Wenige Tage nach dem Motor-Bug auf der Formationsrunde in Malaysia gab es bei der Formel 1 in Singapur die nächste Software-Panne. Diesmal ausgelöst durch einen menschlichen Fehler. Denn die Rennleitung versäumte es, im Sprint-Qualifying nach einer zwischenzeitlichen Unterbrechung rechtzeitig den Overtake-Mode wieder freizugeben. Viele Fahrer konnten dadurch ihren finalen SQ1-Versuch nur mit zu wenig Leistung fahren.

Umso unglücklicher war der Fehler, da kurz vor dem Ablauf der Zeit und damit zu einem Zeitpunkt, zu dem andere noch auf einer schnellen Runde waren, der Overtake-Knopf schließlich doch aktiviert wurde - für 27 Sekunden. Genug Zeit, dass einige Fahrer von der Extraleistung profitieren konnten.

Carlos Sainz wettert gegen FIA: Haben sich gegen Fairness entschieden

Carlos Sainz zählte zu den Pechvögeln der Session. Der Williams-Pilot musste ohne den Overtake auskommen und scheiterte auf der 22. und letzten Position deutlich am SQ2-Aufstieg. Er stellte anschließend im Interview bei F1TV fest: "Es gab erneut ein Software-Problem mit den Autos. Diesmal waren wir auf der Verliererseite davon."

Der Präsident der F1-Fahrergewerkschaft machte der FIA Vorwürfe und unterstellte ihr eine unfaire Handhabe der Situation: "Aus irgendeinem Grund hat sich die FIA- wie in Malaysia - nicht dafür entschieden, die sportliche Fairness walten zu lassen und sie war zufrieden damit, die Hälfte der Autos mit mehr Power fahren zu lassen als die andere Hälfte."

Er unterstellte der Rennleitung sogar unterschwellig, dass sie einige Fahrer bewusst benachteiligt habe. "Ich bin ein bisschen verwirrt, warum dieser Sport Dinge anders handhabt, wenn es darum geht, wer in SQ1 auf einer Runde draußen ist und nicht", so Sainz weiter.

Williams-Vorschlag: Alle Fahrer sollten an SQ2 teilnehmen dürfen

Der Spanier war nicht der einzige Pilot, der von dem Problem erwischt wurde. Auch seinem Teamkollegen Alex Albon, Aston-Martin-Fahrer Lance Stroll und der Aussage von Racing-Bulls-Teamchef Alan Permane auf ORF zufolge auch Arvid Lindblad erwuchs durch dieses Problem ein Nachteil. Lindblad scheiterte auf P17 um weniger als eine Zehntelsekunde am SQ2-Aufstieg.

Williams hatte bei der FIA den Vorschlag untergebracht, dass es die fairste Lösung sei, wenn alle Fahrer an SQ2 teilnehmen könnten. Dieser Vorschlag wurde aber von den Formel-1-Stewards abgelehnt. Für Sainz war das Motorproblem wohl mitnichten der ausschlaggebende Grund, warum ihm der SQ2-Aufstieg nicht gelungen war. Der Singapur-Sieger von 2023 hatte in SQ1 auch mit Bremsproblemen zu kämpfen und blieb ganze 2,3 Sekunden hinter dem rettenden SQ2-Ufer in Form von Franco Colapinto.

Hier das komplette Ergebnis des Sprint-Qualifyings der Formel 1 in Singapur: