Der Straßenkurs von Melbourne zählt zwar zu den schönsten im Formel 1-Kalender, dennoch stellt die Strecke für alle Teams eine besondere Herausforderung dar. Der Kurs im Albert Park ist, im Gegensatz zu permanenten Rennstrecken, 51 Wochen im Jahr eine öffentliche Straße und die unterscheidet sich daher auch erheblich von den beiden vorangegangenen Strecken. Dominic Harlow, Technikchef bei MF1, erklärt: "Das ist ein Straßenkurs, der speziell für dieses Wochenende bereitet wurde und hat daher seine ganz eigenen Herausforderungen für Auto und Fahrer. Zu Beginn des Wochenendes ist die Strecke immer noch recht "grün" (rutschig) und wird dann im Laufe des Wochenendes immer besser."

Midland hat für Australien zusätzlich auch noch einige neue Teile im Gepäck und man ist guter Dinge, dass der Grand Prix am Sonntag sowohl von der Motorenseite als auch von der Chassisseite um einiges besser verlaufen wird als die ersten beiden Rennen. Wie immer spielt natürlich auch das Wetter eine signifikante Rolle und im tiefen australischen Herbst muss man da auch mal mit Überraschungen rechnen. "Das Wetter hier ist noch unvorhersehbarer als auf den meisten Strecken und falls es regnen sollte, werden wir natürlich alles daran setzen um aus diesen Bedingungen unseren Vorteil zu ziehen," sagt Harlow.

Ganz besonders freut sich Tiago Monteiro dahin zurückzukommen, wo er vor einem Jahr seinen Einstand in der Formel 1 gab, außerdem ist er, wie die meisten Fahrer, von Straßenkursen ganz besonders angetan. "Ich mag Straßenkurse - dieser hier und Monaco sind ja die einzigen im Kalender, die öffentliche Straßen benutzen - weil sie keine Fehler verzeihen und sie dem Fahrer die Chance geben, wirklich etwas zu bewirken." Außerdem ist der Portugiese sicher, dass Melbourne seinem Auto auch mehr entgegenkommt als Bahrain und Malaysia. "Abtrieb ist immer noch sehr wichtig, aber die Aerodynamik auf den Geraden ist hier nicht so wichtig. Wir haben auf diesem Gebiet seit dem letzen Jahr auch große Fortschritte erzielt, aber in der Formel 1 schläft niemand und wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns." Alles in allem sollte das Ergebnis am kommenden Sonntag aber viel besser ausfallen als bei den ersten beiden Saisonrennen.

Der zweite MF1-Pilot hat im Gegensatz zu seinem Teamkollegen weniger gute Erinnerungen an den Grand Prix von Australien. Er musste sein Auto bei seinem Debüt Down Under nach nur 16 Runden mit einem Getriebedefekt abstellen und hofft nun auf mehr Glück in diesem Jahr. "Ich bin sicher, dass wir dieses Jahr hier viel besser aussehen werden weil unser Auto auf so einer Art Strecke besser funktioniert. Auf diesem Kurs muss man sehr hart bremsen und die Stabilität unseres Autos beim Bremsen wird immer besser."

Der Dritte im Bunde, Markus Winkelhock, wird am Freitag sein Debüt im Albert Park geben. Für den Ersatz- und Freitagsfahrer werden die ersten Runden zunächst einmal dazu dienen, sich an die Streck zu gewöhnen. "Ich habe schon auf der Playstation ein paar Runden gedreht um den Streckenverlauf kennen zu lernen und habe mir auch das Rennen vom letzen Jahr angeschaut", erklärt Winkelhock, "ich glaube, das war ganz hilfreich." Wie die meisten Fahrer auf neuen wird er trotzdem vor Ort den Kurs erst einmal zu Fuß oder auf dem Fahrrad erkunden um besonders die Kurven genau zu inspizieren. "In den ersten Runden werde ich es einfach etwas langsamer angehen lassen da es hier nicht, wie in Bahrain, große Auslaufzonen gibt - die Wände sind ziemlich nah an der Strecke und man darf sich deshalb keine Fehler erlauben."