Bob, wie haben Sie den Großen Preis von Bahrain erlebt?

Bob Bell: Ich habe ihn zuhause vor dem Fernseher verfolgt und war begeistert. Für mich war es ein spannendes Rennen und beste Werbung für den Sport. Fernandos Sieg war großartig, aber Giancarlos Ausfall sorgte natürlich für Enttäuschung. Ich glaube, wir haben aus diesem ersten Rennen auch viel für die weitere Saison gelernt. Nach meiner Auffassung ging Renault am besten vorbereitet in das neue Qualifying, aber es gibt trotzdem noch viel zu verbessern.

Hat das Team die Ursache von Fisicos Problem mittlerweile identifiziert?

Bob Bell: Ja, es handelte sich um ein Problem mit dem elektronischen Gaspedal. Einfach gesagt, gab der Motor nur 90 Prozent seiner Leistung ab, wenn Giancarlo voll auf dem Gas stand. Dieser Fehler trat nur auf, wenn er voll fuhr, deswegen haben wir ihn in der Box oder auf den Installationsrunden in die Startaufstellung nicht bemerkt.

Besteht die Gefahr, dass es wieder auftritt?

Bob Bell: Nein. Wir haben zusätzlich zu unseren üblichen Checks weitere Prüfschritte eingeführt, um diesen Bereich gesondert zu überwachen. Es hat sich nicht wieder gezeigt. Sollte das Problem aber nochmals auftauchen, erlauben uns die Regeln, das betreffende Bauteil zu tauschen, ohne eine Strafe zu kassieren.

Wie verhält sich der R26 auf der Rennstrecke?

Bob Bell: Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung des Autos. Schon in Bahrain fuhren wir mit größeren aerodynamischen Neuerungen gegenüber den Tests. Manches wurde erst in Sakhir ans Auto gebaut uns ausprobiert. Die große Stärke dieses Autos ist, dass es keine offensichtliche Schwäche besitzt. Genau das wollten wir erreichen.

Die Gegner saßen Renault in Bahrain sehr eng im Nacken...

Bob Bell: Allerdings, und ich glaube, wir sollten uns darauf gefasst machen, dass dies eine sehr, sehr hart umkämpfte Saison wird. Die Wintertestfahrten deuteten bereits an, dass die Spitzenautos nur um Sekundenbruchteile auseinander liegen, und der GP Bahrain bestätigte das. Für uns besteht die einzig denkbare Arbeitsweise darin, den R26 aggressiv weiterzuentwickeln.

Noch aggressiver als 2005?

Bob Bell: Vergangenes Jahr haben wir alle Kräfte auf die Weiterentwicklung konzentriert und das Paket so stark verbessert wie nie zuvor in einer Saison. Dieses Jahr werden wir wohl noch ein Level höher agieren müssen.

Werden wir auch in Sepang neue Teile am Auto sehen?

Bob Bell: Die meisten Modifikationen dienen einer optimalen Zuverlässigkeit. Wir haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt und wissen, dass es extrem eng zugeht. Jeder im Team ist darauf vorbereitet.

Bereitet Ihnen die Zuverlässigkeit in Malaysia Kopfzerbrechen?

Bob Bell: Nicht, wenn wir die Sache richtig angehen. Alle Teams müssen einen Kompromiss zwischen Kühlung und aerodynamischer Effizienz finden. In der Rundenzeit macht der Unterschied zwischen einem Auto mit großen Kühlöffnungen und einem "geschlossenem" leicht ein paar Zehntel aus. Der R25 funktionierte in dieser Hinsicht sehr gut, und der R26 ist noch besser. Ich erwarte keine Probleme mit der Kühlung.