen lausig sind," erklärte Eccelstone.

Sollte es also für den Formel 1 in Australien keine Ausnahmeregelung vom Tabakwerbeverbot geben, wonach momentan alles aussieht, wäre nicht nur der Fünfte Kontinent um eine Großveranstaltung ärmer, auch die Fahrer würden eine weitere ihrer Lieblingsstrecken verlieren. Insbesondere Michael Schumacher, der schon vier Mal in Australien gewinnen konnte, würde dem Rennen wohl mehr als eine Träne nachweinen. Er hofft immer noch, dass eine Lösung gefunden werden kann. "Es ist ein schwieriges Problem," sagte er am Mittwoch. "Wir haben schon Rennen ohne Tabakwerbung, also weiß ich nicht, wie Bernie Ecclestones Pläne aussehen."

Michael Schumacher kommt, wie alle seiner Kollegen, immer gerne nach Australien und besonders der Zuspruch der Fans sei ein ganz besonderes Erlebnis. "Wen er (Ecclestone) keine Grand Prix mehr in Ländern austragen will, wo Tabakwerbung verboten ist, müssen wir irgendwie eine Lösung finden weil das für alle einen immensen Verlust darstellen würde."