Knapp daneben ist auch vorbei. Audi verpasst beim Sprint-Qualifying den Einzug in die Top 10 und muss sich in Singapur mit den Startplätzen zwölf und 14 für den Sprint am Samstag abfinden. Der besser platzierte Nico Hülkenberg findet das Ergebnis annehmbar, Audi-Teamchef Allan McNish und Gabriel Bortoleto trauern vergebenen Chancen hinterher. Zumal die Formel-1-Session eigentlich so vielversprechend begann.
"Das Sprint-Qualifying war ganz in Ordnung", zieht Hülkenberg am Freitagabend Bilanz. Das erste und einzige Freie Training auf dem Marina Bay Street Circuit war nicht die beste Vorbereitung für den Deutschen, wie er selbst weiß. Ein Getriebeschaden 20 Minuten vor Trainingsende kostete ihn wertvolle Streckenzeit. "Deshalb bin ich ganz zufrieden und wir werden sehen, was morgen kommt", so Hülkenberg.
Doch wirklich zufrieden kann er mit Platz zwölf eigentlich nicht sein. Schließlich war er im SQ1 noch Fünfter. Das kam aber erst nach dem Ende der Session raus, da seine letzte Runde zuerst nicht gezählt wurde. Ein Problem mit dem Zeitnahmesystem, durch das einige der letzten Runden nicht gewertet wurden, hatte im SQ1 für ein kleines Chaos gesorgt. Die FIA musste erst einmal die Zeiten nachtragen. Von Platz acht hüpfte Hülkenberg auf Platz fünf. Alle Infos zum technischen Problem in Singapur inklusive der FIA-Erklärung gibt es hier:
Audi-Teamchef: "Hatten Performance für Top 10" - Warum also nicht?
Seinem Teamkollegen Gabriel Bortoleto sicherte diese Korrektur den Einzug ins SQ2. Ohne seine letzte Runde wäre der junge Brasilianer nur auf Platz 18 gewesen. Tatsächlich hatte er sich auf den elften Rang verbessert – und das, obwohl er gar nicht zufrieden mit seinem R26 war. "Vom Start des Qualifyings waren wir weit weg von der Pace. Ich habe dann aufgeholt und das Auto in eine bessere Position gebracht, aber es ist immer noch nicht gut genug", geißelt sich Bortoleto.
Er kam im FP1 schon nicht über Platz 16 hinaus, verzichtete aber auf eine Soft-Runde. Am Ende hatte Bortoleto dann noch mit undefinierten Problemen zu kämpfen. Im SQ2 ging es besser, aber auch nicht perfekt. "Meine Runde war in Ordnung, aber ich hatte im letzten Sektor einen großen Snap. Da habe ich Zeit liegen gelassen", erklärt der 21-Jährige.
"SQ2 war nicht optimal für unsere beiden Fahrer", gibt Audi-Teamchef Allan McNish zu. "Wir hatten die Performance für die Top 10, aber uns hat ein kleines Etwas gefehlt." Hülkenberg fehlten 0,265 Sekunden auf den zehntplatzierten Pierre Gasly, Bortoleto 0,311 Sekunden.
Hülkenberg gelassen: Dort, wo wir hingehört - Audi fokussiert sich auf GP-Quali
"Ich glaube, wir hatten in SQ1 einfach einen sehr guten Run und dann hat sich das in SQ2 aussortiert. Das passiert oft", erklärt Hülkenberg gelassen. "Das ist einfach, wo wir uns in der Hackordnung befinden." Sein Teamkollege ist da schon optimistischer, was die Performance angeht: "Es ist noch früh im Wochenende. Wir müssen noch sehr viele Dinge verbessern. Wir sind weit weg davon, optimal zu arbeiten."
Audi hat also noch Arbeit vor sich. Im Sprint werden Punkte schwer, denn der Marina Bay Street Circuit ist für seine Überholfeindlichkeit bekannt. Da sich Hülkenberg und Bortoleto von ihren Startplätzen außerhalb der Top 10 mindestens auf Rang acht verbessern müssten, dürfte es am Samstag nichts zu feiern geben. Deshalb richtet sich der Blick bereits auf das Qualifying.
"Von einem puren Performance-Standpunkt wird unser Fokus klar auf der morgigen Qualifying-Session liegen. Dort planen wir, einen Fortschritt zu machen", kündigt McNish den Angriff auf die Top-10-Ränge an. Falls sich jedoch eine Chance anbieten sollte, bereits im Sprint zu punkten, wird das Team diese natürlich dankend annehmen.
"Es wird heiß, feucht und verschwitzt", lautet Hülkenbergs Einschätzung für den morgigen Tag. Dass der R26 bei fast 80 Prozent Luftfeuchtigkeit noch arbeitete, grenzt schon an ein kleines Wunder. Beim letzten Rennen in Malaysia hatte Audi erkannt, dass sein Bolide kein Freund dieser Bedingungen ist. Mehr dazu lest ihr in diesem Artikel:



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