"Der Vorteil für Rennställe, welche am Freitag ein drittes Auto einsetzen können, wird immer größer", schlägt Ferrari-Technikchef Ross Brawn in der Fachzeitschrift Motorsport Aktuell Alarm. Das liegt daran, dass viele Teams lieber erfahrene Testpiloten wie beispielsweise Alex Wurz in die dritten Autos setzen - und sie nicht, wie es vielleicht Brawn interpretieren würde, jungen Fahrern eine Chance geben.

Allerdings ist das auch nachvollziehbar. Schließlich sorgt jene Regel, wonach ein Motor zwei Rennwochenenden über halten muss, dafür, dass die Stammpiloten so wenig wie möglich ihre Motoren belasten. Weshalb die dritten Fahrer den Großteil der Abstimmungsarbeiten - Stichwort Reifenwahl - vornehmen. So konnte auch ein neues Vokabular in den Motorsport einziehen - während Wörter wie "Windschattenschlacht" verschwanden, kamen neue Motorsport-Begriffe wie "Rundengeiz" hinzu.

Ross Brawn stellt diesbezüglich fest: "Vor dem Hintergrund des neuen Reglements werden die Runden der Stammfahrer heruntergeschraubt. Das ist eine Anomalie, um die man sich kümmern sollte."

Man müsste also, der Gerechtigkeit zu liebe, die dritten Autos verbieten - dann würde es nicht mehr so stark auffallen, dass die einen so viele und die anderen derart wenige Runden drehen. Ross Brawn jedoch winkt ab: "Wenn ich daran denke, wie wenig die Fans zu sehen bekommen haben, bin ich ihrer Willen um die dritten Autos schon fast wieder froh. Ohne die Freitagsfahrer wäre es echt peinlich."