Fernando, ein Sieg beim Auftaktrennen - nicht der schlechteste Weg, in die neue Saison zu starten...
Fernando Alonso: Das kann man wohl sagen. Aber letztendlich war der Grand Prix von Bahrain nur einer von 18 Saisonläufen. Um in der Meisterschaft erfolgreich zu sein, musst du über die gesamte Saison konstante Leistungen abliefern. So wie uns das im vergangenen Jahr so eindrucksvoll gelang. Wir wollen daher unbedingt auch an diesem Wochenende wieder um die Podestplätze kämpfen.
Dein Teamkollege Giancarlo Fisichella litt in Bahrain unter Problemen mit der Zuverlässigkeit. Beunruhigt Dich das?
Fernando Alonso: Nein, überhaupt nicht. Wir wissen genau, woran es lag und haben schnell eine Lösung dafür gefunden. Dieses Problem wird nicht wieder auftauchen. Wir absolvierten während der Wintertestfahrten tausende von Kilometern ohne Probleme. Ich bin daher sehr zuversichtlich.
Was erwartest Du für das kommende Wochenende?
Fernando Alonso: Es wird für alle ein schwieriges Rennen, sowohl körperlich wie auch in puncto Technik. Wichtig wird sein, die Motoren ausreichend zu kühlen. Bahrain hat gezeigt, dass uns die Konkurrenz stark im Nacken sitzt. Ich denke, es wird wieder ein Vierkampf zwischen Renault, Ferrari, Honda und McLaren. In der Vergangenheit sahen wir und unser Reifenpartner Michelin in Sepang immer sehr gut aus. Ich glaube, dass wir gute Chancen haben.
Welches der genannten Teams schätzt Du als eure härtesten Rivalen ein?
Fernando Alonso: Das ist schwer zu sagen. Ich denke, dass viel von den Reifen abhängen wird. Wenn Bridgestone gute Lösungen bereithält, wird wohl Ferrari unser härtester Widersacher sein. Sollten sich die Michelin Pneus als besser erweisen, werden wir vor allem auf McLaren und Honda achten müssen. In der vergangenen Saison entschied sich der Titelkampf nur zwischen uns und McLaren. Wenn du Vierter wurdest, sprachst du schon von einem schlechten Wochenende. Durch die gewachsene Konkurrenz landest du in diesem Jahr schnell einmal auf Platz sieben oder acht, wenn du keine optimale Leistung zeigst. Wir müssen daher noch härter, noch konzentrierter arbeiten und die Entwicklung des Renault R26 noch weiter vorantreiben. Das gilt vor allem, wenn die Europarennen anstehen.
Wie gefällt Dir das neue Qualifying-Format?
Fernando Alonso: Es ist eine sehr schwierige und komplexe Angelegenheit. Du musst viele Runden fahren und darfst dir dabei keine Fehler erlauben. Jeder im Team, von den Mechanikern über die Ingenieure bis zu den Fahrern, steht dadurch sehr unter Druck. Gleichzeitig bieten wir den Fans dabei eine gute Show. Eins ist übrigens unverändert: Um gewinnen zu können, musst du von einem der ersten fünf Plätze aus starten. Wir haben es am vergangenen Wochenende gesehen. Kimi Räikkönen war sehr schnell unterwegs. Vom letzten Startplatz aus hatte er aber keine Chance auf den Sieg.
Du wirkst derzeit extrem ausgeglichen. Woran liegt das?
Fernando Alonso: Ich bin eigentlich immer ganz entspannt. Ich versuche, im Rennauto mein Bestes zu geben und mir nicht zu viele Gedanken um irgendwelche Dinge drumherum zu machen. An diesem Wochenende wird der Renault R26 sicher wieder sehr konkurrenzfähig sein, und ich werde wieder alles geben.
MotoGP-Weltmeister Valentino Rossi soll Dich angeblich zu einem Wettrennen auf einem Motorrad, in einem Formel 1-Monoposti und in einem WRC-Boliden herausgefordert haben. Was hältst Du davon?
Fernando Alonso: Ich habe davon auch gelesen, glaube aber nicht, dass es stimmt. Und selbst wenn: Ich habe dafür momentan überhaupt keine Zeit. Ich konzentriere mich voll und ganz auf die Formel 1. Sorry.

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